25. April 2022
Szene-News

Wirbel um das neue Logo der Wolters-Brauerei

Die Modernisierung stößt nicht bei allen Fans des Braunschweiger Traditionsbieres auf Zustimmung.

Neues Logo für Wolters. Foto: Wolters

Neues Logo für die Wolters-Brauerei. Foto: Wolters

Der Herzog hätte seine Freude an diesem Thema, das bereits seit geraumer Zeit vorrangig in den sozialen Netzwerken Braunschweigs Biertrinker schäumen lässt – so oder so. Auch Marketingstrategen können frohlocken, denn um ein neues Logo der Braunschweiger Wolters-Brauerei hat sich ein veritabler Shitstorm aufgebaut, der interessanterweise nicht nur dem Bierkonsum förderlich sein könnte, sondern auch dem Bekanntheitsgrad des Kleinen Braunschweigischen Staatswappens.

Jenes nämlich ziert bislang die Hektoliter der regionalen Biermarke, eine ebenso markante wie auch durchaus wehrtüchtige heraldische Quelle, aus der seither vom Staatstheater-Besucher im feinen Zwirn bis hin zum Eintracht-Fan in kampfbereiter Kutte auch das gemeine Volk dürstend schöpft.

Der Wandel ist das Gesetz des Lebens

Doch jetzt sah sich die Wolters-Brauerei veranlasst, mit einem Zitat von John-F.-Kennedy eine Zeitenwende einzuläuten: „Der Wandel ist das Gesetz des Lebens; wer nur auf die Vergangenheit blickt, verpasst mit Sicherheit die Zukunft.“

Große Worte, aber es geht ja auch um nicht weniger als das hier: „Trotz Pandemie und geopolitischer Krise stellt sich das Hofbrauhaus Wolters … neu für die Zukunft auf.“

Die angekündigte Staats-Reform per Gerstensaft-Logo freilich, ausgerechnet erstmalig sichtbar im Braunschweiger Kult-Musical „Der Diamantenherzog und das brennende Schloss“, löst nun tatsächlich so etwas wie Aufruhr aus. Eine Online-Umfrage erbrachte binnen kürzester Zeit hunderte von Stimmabgaben – aktueller Trend: 83 Prozent sind gegen das neue und für das vertraute Logo.

Was haltet Ihr von der Sache?

Das könnte sich noch drehen, wenn erst die Modernisierer einsteigen. Durch den behutsamen Relaunch richte sich Wolters mit seiner fast 400-jährigen Geschichte für die Zukunft aus, betont das Unternehmen. Da geht es nicht nur um ein Wappen. Sondern auch etwa um neue alkoholfreie Getränke und neue Käuferschichten. Nicht zuletzt ja auch wegen des sinkenden Pro-Kopf-Bierkonsums, Kleines Staatswappen hin oder her.

Die Meinungen prallen bisweilen unversöhnlich aufeinander. Manche Injurien sind dabei – nüchtern betrachtet – kaum druckreif. Andererseits handelt es sich um einen Knüller, der Eingang in die Marketing-Handbücher finden könnte. Schließlich hängen die Leute an ihrem Bier.

Autor: Henning Noske

Neues Logo für Wolters. Foto: Wolters

Einen Kommentar zum Thema gibt es in der Braunschweiger Zeitung

 

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