3. Februar 2022
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Was spricht eigentlich gegen Apps wie Lieferando?

Viel, wenn es nach dem Schöninger Gastronomen Frank Schulze geht. Ein Büddenstedter erklärt die Vorteile.

Foto: Shutterstock / pim pic

In der Großstadt öffnet man Lieferando  und schon gibt es Essen. Doch auf dem Land gibt es in solchen Apps immer mehr Einträge. Warum war das eigentlich nicht immer schon so? Wir haben uns zwei Beispiele aus dem Landkreis Helmstedt angeschaut.

Gastronom Marcel Rothe vom „Palis“ in Büddenstedt hat sich vor wenigen Wochen ganz bewusst für den Eintrag in einer Lieferapp entschieden – dem dörflichen Standort zum Trotz. Wirt Frank Schulze vom „Anderen Scheinichs“ in Schöningen lehnt das Bestellen über das Internet rigoros ab.

Pro: Es bringt Sichtbarkeit

Die Vorteile  liegen auf der Hand, findet der Büddenstedter Marcel Rothe, der Burger brät, die über die Lierando-App bestellt werden: „Wir hatten bisher nur Abholung. Die Büddenstedter haben das gemacht – aber wer aus Schöningen oder Helmstedt kommt, fährt nicht extra wegen eines Burgers hierher.“

Marcel Rothe von „Palis Büddenstedtchen“ liefert nach Hause – bestellt werden kann über eine App.

Und dann ist da auch noch der Google-Eintrag. Ohne Apps, die man für einen Eintrag bezahlt, gehe man unter, wenn jemand in der Umgebung nach „Essen liefern“ sucht.

Contra: Es kostet viel Geld

Doch der Büddenstedter muss 13 Prozent jeder Bestellung an „Lieferando“ abdrücken. Das ist für den Schöninger Frank Schulze viel zu viel.

Schulze hat im ersten Lockdown einen Lieferdienst im „Anderen Scheinichs“ gestartet. Bestellt wird per Telefon, bezahlt ausschließlich in bar. „Ich schätze, dass der Lieferdienst im Moment fünfzig Prozent unseres Umsatzes ausmacht“, sagt Schulze. Dienstleister wie Bringbutler, Lieferando, „goPizzago“ und deliver24 kommen ihm nicht ins Haus. Er erklärt: „In der Großstadt machen solche Dienstleister noch Sinn. Aber hier, das ist wie ein Dorf. Mehr Bekanntheit bekäme ich dadurch auch nicht mehr.“

Eine lange Version dieser Recherche findet ihr bei der Braunschweiger Zeitung.

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