Michael Wigge im Tausch-Rausch in Braunschweig – Szene38
15. Januar 2020
Vortrag

Michael Wigge im Tausch-Rausch in Braunschweig

Der vielfach ausgezeichnete Reisejournalist und Bestsellerautor berichtet von seinen spektakulären Aktionen im BZV Medienhaus

Mit einem angebissenen Apfel begann seine Tausch-Welt-Reise: Michael Wigge begab sich auf einen ganz besonderen Road-Trip. Foto: Privat

Michael Wigge will es wirklich wissen. Was anderen weh tut, treibt ihn an. Seit fünfzehn Jahren ist er als Reporter und Autor bei privaten und öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten tätig. Sein Spezialgebiet sind Abenteuerthemen, die er unterhaltsam in Form von Challenge-Geschichten beleuchtet. Dazu gehören unter anderem Bücher und Fernsehserien wie „Ohne Geld bis ans Ende der Welt“ und „Wigges Tauschrausch“. Am 13. März 2020, 19:00 Uhr, präsentiert er im BZV Medienhaus  in einem Multivisionsvortrag einen unglaublichen und unterhaltsamen Roadtrip – und wie er damit einen Traum erreicht hat. szene38 unterhielt sich vorab mit Michael Wigge.

Herr Wigge, wie würden Sie sich in ein paar Worten beschreiben?

Abenteuerlustig, neugierig, Menschenfreund, verlasse als Lebensmotto immer wieder die Komfortzone absichtlich.

Was sind die wichtigsten Voraussetzungen, die man als Weltreisender besitzen sollte?

Man sollte Menschen und kulturelle Unterschiede mögen und sich darauf gerne einlassen. Es ist wichtig nicht mit den eigenen Standards von zu Hause in die Welt zu ziehen. Darüber hinaus sind natürlich Fremdsprachen wichtig. Ich spreche Englisch und Spanisch.

Was war der Antrieb für Sie in die Welt aufzubrechen? Wann und wie ging es los?

Auf der Tauschrausch-Reise hatte ich das Ziel mich von einem Apfel in der Hand hoch zu tauschen zu einem Haus auf Hawaii. Das war mein Kindheitstraum. Die Reise hatte ich mir selbst finanziert und jeden Tag versucht meinen Gegenstand gegen etwas Wertvolleres einzutauschen, das Ziel „Haus auf Hawaii“ immer vor Augen. Das Ganze ging durch 14 Länder und 42 Tauschaktionen in 200 Tagen.

In Indien ertauschte sich Michael Wigge ein Tuk Tuk. Sein Endziel: Ein eigenes Haus auf Hawaii! Foto: Privat

Sie haben in den vergangenen Jahren die Welt intensiv bereits. Was waren Ihre wichtigsten Erfahrungen und Erlebnisse, die sie gemacht haben?

Die Welt ist ein viel besserer Ort als uns die Nachrichten erzählen. Ich habe heute mit jemandem im Coaching gesprochen, der mir von seinen Ängsten eines Dritten Weltkrieges erzählt hatte bezüglich des USA-Iran-Konflikts. Die Medienberichterstattung kann uns ein verzehrtes Bild wiedergeben und Ängste auslösen. Auf meinen Reisen habe ich dieses geradegerückt, denn es gibt viel mehr gute als schlechte Nachrichten.

Wann und wo sind Sie an Ihre eigenen Grenzen gelangt?

Auf der Tauschrausch-Reise bin ich durch die enorme Belastung den Apfel in ein Haus zu tauschen unter so hoher Belastung gelangt, dass ich es zwar gerade noch über die Zielgerade geschafft habe, danach aber nach Rückkehr in Deutschland vier Wochen ein enormes Burnout erlitt. Für mich war das der Startschuss als Stressmanagement- und Burnout-Coach zu arbeiten, was ich heutzutage mit viel Freude ausübe.

Wie hat sich durch Ihren Selbstversuch „Ohne Geld ans Ende der Welt“ Ihr Verhältnis zu Geld und Menschen verändert?

Ich wollte damals unbedingt die Welt bereisen, war aber pleite. Da lag es nahe den Wunsch mit der Notwendigkeit zu verbinden und die Story „Ohne Geld bis ans Ende der Welt“ war geboren 😊. Ich bin in Berlin gestartet und von da aus nach Köln getrampt. Der erste Tag durch Deutschland lief noch ganz gut! Nach der Reise konnte ich kleine Dinge viel besser wertschätzen, hatte viel besseren Bezug zu Geld und kleinen Werten bekommen.

Wie schwer fiel es Ihnen zu betteln?

Auf der Reise bin ich ohne Geld auch durch das Tauschprinzip gereist, hatte nie gebettelt. Zum Beispiel einen Witz erzählen gegen Brötchen!

Wie groß ist das Tausch-Bedürfnis der Menschen?

Ich habe gespürt, dass viele Menschen Spaß am Tauschen haben. Man muss sich zum Tausch auf den anderen einlassen und seinen Gegenstand, mit dem des anderen, abwägen und Handeln. Das macht viel Spaß!

Welche Bedeutung hat für Sie, nach dieser Erfahrung, heute der Besitz von Dingen?

Ich bin Minimalist und besitze wenige Dinge. Das fühlt sich einfach gut an, nicht zu viel Krempel zu haben.

Weiterhin haben sie mit einem Tretroller Deutschland durchquert: 2.500 Kilometer von Nord nach Süd in 81 Tagen und 15 Kilo leichter. Wie haben Sie unser Land und die Leute kennen gelernt?

Das war eine Reise durch Deutschland im Schneckentempo. Gut mal alles zu sehen, ohne daran vorbei zu rauschen. Für mich war es eine tolle Erfahrung, alle Regionen im Detail zu sehen. Man sollte bei allen Weltreisen sein Heimatland nie aus dem Auge verlieren!

Auch Amerika war ein Ziel von Ihnen. Innerhalb von 50 Tagen haben sie alle 50 Staaten der USA in einem Campervan durchquert. Wie haben Sie Trump-Country erlebt?

Amerika ist eigentlich mehr ein Kontinent. 50 Staaten unterscheiden sich generell stark voneinander. Deshalb plädiere ich immer dafür die USA nicht unter einem Label zu sehen, sondern die verschiedenen Strömungen, Regionen, Kulturen und Staaten zu betrachten. Da wird es natürlich kompliziert und man neigt schnell zu einer generellen Aussage über das Land. Ich habe sechs Jahre dort gewohnt und fand es immer toll, wenngleich auch kontrovers.

Was sind die elementarsten Einsichten Ihrer Reisen die Sie auch als Coach und Keynote Speaker an Ihr Publikum weitergeben?

Mein Hauptthema ist aus den Reisen heraus gewachsen und betitelt sich „Challenge-4-Change“, also seine Komfortzone verlassen, um zu wachsen. Reisen sind da ein gutes Mittel, aber man kann sich auch jeden Morgen vornehmen, etwas anders zu machen als die Routine es einem vorgibt. Und man ist schon aus der Komfortzone heraus. Dort wo es weh tut, wächst man und ich bin ein großer Fan davon. Mehr dazu auf meiner deutschen und englischen Seite: https://my-challenge-coach.de und https://my-challenge-coach.com

Was sind die essentiellsten Dinge, die der Mensch in der Welt in der Gegenwart und Zukunft verbessern muss?

Oh, da fragen Sie bitte den Dalai Lama, da bin ich noch nicht 😊

Tickets für die Veranstaltung bekommt ihr hier: konzertkasse.de/im-tauschrausch-um-die-welt-live-reportage-von-und-mit-michael-wigge-tickets/p561519.html

 

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