Hacker, Mörder, Politiker

Neue Fernsehserien im szene38-Check – DVD-Verlosung von „Hackerville“

In der Serie „Hackerville“ wird eine deutsche Großbank zum Opfer eines schweren Hackerangriffs. Das Bundeskriminalamt verfolgt eine Spur bis nach Rumänien. Foto: HBO Europe

Kaum jemand kann alles gucken, was Netflix & Co. anbieten. Manchmal passt das Genre nicht, manchmal fehlt die Lust, manchmal die Zeit. Wir stellen euch einige aktuelle Serien vor, von denen wir eine unter den szene38- und Serien-Fans verlosen. Viel Spaß. 

„Hackerville“

Timisoara, eine Stadt irgendwo im Westen Rumäniens.  Von hier aus wurde ein  massiver Hackerangriff auf eine deutsche Großbank gestartet. Lisa Metz, ambitionierte Expertin für Cyberkriminalität, wird auf den Fall angesetzt – und kehrt damit auch zurück in ihre Heimat. Doch die Zusammenarbeit mit den rumänischen Behörden und dem leitenden Ermittler Adam Sandor gestaltet sich schwieriger als erwartet. Die Suche nach dem Hacker offenbart zudem tiefe, dunkle und unerwartete Abgründe. „Hackerville“, in Timisoara, Bukarest und Frankfurt gedreht, überzeugt in der Darstellung eines aktuellen, authentisch umgesetzten Themas. Die guten Darsteller agieren in einem so noch nicht gesehenen Setting – und sprechen jeweils deutsch und Rumänisch. Im Vergleich zur bizarr-durchgeknallten Cypercrime-Serie „Mr. Robot“ ist „Hackerville“ deutlich ruhiger und realistischer inszeniert. Dafür gab es im Wettbewerbsbereich „Fiktion“ sogar einen Grimme-Preis.

Achtung, Verlosung: Szene38 verlost zwei „Hackerville“-DVDs (TNT Serie/HBO Europe) unter allen, die uns  eine Mail mit dem Kennwort „Hacker“ an redaktion@szene38.de senden. Es gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst! Also schnell sein lohnt sich. Die Gewinner werden daraufhin persönlich benachrichtigt. Teilnahme/Datenschutz

„M – Eine Stadt sucht einen Mörder“

Hochhäuser. Schnee rieselt herab. Ein  Mädchen, ohne Jacke, auf ihrem Weg nach Hause. Dort kommt sie an, geht wieder weg – und verschwindet. Der österreichische Regisseur und Drehbuchautor David Schalko („Braunschlag“ und „Altes Geld“) wagt sich an Fritz Langs Klassiker aus dem Jahre 1931 – und gewinnt. Sein kunstvoll inszeniertes, zitatengespicktes „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ (Universum Film) überträgt er ins Wien des Jahres 2018 und fügt aktuelle Bezüge auf die Flüchtlingskrise und den neuen Rechtspopulismus hinzu.

Die altbekannte „Peer-Gynt“-Melodie zwitschert durch das Schneegestöber. Viele Schauspielstars wie zum Beispiel Sophie Rois, Moritz Bleibtreu, Lars Eidinger, Udo Kier spielen stark auf. Schalko erschafft ein Österreich, in dem viele böse Menschen wirken und moralische Grundsätze oder ethische Bedenken nichts mehr wert sind. Das rote M, die rote Jacke und weitere rote Gegenstände prägen sich ein – und tauchen immer wieder auf. Eine mutige, klaustrophobische und auch trostlose Serie, die ihre Wirkung erzielt und Bilder einbrennt.

„El Chapo – Staffel 1“

Kolumbien, Kokain und Knarren sind ein immer wieder aufgekochtes, unzerstörbares Sujet. Nach der großartigen „Narcos“-Serie, die den Aufstieg Pablo Escobas zum mächtigsten Drogenboss Kolumbiens thematisierte, schickt Netflix auch „El Chapo“ (Polyband) alias Joaquín Guzmán  in den Kampf. Hier geht es um den berühmtesten Drogenboss Mexikos dessen Werdegang dem von Escobar ähnelt. Die Serie ist von vielen Vor- und Rückblenden sowie Ortswechseln geprägt. Reale Bilder und Fernsehausschnitte vermitteln Authentizität. Verschiedenen skrupellose Drogenbarone, der unermüdliche Einsatz von Polizei und DEA beherrschen das Geschehen, dass zwischen ruhiger und rasanter Erzählweise hin- und herpendelt.

Unterm Strich kann „El Chapo“ das hohe Niveau von „Narcos“ nicht halten, wird Fans von Gangster-Epen und Drogen-Dramen aber sicher dennoch erfreuen. Der echte El Chapo sitzt derweil in US-Haft – und war gar nicht zufrieden mit seiner filmischen Darstellung. Er droht über seine Anwälte mit einem millionenschweren Prozess. Es geht um seinen „guten“ Ruf und die die Rechte an seiner Lebensgeschichte.

„State of Play – Mord auf Seite eins“

Gute Serien kann man auch wiederveröffentlichen. Der 300-minütige BBC-Sechsteiler „State of Play – Mord auf Seite eins“ (Polyband) gehört dazu. Den Auftakt macht zum einen der Mord an einem jugendlichen Drogendealer in einem Hinterhof. Zum anderen der Tod einer jungen Frau in der Londoner U-Bahn. Ein Journalist untersucht die Geschehen und entdeckt Verbindungen die zum aufstrebenden Labour-Abgeordneten Stephen Collins führen. Zügig entwickelt sich in der britischen Miniserie eine verwickelte und vielschichtige Story. Privates, Politik, Presse und Wirtschaft spielen darin wichtige Rollen. Ein exzellentes Drehbuch von Paul Abbott (Unter anderem „Für alle Fälle Fitz“), mit David Yates ein renommierter Regisseur („Harry-Potter“, „Fantastic Beasts“/“Phantastische Tierwesen“-Filme und starke Schauspieler (unter anderem Hauptdarsteller Bill Nighy) machen „State of Play – Mord auf Seite eins“ zu einem komplexen, sehenswerten und abgeschlossenen Serienklassiker. Diverse Auszeichnungen, darunter drei Bafta-TV-Awards, belegen die Qualität.

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