„Totaler Wahnsinn!“ – Szene38
1. November 2016
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„Totaler Wahnsinn!“

DJ Hooligan legt seit 30 Jahren auf – am 5. November auch bei der Techno-Revival-Party im Stereowerk.

DJ Hooligan hat von seiner Single „Rave Nation“ 1994 pro Tag zwischen 12.000 und 16.000 Exemplare verkauft. Foto: Privat

Mitte der 90er Jahre landete Da Hool, auch bekannt als DJ Hooligan, zahlreiche Techno-Hits, legte in den größten Clubs und auf Festivals auf. Sein im Jahr 1997 veröffentlichter Track „Meet her at the Loveparade“ wurde ein weltweiter Hit und verkaufte sich bis heute rund sechs Millionen Mal! Am 5. November gastiert er bei der Techno-Revival-Party im Stereowerk, an der Böcklerstraße 30. Den spielt auch DJ-Superstar David Guetta gerne, der den Song mit 50 Cent sogar neu veröffentlichen wollte. Warum das nicht funktioniert hat, wie DJ Hooligan einst begann, warum der Bottroper nie seine Bodenhaftung verloren hat und über magische Momente, wenn alle Arme in die Luft gehen, spricht er im großen Interview mit szene38.

Du hast 1986, vor 30 Jahren, mit dem Auflegen begonnen. Warum?
Ich war immer ein großer Fan von Musik und habe schon als Jugendlicher mein letztes Taschengeld für Platten ausgegeben. Ich habe damals immer auf die ganzen Single-Neuerscheinungen gewartet und mich irgendwann für das DJ-Dasein begeistert. Während meiner Ausbildung als technischer Zeichner habe ich nebenbei zu Hause ein bisschen Platten zusammengemixt. Mit 18 Jahren habe ich dann die Möglichkeit bekommen, für ganz kleines Geld in einer kleinen Disco in meiner Heimatstadt Bottrop aufzulegen.

Was war die erste Single, die du dir gekauft hast?
Meine allererste Single war „Flash“ von Queen.

Wer waren damals deine musikalischen Helden?
Da ich in den 80ern aufgewachsen bin, bin ich auch mit dem ganzen Synthi-Pop großgeworden. Ich fand Depeche Mode schon immer geil. Ich hatte früher immer Poster von ihnen in meinem Zimmer hängen. Generell mag ich fast alles, was aus den 80ern stammt. Die Musik war in den 70ern vor allem bestimmt von Gitarren, von Rock und allem, was im Radio lief. Dieser neue 80er-Sound war ganz frisch und neu, den hattw man bis dahin noch nicht gehört. Synthetische Musik mit neuartigen, schrägen, bis dahin nie gehörten Sounds. Die haben mich damals ziemlich beeinflusst und geflasht. Die finde ich auch heute noch geil.

Du warst damals also ein kleines Pop-Schwein?
Ich war kein Pop-Schwein, ich war jung, zwölf Jahre alt. Ich finde, wenn man so jung ist, macht man sich noch keine Gedanken um Coolness und Stil. Man nimmt einfach nur die Musik auf, die man hört.

In den 80ern war noch alles erlaubt, es gab keine Genre-Grenzen …
Ja, die Musik ist heute oft mit Vorurteilen behaftet. Hörst du das, bist du uncool. Was ich oft merke: Wenn Leute auf irgendwelchen Veranstaltungen breit sind, nehmen sie einfach nur noch Musik wahr, wie sie ist. Sie können sich gar nicht mehr dagegen wehren – die Musik macht dann Stimmung. Sie hören dann auch Sachen, die sie im klaren Zustand nicht hören würden. Das gilt vor allem für Berliner. Da denken viele, sie hätten die Musik erfunden. Alles was nicht aus Berlin kommt, ist total uncool.

Kamen bei dir nach Depeche Mode auch irgendwann Kraftwerk? Wie bist du dann zur elektronischen Musik gekommen?
Ich fand ja Depeche Mode auch deswegen geil, weil sie so erfrischend anders waren. Weil sie auch herumexperimentiert haben, fernab des Mainstreams. Die Band hat Sachen mit industriellen Klängen und Samples versucht. Das fand ich schon immer gut – wenn man gegen den Strom schwimmt. Ich war aber nie ein Kraftwerk-beeinflusster Mensch. Das liegt vielleicht auch daran, dass es noch ein bisschen vor meiner Zeit lag. Die sind in den 70ern entstanden und ich hatte das damals gar nicht so auf dem Schirm. Kraftwerk waren natürlich die Pioniere der Technomusik, haben mich aber persönlich nicht so beeinflusst.

Was hast du als Jugendlicher in der „Dorfdiskothek“ in deiner Heimatstadt Bottrop aufgelegt?
Ich habe damals alles gespielt von Rick Astley bis Rap. Das musste man. Und dann kam natürlich die Zeit, wo es losging mit Techno – das hat mich total gepackt. Ich habe so Ende der 80er Jahre angefangen, viel Techno aufzulegen – eigentlich schon, als diese Welle losging. Richtig energetischer Technosound. Ich habe natürlich versucht, das den Leuten aufs Auge zu drücken (lacht). Der Geschäftsführer fand das aber nicht so prickelnd, weil in einem kommerziellen Laden sollten ja alle zufrieden gestellt werden. Das war der Beginn meiner Technozeit und das Ende meiner Dorfdisco-Zeit. Interessanterweise wollte mich der Typ, der mirdamals nahegelegte, den Laden zu verlassen, mich dann später für eine Veranstaltung in einer anderen Diskothek buchen, als ich meine größten Erfolge hatte. Cʾest la vie.

Du hast schon in den frühen 90ern mit dem Produzieren angefangen und die Single „Harder and Deeper“, die ein Clubhit wurde, veröffentlicht. Wie würdest du die Ursprünge der deutschen Technoszene beschreiben?
Ich war DJ, hatte aber auch immer die Vision, etwas zu produzieren. Es war die Zeit, in der auch DJs Musik machten – und damit erste große Erfolge in den Charts hatten. Dazu hatte auch ich große Lust und fing an, zu produzieren. Ich habe anfangs ganz viele Demos gemacht und verschickt – habe aber darauf nie eine Antwort oder Absagen bekommen. Trotzdem bin ich immer dran geblieben. Ich hatte diesen Traum: Ich möchte Musik machen. Ich möchte einmal eine eigene Platte veröffentlichen. Irgendwann habe ich „Harder and Deeper“ aufgenommen. Die Nummer lief ganz gut – von da an ging es für mich kontinuierlich nach oben. Ich habe einfach immer weiter gemacht. Die deutsche Technoszene ist stetig gewachsen und ich war mit dabei. Alles wurde größer, die Leute kamen nicht mehr an mir vorbei. Dann kam die erste „Mayday“, das erste Etappenziel. Die war ein Meilenstein, ein Multiplikator für mich. Dann kannte dich jeder – und jeder wollte dich haben. So ging es immer weiter bergauf für mich.

Wann war der Zeitpunkt, an dem du gesagt hast, jetzt habe ich es geschafft? Jetzt kann ich als DJ und Produzent meinen Lebensunterhalt bestreiten?
Ich war ja hauptberuflich technischer Zeichner und wollte eigentlich nach meiner Ausbildung Maschinenbau studieren. Irgendwie kam ich dann aber in den Gewissenskonflikt: willst du jetzt Musik machen oder studieren? Aber ich musste ja irgendwas machen, weil ich von der Musik nicht leben konnte. Deswegen habe ich zweigleisig gedacht. Während meiner Bundeswehrzeit habe ich mich entschieden, doch nicht zu studieren. In der Zeitung habe ich dann eine Annonce entdeckt: „Beamter des allgemeinen Vollzugsdienstes in der JVA Essen“ gesucht. Ich habe mich darauf beworben und den Job bekommen. Ich habe noch zwei Jahre als Beamter gearbeitet und in dieser Zeit meine DJ-Karriere nebenbei vorangetrieben. Es wurde immer erfolgreicher. Und irgendwann haben natürlich auch die ganzen Major-Plattenfirmen die ganzen Technothemen entdeckt. Ich habe 1994 auch ein Angebot von East West/Warner Music bekommen. Das war der Zeitpunkt, an dem ich aufgehört habe, einem „normalen“ Beruf nachzugehen. Seitdem mache ich hauptberuflich Musik. Und „Rave Nation“, die erste Nummer, die ich als Single gemacht habe, ging dann auch direkt in die Charts auf Platz 16. Mit damals 230.000 verkauften CDs. Totaler Wahnsinn! Zwischen 12.000 und 16.000 verkaufte Exemplare pro Tag! Leider sind wir knapp an Gold gescheitert, Gold gab es damals erst ab 250.000 verkauften Singles.

Hast du die Songs noch Zuhause im Wohnzimmer produziert?
„Rave Nation“ habe ich alleine bei mir Zuhause produziert. In meinem alten Kinderzimmer, bei meinen Eltern (lacht). Obwohl ich in der Zeit auch mit Tony Catania, der zeitgleich mit Scatman John seinen ersten internationalen Hit produzierte, zusammengearbeitet habe. Die „Rave Nation“-Single habe ich aber komplett alleine auf einem Atari-Computer oben in meinem Zimmer gemacht. Oben bei Mutti (lacht).

Hast du gedacht: jetzt bin ich ein Popstar?
Ich war natürlich überglücklich, weil ich zu dem Zeitpunkt gewusst habe, dass ich das richtige getan habe. Ich war plötzlich in der Bravo, im Fernsehen, bei Bravo-TV und sogar im ZDF-Fernsehgarten (lacht)! Ich habe mich eigentlich nicht verändert, aber die Welt um mich herum hat sich verändert. Ich habe früher die Bravo gelesen und plötzlich war ich selbst da drin. Das war eigentlich unvorstellbar, surreal. Auf mich haben damals sogar Teenies aus Essen auf der anderen Straßenseite gewartet.

Hast du nie die Bodenhaftung verloren?
Natürlich habe ich es genossen, wer ist schon nicht gern erfolgreich? Ich bin aber immer auf dem Boden geblieben. Das finde ich heute noch wichtig. Ich mache natürlich nicht den Job, den jeder macht. Im Endeffekt bin ich aber auch nichts Besseres als der Typ, der bei McDonalds Kaffee kocht. Ich habe noch immer meine Freunde von früher – und das sind auch die wahren Freunde. Die, die nicht immer „ja“ sagen. Leute, die mir auch mal die Meinung sagen. Mit denen bin ich immer noch unterwegs.

Was ihn immer noch antreibt sind die lachenden Gesichter der Menschen. Menschen mit seiner Musik glücklich zu machen. Diese ganz besondere Stimmung auf der Tanzfläche. Foto: Veranstalter
Was ihn immer noch antreibt sind die lachenden Gesichter der Menschen. Menschen mit seiner Musik glücklich zu machen. Diese ganz besondere Stimmung auf der Tanzfläche. Foto: Veranstalter

Zwischen 1994 und 2001 hast du jedes Jahr eine neue Single nachgelegt, mit der du in den Charts warst. Wie hast du das hinbekommen?
Ich habe einfach gemacht (lacht). Ich habe Musik gemacht und es hat funktioniert. Das Erfolgsrezept ist: Immer dranbleiben. Egal, wie viele Niederschläge, wie viele Rückschläge man erlebt, einfach immer weiter machen. Das war eine gute Zeit – vor allem, als ich 1997 meinen größten Hit „Meet her at the Loveparade“ gemacht habe. Es war mein weltweit größter Hit und ist auch meine Renten- und Altersvorsorge. Ich habe davon bis heute sechs Millionen Platten verkauft! Der Song war in Deutschland auf Platz 4 der Charts und in Frankreich auf Platz 3. Es war ein weltweiter Clubhit, der auch in die Charts in England und in den Dancecharts in Amerika auf 1 ging. Sogar in Australien und Südafrika wurde der Song veröffentlicht. Die Ironie des Schicksals: Als ich damals meinen Major-Deal hatte, habe ich „Meet her at the Loveparade“ Warner als neue Single angeboten. Die wollten den Song aber nicht veröffentlichen. Die haben gesagt, es gefällt ihnen nicht, ich sollte was anderes machen. Ich habe die Nummer dann noch mal im Auto gehört und gedacht: „Geil, die muss raus!“ Ich habe es dann noch woanders angeboten, aber keiner wollte die Nummer machen. Dann habe ich es halt selbst gemacht. Erst als ganz kleine Vinyl-Edition mit 4.000 Platten, die ich unter DJs verteilt habe. Die haben es dann gespielt – und es ist was passiert. Das war ein unglaublicher Hype. Bonzai Records, ein belgisches Plattenlabel aus Antwerpen, wollte die Nummer für Belgien, England und Frankreich lizensieren. Und dann ging es richtig ab. Die Single war plötzlich in allen Charts. Als die großen Firmen in Deutschland gemerkt haben, dass die Nummer funktioniert und durch die Decke geht, kamen natürlich alle an und wollten „Meet her at the Loveparade“ haben.

Da es über dein Label veröffentlicht wurde, bekommst du bis heute auch alle Einnahmen?
Ja, im Endeffekt landet alles bei mir. Das war ein Glücksgriff, sozusagen meine Altersvorsorge.

Eigentlich brauchst du also nicht mehr zu arbeiten?
Ich bin nicht David Guetta …

Aber es läuft bei dir?
Ja, ich kann mich nicht beschweren (lacht). Aber ich könnte jetzt nicht nichts tun. Im Sommer halte ich mir zwar sehr oft ein Wochenende frei, aber ich lege weiterhin auf. Es ist einfach geil, an einem Samstag bei 30 Grad in der Sonne zu sitzen und zu wissen, du musst heute Abend nicht mehr raus. Chillen, grillen, ein Schlückchen trinken. Einfach super. Wenn ich aber ein paar Wochenenden Zuhause bin, dann denke ich aber: jetzt muss ich wieder raus, jetzt muss ich wieder auflegen. Ich bin nie länger als drei Wochen am Stück „Giglos“.

Auch David Guetta legt „Meet her at the Loveparade“ auf.
Ja, der wollte den Song vor vier Jahren sogar für sein Album remixen. Ich habe mit David Guetta damals telefoniert: „Brother, I need to speak to you“, meinte er zu mir. Er wollte „Meet her at the Loveparade“ neu machen mit Raps von 50 Cent. Ich war erst einmal total geflasht. Wir haben dann mit Guetta eine fifty-fifty Deal gemacht – und er hat das neu produziert. 50 Cent hat einen ganz inspirationslosen Text darübergerappt, der vielleicht noch irgendwie funktioniert hätte. Das Problem war aber, dass er Teile eines alten B.I.G.s Song benutzt hat, die das Plattenlabel nicht freibekommen hat. Daran ist das leider gescheitert. Das wäre sonst echt fett gewesen, aber ist halt nicht passiert. Solche Sachen begleiten dich halt immer in der Musik. David Guetta spielt meinen Song aber trotzdem immer gerne beim Tomorrowland, es ist eins seiner Lieblingslieder. Er hat die Nummer 2006 für ein französisches Label, zusammen mit seinem damaligen Produzenten, remixt.

Beneidest du Guetta, Tiesto, Calvin Harris und andere DJ-Superstars und Großverdiener um ihre Millionen-Gagen? Was unterscheidet sie von dir?
Ich glaube, dass ich vor 15 Jahren einiges hätte anders machen sollen oder müssen. Dann wäre ich jetzt wahrscheinlich auch ganz woanders. Die haben zum Beispiel viel eher angefangen, mit Management und Marketing zu arbeiten. Ich habe mich nie darum gekümmert, weil ich nie Bock darauf hatte. Man sieht, was daraus resultieren kann, wenn man das macht. Da gehört ja auch harte Arbeit zu. Also beneiden tue ich die nicht. Im Gegenteil: Ich sehe das eher als totalen Ansporn, was man erreichen kann, wenn man fleißig ist. David Guetta ist ja das beste Beispiel: Er ist zwar schon „alt“, aber, nicht zu alt, um erfolgreich Musik zu machen. Du bist immer so lange angesagt, wie deine Musik bei den Leuten ankommt. Es ist auch viel Neid dabei. Das ist so ein typisch deutsches Phänomen – da gönnt der eine dem anderen nichts. Hat man ja auch bei Tomorrowland gesehen: Alle schimpfen über David Guetta, aber alle die über ihn schimpfen, würden am liebsten dort oben hinter dem DJ-Pult an seiner Stelle stehen. Da kann mir keiner erzählen, dass er nicht gerne so einen Erfolg hätte.

Was ist das Besondere an dem seit 2005 stattfindenden Open-Air-Musikfestival Tomorrowland?
Das magischste am Tomorrowland ist, dass jeder hinwill, aber keiner hinkommt (lacht). Das ist ja so exklusiv und streng, die Karten sind limitiert. Klar es sind 18.000 Leute da, aber da kommen Leute teilweise für einen Tag aus Südafrika, Australien oder Brasilien angereist. Für einen Tag zahlst du viel Eintrittsgeld, aber die Menschen sind glücklich, dass sie überhaupt dabei sein können. Dass sie das große Glück hatten, das Ticket ergattert zu haben und dementsprechend schaust du in zufriedene Gesichter. Jeder feiert und dementsprechend ist die Stimmung. Das kann man mit keiner anderen Großveranstaltung vergleichen. Das Tomorrowland ist immer etwas Besonderes.

Was sind für dich die schönsten Momente, wenn du vor so einer großen Crowd auflegst?
Was mich immer antreibt, ist, die lachenden Gesichter der Menschen zu sehen. Menschen mit seiner Musik glücklich zu machen und die Arme oben zu sehen. Diese besondere Stimmung. Es gibt nichts Schlimmeres für den DJ, als stehende Menschen auf einer Tanzfläche. Das macht mich jede Woche, jedes Mal wieder an – egal, ob ich auf großen Veranstaltungen oder in kleinen Clubs spiele – wenn die Leute deine Musik feiern, sie begreifen. Dann geht mir einer ab (lacht). Es fühlt sich an, wie bei einem Fußballspieler, der im WM-Endspiel das entscheidende Tor schießt.

Gab es Momente, wo die Leute bei dir nicht gefeiert haben?
Selten, weil ich ja gute Musik mache (lacht).

Erlebst du momentan auch eine zweite Wiederauferstehung?
Ja, wobei ich nicht der Da Hool von „Meet her at the Loveparade“ sein möchte. Ich arbeite natürlich an aktuellen Sachen: Meine neue Single und mein neues Album, an dem ich schon seit zwei Jahren arbeite, kommen bald raus. Das ist auch ein langer Prozess. Ich bin sehr selbstkritisch, bis mir ein Song gefällt. Klar, ich und wir sind Teil der Geschichte, das ist auch schön, aber nur auf die alten Sachen reduziert zu werden, ist nicht mein Bestreben. Ich möchte schon aktuelle Sachen am Start haben. Da arbeite ich hart dran. Meine neue Single heißt „On a trip“, die habe ich mit einem Sänger aus New York gemacht. Die lief schon letztes Jahr als Soundtrack zum Kinofilm „Abschussfahrt“.

Am 5.11. legst du bei We are Legend Party in Braunschweig u. a. mit Jens Mahltstedt und Talla 2XLC auf. Wie ist es, auf so einer Techno-Revival-Party aufzulegen? Wie sieht dein DJ-Set aus?
Ich lege da nur alte Sachen auf, nur Classics. Im Moment ist da wieder so ein weltweiter Hype an „alten“ DJs und Classic-Veranstaltungen. Nächste Woche spiele ich auch in Dublin und in Ungarn, in Australien war ich kürzlich. Im Moment kehrt das alles zurück. Viele 90er Partys. Das ist halt so Hype. Die Veranstaltungen sind auch voll. Das ist ganz gut für die alten DJs, die lange nichts gemacht haben oder komplett raus waren. Jetzt sind diese alten Namen auf einmal wieder aktuell. Ich habe nie ein 60- oder 90-Minuten-Set, bei dem ich immer dieselbe Reihenfolge spiele. Das entscheide ich immer spontan nach der Stimmung und dem Laden. Ich weiß natürlich, wofür ich gebucht wurde, spiele die Sachen von früher, aber nichts von früher, das die Leute schon früher nicht hören wollten. Die wollen natürlich die Hits hören. Es ist auf jeden Fall ein Gänsehautfaktor, wenn man Songs auflegt, mit denen alle etwas verbinden, was sie vor 20 Jahren erlebt haben.

 

Christian Göttner, Maria-Magdalena Reszkowski

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