Bella Italia auf dem Bunker

Das Flamingo Rosso hebt ab mit italienischer Küche und Blick über die Dächer Braunschweigs

Das Thekenteam des neuen Flamingo Rosso bei der VIP-Eröffnung am Donnerstagabend. Foto: Holger Isermann

Der Bunker am Kalenwall, der zwischen 1940 und 1941 erbaut wurde, beherbergt heute drei der angesagtesten Partylocations Braunschweigs: Die stilvolle, authentisch-abgerockte Bar Lindbergh Palace, die coole VIP-Mini-Bar Cave Noire und den schicken, genau vor einem Jahr runderneuerten und wiedereröffneten Club 42 Fieber. Jetzt kommt mit dem Flamingo Rosso am Samstag, 3. September, eine vierte Location dazu – und neue Bewegung in den Bunker, der nach dem Krieg als Entlausungszentrale und als Notunterkunft für Flüchtlinge genutzt wurde. Später wurde dieser umgebaut und im Oktober 1958 als Lido-Filmtheater, dessen Name noch heute das Gebäude schmückt, eröffnet. Ein Gebäude mit langer, bewegter Geschichte, das nun wieder Auftrieb bekommt.

Von Monkey Rosé bis Flamingo Rosso: die beiden Gastronomen Lars Nussbaum und Oliver Strauß. Foto: Holger Isermann
Von Monkey Rosé bis Flamingo Rosso: die beiden Gastronomen Lars Nussbaum und Oliver Strauß. Foto: Holger Isermann

Einmal mehr hat das kreative und mutige, umtriebige und grundverschiedene Braunschweiger Gastronomen-Duo Oliver Strauß und Tim Lemke, das unter anderem noch das Schwanensee, Pantone, Gewandhaus, Stereowerk und Sonnendeck Süd betreibt, einen Coup gelandet. Mit dem Flamingo Rosso haben sie vom Start der Projektplanung bis hin zur Eröffnung ihr bis dato umfangreichstes gastronomisches Vorhaben umgesetzt. Nach fünf Jahren Konzeptions-, Planungs- und Bauzeit lässt der ungewöhnliche Gastro-Vogel nun endlich sein rosafarbenes Gefieder auf dem Dach des Bunkers am Kalenwall leuchten. „Wir haben viele Jahre an dem Konzept gearbeitet, es dabei auch einige Male immer wieder modifiziert“, erläutert Inhaber Oliver Strauß rückblickend – und auch erleichtert, dass es nun endlich losfliegt.

Ein Gin zur Begrüßung. Foto: Holger Isermann
Eine Gin-Kreation zur Begrüßung. Foto: Holger Isermann

Im Vordergrund steht traditionelle italienische Küche, ganz speziell original neapolitanische, kombiniert mit einem modernen Bar-Konzept für das gediegene Nachtschwärmer-Publikum: Eingeläutet werden die Abende (Dienstags bis samstags jeweils ab 18 Uhr) in der neuen Gastronomie bei Pizza & Co. Am Wochenende (freitags und samstags) werden zu später Stunde die Tische beiseite geschoben – und es kann ausgelassen („zu 80er und 90er, Evergreens, House und aktuellen Hits“ – getanzt werden. Die italienische Küche ist dabei eigentlich einem Zufall entwachsen: Strauß lernte den leidenschaftlichen Pizzabäcker Emanuele Piacevole kennen, der vor rund drei Jahren nach Deutschland kam und zunächst im Monkey Rosé arbeitet – an dem die Inhaber ebenfalls beteiligt sind. „Das Konzept hat sich dann in gemeinsamer Arbeit weiterentwickelt“, betont Strauß.

Zur VIP-Eröffnung hatte DJ Totsen die Ehre. Foto: Holger Isermann
Zur VIP-Eröffnung hatte DJ Totsen die Ehre. Foto: Holger Isermann

Piacevole präsentiert im Flamingo Rosso Bella Italia: Original neapolitanische Pizzabäckerei, Antipasti, Lachstatar, diverse Vor- und Nachspeisen und einiges mehr. Dazu gibt es eine ausgewählte Karte mit italienischen Weinen, speziell entwickelte Cocktails und je nach Saison wechselnde, selbstgemachte Eistees, zum Beispiel mit Basilikum und Lavendel. All-Time-Favorites wie Havanna-Cola und Wodka-Red-Bull sind natürlich ebenfalls zu haben. In puncto hochprozentige Spirituosen konzentriert man sich auf ausgewählte Premium-Gin-, -Rum- und -Whiskey-Sorten.

Hoch über den Dächern Braunschweigs. Nicht umsonst trägt das Flamingo Rosso den Beinamen "The Rooftop Club". Foto: Holger Isermann
Hoch über den Dächern Braunschweigs. Nicht umsonst trägt das Flamingo Rosso den Beinamen „The Rooftop Club“. Foto: Holger Isermann

Ein echter Genuss ist natürlich auch der schöne und weite Blick über die Dächer der Stadt. Die im obersten Stockwerk des Kalenwall-Bunkers gelegene Fläche war schon lange Grundlage für gastronomische Pläne, die Erschließung erwies sich jedoch als echte Herausforderung. Unter anderem musste eine aufwendige Außen-Treppenkonstruktion angefertigt werden. Kostenpunkt: Mehrere 10.000 Euro. Apropos Investition: Der liegt im höheren sechsstelligen Bereich. In dem Objekt steckt nicht nur reichlich Herzblut – sondern auch viel Kapital. Und das sieht und fühlt man in der Ausstattung und im Design: Die neuen Räumlichkeiten sind hochwertig, gemütlich, außergewöhnlich. Gesetze Farben, geerdete Materialien wie Eichenholz und Naturstein, skurrile, edle Lampen. Die Sitzgelegenheiten hat Strauß selbst entwickelt und individuell anfertigen lassen. Lässige, markante Bilder geben dem Interieur zusätzliche Atmosphäre.

Das Interieur überzeugt mit viel Liebe zum Detail. Foto: Holger Isermann Das Interieur überzeugt mit viel Liebe zum Detail. Foto: Holger Isermann
Das Interieur überzeugt mit viel Liebe zum Detail. Foto: Holger Isermann

Der Eintritt abends (ab 18 Uhr) ist stets frei, zum Club-Betrieb – an den Wochenenden etwa ab 0 Uhr – wird ein Eintritt erhoben (Achtung: Bei den Partys gilt ein Mindestalter von 25 Jahren). Im Innenbereich finden 50 Personen, im Außenbereich 40 Personen Platz. Bei Partys kommen bis zu 190 Nachtschwärmer zusammen. Eine Garderobe ist vorhanden. Gestartet wird im Flamingo Rosso am Samstag, 3. September, ab 18 Uhr. Weitere Informationen gibt es bei Facebook unter www.facebook.de/flamingorossobs, Reservierungen werden ab der Eröffnung entgegengenommen. Möge dieser einzigartige Vogel lange leben. Flamingos erreichen immerhin ein Alter von mehr als 70 Jahren – in guter menschlicher Obhut.

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