7. Juli 2015
Szene-News

Wenn der FC Bayern anfragt: Rapper Teesy im Raffteichbad

Chimperator vergleicht er mit dem FC Bayern: Am Sonnabend ist Rapper Teesy in Braunschweig auf der Bühne. Foto: Marco J. Schöler / oh.

Am Sonnabend (11. Juli) steht im Raffteichbad das „N-JOY The Beach“-Open-Air auf dem Plan. Neben Madcon und Joris ist auch Toni Mudrack alias Teesy mit dabei. Die Löwenstadt kennt der gebürtige Berliner bisher nur von einem Zivilehrgang – das wird sich nun ändern. Musik bestimmt das Leben des des RnB-Rappers, der Teil von Chimperator ist. Bekanntester Musikexport des Independent-Labels: Cro. szene38 sprach mit Teesy über sein musikalisches Schaffen und neue Pläne.

2011 hast du deine erste EP veröffentlicht. Dachtest du damals schon daran, mit der Musik dein Geld zu verdienen?
Nicht so richtig, trotzdem war irgendwie es schon mein Ziel. Schon 2005 hatte ich den Gedanken, damit vielleicht irgendwann meinen Lebensunterhalt zu verdienen. So verrückt es damals auch klang.

Was war dein Antrieb, Musik zu machen?
Einfach nur Bock. Ich habe jeden Tag Musik gemacht, das kam wie eine Berufung in mein Leben. Was hatte ich vorher eigentlich gemacht? Plötzlich ging es nicht mehr ohne. Musik nimmt bei mir einen übergeordneten Stellenwert ein.

Du bist später bei dem Chimperator-Label gelandet. Wie kam es dazu?
Durch Kaas von den Orsons. Der war mal bei uns in Hamburg im Studio – wir haben ihm ein paar Sachen gezeigt, die haben ihm total gefallen. Er nahm sie schließlich mit nach Stuttgart zum damaligen Sitz von Chimperator. Dann hat man sich getroffen, der Rest war gute Managementarbeit.

Was waren die entscheidenden Argumente für Chimperator?
Die Fülle an Kanälen, die das Label besitzt, ist super groß. Mit unserem damaligen kleinen Label hatten wir da nicht mithalten können. Die Schritte – die wir jetzt in zwei Jahren gemacht haben – für die hätten wir vermutlich fünf gebraucht. So eine Chance tut sich nur einmal auf. Wenn ich ein Angebot vom FC Bayern bekomme, dann nehme ich das an. So eine Anfrage kommt nur einmal.

Wie stelle ich mir deinen Alltag zurzeit vor?
Im Moment spielen wir viel Livegigs. Freitags bis sonntags sind wir zurzeit unterwegs, spielen zwei bis drei Festivals. In der Woche ruhe ich mich aus und arbeite an meinem neuem Album. So oder so dreht es sich bei mir immer um Musik.

Wann planst du, dein neues Album zu veröffentlichen?
In der ersten Hälfte des nächsten Jahres, wir haben allerdings noch keinen konkreten Termin. Es ist immer etwas hektisch wenn man erst den Releasetermin festsetzt und dann das Album fertig macht. Also machen wir erst das Album fertig und verkündigen dann das Release. Ich habe schon einige Skizzen und Demos fertig, bin schon sehr zufrieden.

Dein Debütalbum heißt Glücksrezepte. Wer oder was inspiriert dich denn beim Texten?
Alles um mich herum, meine gesamte Umgebung. Wenn es eine schöne Geschichte von Freunden ist oder etwa auch aus Filmen, wenn ich unterwegs etwas sehe – dann bin ich inspiriert und schreibe los.

Du spielst am Sonnabend bei N-JOY The Beach. Sind dir Open Airs lieber, oder Clubgigs?
Beides. Auf Tour im Januar war es sehr schön, weil es auch ein bisschen privater ist und man am Publikum näher dran ist. Alle Leute sind deinetwegen da, hören zu. Beim Festival muss man sich die Leute manchmal erst erspielen. Insgesamt ist es dafür super angenehm: Wir spielen Konzerte mit bis zu 15.000 Menschen, spielen dabei irgendwie mehr als wir spielen dürften, und das ist total geil.

Wie erspielt man sich die Leute?
Durch Sympathie und eine Dramaturgie im Set. Ich versuche einen Nenner zu finden. Überlege: Wo sind wir heute, was könnte die Leute interessieren. Das sind eher so kleine Sachen.

Hast du musikalische Vorbilder?
Auf jeden Fall Marteria. Ansonsten suche ich ganz grundsätzlich immer nach Gänsehaut. Die ist zurzeit leider nur bei Max Herre gegeben, finde ich. Viele deutsche Künstler können live richtig gut abgehen, bei wenigen fragt man sich allerdings: Alter, was geht hier gerade ab?

Du bist Teil der von dir selbst benannten „Generation Maybe“. Wie tickt die?
Genau, die 20 ist die neue 30 Generation. Wir haben alle Möglichkeiten, müssen uns nicht entscheiden. Wir wissen manchmal gar nicht wohin, wissen gar nicht, was es alles gibt. Die Fülle an Möglichkeiten ist so riesig, dass man sich gar nicht traut, etwas auszuwählen, weil man denkt, etwas zu verpassen.

Geht es dir da ähnlich?
Mir geht es tatsächlich ähnlich. Ich mache mit der Musik jetzt erst einmal was ich kann. Mein „Hoch“ nehme ich mit, reite so lange auf der Welle wie es geht.

Welche Projekte stehen für dich als nächstes an?
Jetzt kommt erst einmal das „Cro – MTV Unplugged“ raus, da bin ich als Backgroundsänger sowie im Rahmen eines gemeinsamen Songs mit Max Herre dabei. Dann natürlich das neue Album und die Tour im Herbst.

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