15. Februar 2015
Szene-News

Terrorwarnung: Absage des Braunschweiger Karnevalsumzuges – Oberbürgermeister wirbt für Zusammenhalt

Absage des Karnevalsumzuges: Hunderte Polizisten informierten über die Terrordrohung. Foto: Philipp Ziebart.

Die Polizeidirektion Braunschweig sagte den für heute geplanten Braunschweiger Karnevalsumzug in Abstimmung mit dem Oberbürgermeister Ulrich Markurth und dem Zugmarschall Gerd Baller kurzfristig ab. „Aus zuverlässigen Staatsschutzquellen war bekanntgeworden, dass eine konkrete Gefährdung durch einen Anschlag mit islamistischem Hintergrund vorliege“, heißt es von der Polizei.

Die Polizei selbst ist mit Streifenwagen in der Stadt unterwegs und informiert: „Bitte verlassen Sie umgehend die Umzugsstrecke. Der Braunschweiger Karneval fällt in diesem Jahr aufgrund von akuter Terrorwarnung aus. Bitte gehen Sie sofort nach Hause – dies ist kein Scherz.“

Die Polizei bittet alle Besucher der Umzugsstrecke, diese gar nicht erst aufzusuchen und gar nicht erst die Reise nach Braunschweig anzutreten. Auch einige Veranstalter von öffentlichen Karnevalspartys haben diese bereits abgesagt, darunter das Gewandhaus.

Partys in der Stadt: Viele Events finden trotzdem statt

Die Partys im Foyer 61, Sausalitos, Dax und im Tango etwa finden wie geplant statt. Pressesprecher Joachim Grande dazu: „Die Gäste können wie geplant die Partys in der Stadt besuchen. Die Absage betrifft den Karnevalsumzug – einen Einfluss auf die Partys hat dies nicht.“

Oberbürgermeister Markurth teilte mit, dass ab 14 Uhr alle Musikzüge, die am Umzug teilnehmen wollten, in der Stadthalle auftreten werden. „Wir werden weiter Karneval feiern“, sagte Markurth gegenüber dem NDR Fernsehen.

Auch im Bereich der Küchenstraße wurde ein verdächtiges Objekt untersucht. Foto: Philipp Ziebart.
Auch im Bereich der Küchenstraße wurde ein verdächtiges Objekt untersucht. Foto: Philipp Ziebart.

Keine Bomben gefunden

Thomas Geese, Polizei Braunschweig, bestätigte soeben: „Es wurden keine Bomben gefunden.“ Auch die Info mit der Schießerei – die durch das Internet kursiere – sei falsch. „Der Altstadtmarkt wurde von Bombenspürhunden abgesucht. Das ist eine ganz normale polizeiliche Maßnahme“, so Geese.

Aktuelle Informationen auf Pressekonferenz

Es wurde erläutert, dass es zwei konkrete Verdachtsmeldungen auf Gegenstände am Altstadtmarkt und am Bohlweg gab. Es habe sich um einen Karton in einer Mülltonne sowie auf einen auffällig abgelegten Gegenstand gehandelt. Polizeipräsident Michael Pientka sagte auf einer Pressekonferenz: „Beide Gegenstände wurden durch Sprengstoffhunde untersucht, die Verdachtslage konnte anschließend ausgeräumt werden.“

Die Information der Terrorgefahr würde von einem Zeugen stammen – die Drohung selbst sei nicht anonym gewesen.

Darüber hinaus wurde ein Strafverfahren zu der „Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“ eingeleitet. Festnahmen gab es bisher keine.

„Panikmache ist nicht angesagt“, ergänzte Pientka.

Lage entspannt sich

Mittlerweile hat die Polizei die Absperrungen in der Stadt aufgehoben – Straßen und Plätze sind wieder frei passierbar. „Wir stehen zusammen! Egal welche Kultur, welche Hautfarbe, welche Religion“, sagte Ulrich Markurth auf der Karnevalsveranstaltung in der Stadthalle. Er ergänzte: „Und bitte, seid vorsichtig mit kurzfristigen Schuldzuweisungen.“

Trotzdem werde weiter gefeiert. „Lasst euch die Fröhlichkeit und den Glauben an eine vielfältige, kulturell offene Gesellschaft nicht durch eine solche Sache vermiesen“, so der Oberbürgermeister.

Unter der Telefonnummer 0531-19200 hat die Polizei ein Bürgertelefon eingerichtet. Auch die Stadt Braunschweig bietet ein Bürgertelefon an: 0531-2345678.

Eine Bildergalerie mit Eindrücken des Tages gibt es hier.

Dieser Bericht wurde mehrfach aktualisiert, zuletzt um 20:10 Uhr.

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