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Students For Future Braunschweig: „Klimaschutz ist wichtiger als Klausuren!“

Die Studierenden der TU Braunschweig fordern mehr Solidarität und Unterstützung - und laden zur Vollversammlung ein.

"There is no plan(et) B." Die Bewegung Students For Future Braunschweig hat eine Vollversammlung einberufen, um über ihre Forderungen abzustimmen. Symbolfoto: Unsplash

"There is no plan(et) B." Die Bewegung Students For Future Braunschweig hat eine Vollversammlung einberufen, um über ihre Forderungen abzustimmen. Symbolfoto: Unsplash

Die globale Klima-Bewegung ist stets präsent. Ob medial oder hautnah: Weiterhin gehen Schüler freitags während der Unterrichtszeit auf die Straßen und protestieren für den Klimaschutz. Losgetreten wurde dies einzig und allein von Greta Thunberg. Auch bei uns in Braunschweig ist eine solche Bewegung zu beobachten. Und diese wächst: Die Students For Future ziehen mit. Nun haben die Studierenden der TU Braunschweig im Rahmen der Bewegung eine Vollversammlung einberufen. Denn sie fordern mehr Solidarität, mehr Unterstützung, mehr Aufmerksamkeit.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.“ Hunderte von Schülern zogen heute Vormittag an unserem BZV Medienhaus vorbei. Sie alle demonstrieren im Rahmen der Fridays For Future. Videocredit: Jaquelin Ohk#fridaysforfuture #fridays4future

Gepostet von Szene38 am Freitag, 15. März 2019

Students For Future

In den vergangenen Wochen gründeten sich an der TU Braunschweig, der HBK und der Ostfalia Gruppierungen, welche gemeinsam die Klima- und Umweltbewegung „Fridays for Future“ unterstützen. Zudem rufen sie Studierende ihrer Hochschulen dazu auf, sich an den Klima-Demonstrationen zu beteiligen.

Darüber hinaus fordert die studentische Gruppe Students For Future Braunschweig die Technische Universität dazu auf, mit Vorbildcharakter ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden und sich ebenfalls mit der Bewegung zu solidarisieren. Um dies zu erreichen, findet an der TU Braunschweig am Donnerstag, 11. Juli, um 15 Uhr eine Vollversammlung im Tentomax statt. Die Bewegung lädt alle Studierenden der Technischen Universität hierzu ein. 

Drei Fragen an …

Aus diesem Anlass haben wir mit Maria Conrad, Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit der Students For Future Braunschweig, gesprochen und sie nach ihrer persönlichen Einschätzung und Meinung gefragt.

Maria, was macht deiner Meinung nach „unsere“ Generation aus?

Ich glaube, sowas kann man immer erst halbwegs zufriedenstellend beantworten, wenn ein paar Jahre vergangen sind. Für mich fühlt sich diese Generation sehr heterogen an, sodass man eigentlich keine allgemein zutreffende Aussage darüber machen kann.

Mich persönlich hat geprägt, dass meine Eltern in der DDR aufgewachsen sind und obwohl sie unzufrieden mit dem System waren, nie etwas getan haben, um etwas daran zu ändern. Ich wäre stolz, wenn ich heute erzählen könnte, dass meine Eltern Teil der friedlichen Revolution waren oder irgendeine andere Form des zivilen Ungehorsams geleistet haben. Das ist kein Vorwurf an sie, aber ich will es eben anders machen. Ich würde meinen Kindern gern von der Revolution erzählen. Jeder von „uns“ hat glaub ich sehr persönliche Gründe, warum er oder sie etwas tut oder lässt.

Oftmals fühlt man sich wie ein kleines Rädchen, welches allein nichts bewirken kann. Warum haben wir deiner Meinung nach die Chance, aktiv etwas zu verändern?

Alle, die sich für umweltfreundliche Alternativen entscheiden, bewegen etwas. Manchmal fühlt man sich natürlich ein bisschen allein und das System macht es einem teilweise ganz schön schwer, im Alltag zu existieren, ohne den Planeten auszubeuten.

Der erste Schritt, um etwas zu verändern, ist in der Regel, an sich selbst und seinem eigenen Konsumverhalten zu arbeiten, indem man beispielsweise bestimmte Unternehmen boykottiert. Irgendwann kommt man dann immer an einen Punkt, wo man sich fragt „Warum gibt es diese Unternehmen überhaupt? Wozu brauchen wir die?“. Wir haben eigentlich nicht mehr genügend Zeit, um zu warten, bis sich im Bewusstsein jedes Einzelnen etwas geändert hat. Die Verantwortung liegt bei der Politik und bei den Konzernen. Der umweltfreundliche Weg sollte immer der einfachste sein. Momentan ist nachhaltiger Konsum allerdings stark an Privilegien geknüpft.

Was wir tun können, ist von unseren demokratischen Grundrechten Gebrauch zu machen und ein neues System zugunsten dieses Planeten einzufordern. Mittlerweile sind es auch ganz schön viele, die genau das tun. Und es werden immer mehr. Ich fühle mich nicht so allein und bedeutungslos.

Was sind deine ganz persönlichen Alltagstipps für den Umweltschutz?
  1. Mehrweg statt Einweg,
  2. Straßenbahn statt Auto fahren,
  3. Gebrauchtes statt Neuem kaufen und
  4. leere Konservendosen kann man super als Blumentöpfe verwenden.

Die Vollversammlung ist das höchste demokratische Gremium der Universität. Um diese überhaupt einberufen zu können, mussten 100 Unterschriften gesammelt werden – dieses Ziel wurde mit über 800 gesammelten Unterschriften weit überschritten. Ein solches Feedback spiegelt das aktuelle Interesse der Studierendenschaft an der Students For Future-Bewegung wieder. Um nun beschlussfähig zu sein, ist die Anwesenheit von 1.000 Studierenden am Donnerstag notwendig. Gemeinsam soll am Donnerstag über die Forderungen abgestimmt werden, welche Students For Future an die Technische Universität Braunschweig stellt.

„Insbesondere soll sich die TU mit der Ortsgruppe solidarisieren und den Studierenden die Möglichkeit geben, diese bestmöglich zu unterstützen, damit Umwelt- und Klimaschutz einen stärkeren Fokus im Universitätsalltag bekommen“, so das Statement. Zudem ruft die Bewegung auf: „Bring‘ dich ein – trotz Klausurenphase!“ 

Weitere Infos:

Und wieder zogen die Braunschweiger Schülerinnen und Schüler bei uns vorbei. 💪🏻 #fridaysforfuture

Gepostet von Szene38 am Freitag, 10. Mai 2019

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