Splash überzeugte mit Newcomern und Legenden – Szene38
16. Juli 2013
Szene-News

Splash überzeugte mit Newcomern und Legenden

Ebenfalls beim Festival vertreten: A Tribe called Quest. Fotos: dre

Ferropolis. Das Splash!, eines der wichtigsten und beliebtesten Hip-Hop-Festivals Europas, wird 16. Das Line-up – es liest sich wie die Wiedergabe meiner iTunes-Titelsammlung. Ein guter Grund, um für vier Tage gemeinsam mit 25 000 anderen Gästen nach Ferropolis aufzubrechen.

„Ich würde sagen, jetzt sind wir angekommen“, sagt ein Freund, als wir uns am Freitagmittag am Grill stärken und den Sonnenschein genießen. Bereits am Vorabend hat das Von-Null-auf-hundert-Wunderkind Kendrick Lamar eine fette Show abgeliefert. Insbesondere der Freitag verspricht einen „grünen Abend“ zu werden. Dendemann, dessen letztes Album schon ein paar Jahre zurück liegt, zeigt eindrucksvoll, dass er es immer noch „derbe drauf“ hat. Mit namhaften Support auf der Bühne ist er sich schnell sicher: „Ich wohne jetzt hier!“

Für vor Freude weinende Jungs sorgt die vor einigen Jahren aufgelöste und schließlich wiederbelebte Combo A Tribe Called Quest. „Scenario“, „Oh My God“, „Can I Kick It?“ – yes, you can! Die Crowd zeigt sich textsicher.

Viel Geld in die Hand genommen hat das Management vom Rostocker Marten Laciny, den Musikgenießern besser bekannt als Marteria oder Marsimoto. Am Abend ist er gleich in beiden Rollen am Start – lässt sich zum Einstieg aus der Menge auf die Bühne tragen. „Für mich geht ein Traum in Erfüllung“, freut sich der Rapper über seinen Auftritt auf der Hauptbühne zur Primetime Es wird gefeiert, „bis die Wolken wieder lila sind“ – und bis die Lichter von rot auf grün umsteigen sowie grüne Bengalos unterstreichen: Marsimoto ist jetzt an der Reihe. Mit technisch verstellter Stimme rappt er reitend auf einem Riesenjoint, holt schließlich noch MC Fitti auf die Bühne. Mit Sparta-Rufen und mehrfacher Wiederholung werden schließlich „die letzten 20 Sekunden“ gefeiert. Die tausenden Zuschauer, umrahmt von riesigen ausgemusterten und eindrucksvoll illuminierten Baggern rasten völlig aus. So soll es sein.

Nach einem ebenfalls feierlichen Sonnabend unter anderem mit Megaloh, den Orsons, Tyler, ASAP Rocky und Casper steuern wir auf das große Finale zu. Curse, KRS One, Blumentopf, John Legend, Just Blaze, Macklemore & Ryan Lewis: Ein würdiger Abschluss. Nach dem Auftritt von Rap-Legende KRS-One zeigen die Jungs von Blumentopf, dass sie das Freestylen auf keinen Fall verlernt haben.

Für eine romantische Ruhepause sorgt John Legend, der nicht nur den Frauen die Augen verdreht, sondern am Piano auch eine wirklich gute Figur abgibt.
Zum Abschluss wird er von einem US-Amerikaner abgelöst: Macklemore, der seit einiger Zeit musikalisch stets gemeinsam mit Musiker Ryan Lewis unterwegs ist. Ihr aktuelles Album „The Heist“ – von den internationalen Medien seit Monaten gefeiert – ist ohne die Rückendeckung von großen Labels im Eigenvertrieb entstanden. Die Songs sprechen ihnen aus der Seele, und das hört man.
Neben kleinen Plaudereien entwickelt sich das letzte Konzert einer mehrwöchigen Tour zu einem sehr emotionalen Finale, und natürlich einer starken Show. Macklemore weiß das zu schätzen: „Das Splash ist das beste europäische Festival.“ Um sich zum Abschluss dem Genre noch etwas anzupassen: Dieses Splash war ein Crash – es hat mich sowas von geflasht!

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