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Seit über 30 Jahren ist Vinyl erstmals begehrter als CDs

Rammstein, Sabaton Slipknot, Volbeat und Montreal rocken die aktuellen deutschen Vinyl-Charts

Volbeat, Metal-Band aus der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, steht bei deutschen Fans hoch im (Vinyl-)Kurs. Foto: Universal Music

Trotz Streaming-Booms ist Vinyl weiter heiß begehrt bei Musikliebhabern. Die Renaissance des „schwarzen Golds“ hält an beziehungsweise steigert sich: Zum ersten Mal seit über 30 Jahren ist Vinyl begehrter als CDs.

Platten sind rentabler als CDs

Das macht LPs zur rentabelsten Form analogen Musikvertriebs. Und der Rekordumsatz soll im Laufe des Jahres 2019 weiter zunehmen. Die Recording Industry Association of America (RIAA) berichtet dass Vinyl mehr als ein Drittel des Umsatzes mit physischer Musik ausmacht. In diese Statistik fließen auch Tonträger wie CDs und Kassetten mit ein. Im ersten Halbjahr 2019 wurden 224,1 Millionen US-Dollar für Vinyl ausgegeben, was circa 8,6 Millionen Einheiten entspricht. Im Vergleich dazu erzielten CDs mit 18,6 Millionen Exemplaren rund 247,9 Millionen US-Dollar.
Trotz dieser Zahlen ist Streaming immer noch die beliebteste Form des Musikkonsums. Vinyl machte im ersten Halbjahr 2019 nur schlappe 4% des Gesamtumsatzes aus, Streaming-Abonnenten stolze 62%.

Offizielle Deutsche Vinyl-Charts

Slipknot („We Are Not Your Kind”), Volbeat („Rewind, Replay, Rebound”), Sabaton („The Great War”) und Rammstein („Rammstein”): Die aktuelle Top 4 der Offiziellen Deutschen Vinyl-Charts, ermittelt von GfK Entertainment, liest sich wie ein Who is Who der (jüngeren) Rock- und Metalgeschichte. Und während die beiden erstgenannten Bands direkt an die Spitze stürmen, können sich letztere als einzige Acts neben Queen („Greatest Hits“, neun) und Ed Sheeran („No. 6 Collaborations Project“, 16) aus dem Vormonat herüberretten.

Montreal, New Model Army und die Orsons

Ein herunterfallender Blumentopf hätte fast das Ende von Montreal bedeutet. Doch die Punkgruppe überlebte den Beinahe-Unfall und bekam die Idee zu ihrem neuen Album „Hier und Heute Nicht“. An fünfter Stelle führt sie ein höchst abwechslungsreiches Quartett an, das von den Indie-Legenden New Model Army („From Here“, sechs), der Songschreiber-Formation Die Höchste Eisenbahn („Ich glaub dir alles“, sieben) und der HipHop-Crew Die Orsons („Orsons Island“, acht) ergänzt wird.

Der Braunschweiger Fabian Römer neu auf Platz 15

Zusammen mit Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen („Fuck Dance, Let’s Art“, zehn), der Rockband The New Roses („Nothing But Wild“, elf), den beiden Rappern Mädness („OG“, 13) und Fabian Römer („L_benslauf“, 15) sowie den Metal-Acts Destruction („Born To Perish, 14) und Equilibrium („Renegades“, 20) geht insgesamt die Hälfte der aktuellen Platzierungen an deutsche Künstler. Auf Rang 19 können Elektro-Fans noch einmal Abschied von Star-DJ Avicii nehmen – und mit ihrem Kauf der postum veröffentlichten LP „TIM“ gleichzeitig eine karitative Organisation unterstützen.

Die Offiziellen Deutschen Vinyl-Charts werden von GfK Entertainment im Auftrag des Bundesverbandes Musikindustrie e.V. ermittelt. Basis der monatlichen Hitlisten sind die Verkaufs- bzw. Nutzungsdaten von 2.800 Einzelhändlern.

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