Razzia mit 140 Polizisten im Brain Klub – 19 Anzeigen!

Razzia im Braunschweiger Brain Klub. Foto: S. Koppelmann

Im Brain Klub tobte in der Nacht auf Sonntag die 100 Hertz -Party. House-Beats wummerten durch die Boxen und rund 200 Gäste feierten im Inneren des Szene-Clubs im Bruchtorwall. Plötzlich, gegen 3 Uhr, stürmen Polizisten die Party. Kein Gast kommt rein, keiner raus.

Razzia im Brain Klub – Das Licht geht an und die Musik aus.

„In den vergangenen Monaten hatten sich die Vorfälle im und rund ums Brain gehäuft: Taschendiebstähle, Raubüberfälle, Schlägereien, Drogendelikte. Als „Supermarkt für Drogen“ wurde der Klub in einer Aussage gegenüber der Polizei bezeichnet, in einem Chat im Internet kursierte gar die Aussage: „Polizei erlaubt Kiffen im Brain.“ Hinzu kam laut Kripochef und Einsatzleiter Ulf Küch der Verdacht, dass im Klub jungen Frauen K.O.-Tropfen verabreicht wurden.

Foto: Stefan Koppelmann
Foto: Stefan Koppelmann

Polizeisprecher Joachim Grande erklärt: „Braunschweig ist eine relativ sichere Stadt. Wenn Brennpunkte wie diese zu entstehen drohen, müssen wir frühzeitig entgegenwirken.“ Küch ergänzt: „Uns war wichtig zu sehen, welcher Personenkreis sich im Brain herumtreibt. Und natürlich wollen wir mit der Aktion auch ein Zeichen setzen“, berichtet die Braunschweiger Zeitung.

Die Personalien der einzelnen Partygäste wurden im Anschluss in einem Nebenraum aufgenommen. Teils Stunden mussten die Gäste ausharren, bis sie an die Reihe kamen. Dennoch zeigen sich viele Nachtschwärmer solidarisch. „Die Polizei macht auch nur ihren Job“.

Erste Ergebnisse der Polizei:

Nach der Razzia bei der 210 Personen überprüft worden waren, hat die Polizei zunächst gegen 19 Beschuldigte Verfahren wegen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet. Die Beamten gehen davon aus, dass nachfolgende Ermittlungen zu weiteren Strafanzeigen führen werden.

Bei den Durchsuchungen der Personen wurden Marihuana, Amphetamine und in einem Fall sogenannte KO-Tropfen aufgefunden.

Nachdem die Aktion gegen 07.00 Uhr beendet war, fanden die Einsatzkräfte bei der Absuche  in den Räumlichkeiten des Klubs noch rund 30 Päckchen mit vermutlich Marihuana, das von den Besitzern offensichtlich weggeworfen worden war.

In zwei Fällen wird wegen Verstoß gegen das Waffengesetz ermittelt. Die Beschuldigten hatten einen Teleskopschlagstock und ein  Einhandmesser bei sich.

Drei Minderjährige wurden ihren Erziehungsberechtigten übergeben.

Wir halten euch auf dem Laufenden…

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