20. Juni 2017
Kunst & Kultur

Outsider-Entertainment

Heinz Strunk zelebriert „Jürgen – Die Show“ am 6. Dezember in der Brunsviga

HEINZ STRUNK_Pressefoto 1_© Dennis Dirksen

Hat ein Herz für die Abgehängten unserer Leistungsgesellschaft und trinkt gern Fako (Fanta mit Korn): Heinz Strunk. Foto: Dennis Dirksen

Jürgen Dose lebt in Harburg, arbeitet im Parkhaus und betreut seine bettlägrige Mutter. Ansonsten trifft er sich mit seinem alten Kumpel Bernd Würmer, der im Rollstuhl sitzt und sich ununterbrochen mit ihm zankt. Beide müssen so einiges im Leben entbehren, am schmerzlichsten die Liebe einer Frau. Eine Kleinbusreise nach Polen mit der Firma „Eurolove“ soll ihr Leben verändern. Ob das wohl gut geht? Natürlich nicht. So, wie bei „Jürgen“, dem neuen Buch von Heinz Strunk, ist es in all seinen Werken. Da stehen seltsam geplagte Menschen auf der Schattenseite des Lebens und versuchen sich irgendwie durchzuwurschteln. Mal besser, mal schlechter. Besonders gut gelang dem Schriftsteller, Musiker und Schauspieler Strunk in „Fleisch ist mein Gemüse“. Das Buch verkaufte sich fast 500.000 Mal, ein preisgekröntes Hörspiels, Theaterstücks und ein Kinofilm folgten. „Jürgen“ reicht an dieses Meisterstück nicht heran, bietet aber die gewohnt absurde Outsider-Unterhaltung.
Zu Hochform lief der Heinzer dagegen mit seinem phantastisch-düsteren, grell-komischen und unendlich traurigen Roman „Der goldene Handschuh“ auf, der monatelang auf der Bestsellerliste stand und für den Leipziger Buchpreis nominiert. Zudem holte sich Strunk für seine abgründige Story um Fritz Honka, den schrecklichen Frauenmörder aus der untersten Unterschicht, der sich zwischen Kiez, Kneipe, und Abbruchquartier herumtreibt, im Herbst 2016 persönlich den Wilhelm-Raabe-Preis im Staatstheater Braunschweig ab.
Am Mittwoch, 6. Dezember 2017, 20:00 Uhr, kommt Strunk mal wieder nach Braunschweig in die Brunsviga im Rahmen von „Jürgen – Die Show“. Mittlerweile ist die Geschichte von Jürgen Dose und seinem besten Freund Bernie, die sich auf die Suche nach der großen Liebe machen, vom „Fraktus“-Regisseur Lars Jessen verfilmt worden (und wird voraussichtlich im Herbst 2017 im Kino zu sehen sein). Darüber hinaus hat Multitalent Strunk mit „Die gläserne Milf“ eine Art Soundtrack zum Buch aufgenommen. Ob das Gründungsmitglied des Humoristen-Trios Studio Braun am 6. Dezember auch seine Querflöte dabei hat? Wir werden es erfahren. Die Sektflaschen sind kalt gestellt.

 

Auch interessant