New-Yorker-Chef attackiert US-Konzern Amazon

Friedrich Knapp habe Stichproben entnommen und festgestellt, dass der US-Versandhändler Kleidung anbietet, die nicht den gesetzlichen Vorgaben entspreche.

Der Braunschweiger Unternehmer und New-Yorker-Chef Friedrich Knapp geht erneut gegen US-Konzern Amazon vor. Foto: NEW YORKER Group-Services International GmbH & Co. KG / oh.

Der Braunschweiger Unternehmer und New-Yorker-Chef Friedrich Knapp geht erneut gegen US-Konzern Amazon vor. Foto: NEW YORKER Group-Services International GmbH & Co. KG / oh.

Wer kennt ihn nicht, diesen Satz, wenn man etwas sucht, aber (noch) nicht gefunden hat: „Schau‘ doch mal auf Amazon.“ Und tatsächlich: Meistens kann der Onlinehandel-Gigant aushelfen. Ein Klick genügt und das Wunschobjekt macht sich auf den Weg – und das zu teilweise spottbilligen Preisen. Doch welcher Preis steckt tatsächlich dahinter?

Immer lauter werden die kritischen Stimmen rundum Amazon. So gälte der Konzern aus Seattle als furchtbarer Arbeitgeber, der seine Mitarbeiter nur ausbeute und unfair bezahle. Zudem kritisieren Umweltschützer die Produktion des Versandhändlers: So lande sämtliche Retoure direkt im Müll. Auch schon oft angeprangert wurde die Qualität von Amazon-Waren.

Die Modekette gewann bereits 2018. Foto: Wikipedia

Modekette vs. Online-Versandhandel

Dem schließt sich nun erneut Friedrich Knapp an. Der New-Yorker-Chef kündigte gegenüber der Fachzeitschrift „Textilwirtschaft“ an, dass er gegen Amazon juristisch vorgehen wolle. Er wirft dem US-Konzern grobe Wettbewerbsverzerrung vor, da der Großteil der angebotener Kleidung nicht dem Textilkennzeichnungsgesetz entspreche. Belegen könne Knapp dies mithilfe von entnommener Stichproben. Somit werde sein Unternehmen New Yorker, Modekette mit Sitz in Braunschweig, Klage einreichen.

„Wir werden uns Amazon zur Brust nehmen“

TextilWirtschaft hakt nach: „Was haben Sie jetzt vor?“ „Wir sortieren diese Fälle gerade und werden uns Amazon zur Brust nehmen. Einstweilige Verfügung, Abmahnung, alles, was das Rechtssystem so hergibt. Es ist einfach nicht einzusehen, dass bei uns quasi wöchentlich Kontrollen stattfinden, während Amazon ungehindert wachsen kann. Es ist traurig, dass so wenige andere Unternehmen etwas dagegen tun“, so Knapp.


Ein Streit kommt selten allein

Einen Rechtsstreit hatte das Fast-Fashion-Unternehmen bereits gegen den US-Giganten gewonnen: 2018 hatte New Yorker wegen Plagiatsfälle geklagt. >>HIER<< gibt’s alle Infos.


Jeff Bezos, Gründer von Amazon, muss sich mit ständiger Kritik auseinandersetzen. Foto: Wikipedia

Dagegen erklärte ein Sprecher von Amazon auf Anfrage der Fachzeitschrift: „Angebote von Amazon oder unseren Verkaufspartnern müssen selbstverständlich entsprechende gesetzliche Vorgaben erfüllen. Sofern es im Einzelfall Fälle geben sollte, in denen zum Beispiel keine korrekte Textilkennzeichnung auf der Produktdetailseite vorhanden sein sollte, prüfen wir das selbstverständlich umgehend. New Yorker kann sich jederzeit mit den konkreten Fällen an uns wenden.“

Heiße Debatte, auf dessen Ende wir gespannt sind. Alle Infos und das gesamte Interview zu diesem Konflikt findet ihr >>HIER<< in dem Artikel von TextilWirtschaft. Außerdem findet ihr dazu noch weitere Informationen bei den Kollegen der Braunschweiger Zeitung.

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