„Meine Profibilanz ist makellos“

Wolfenbütteler Profiboxer und Meister im Halbschwergewicht Patrick Rokohl im Interview über seine Karriere, Vorbilder und Ziele

Patrick Rokohl alias "The Patriot" kämpft am 4. Februar wieder in Magdeburg. Fotos (4): Peter Widera

Wie kamst du zum Boxen?
Meine Mutter hat meinen kleinen Bruder und mich damals zum Boxen gebracht, das ist inzwischen knapp 15 Jahre her.

Wann hast du dein Talent fürs Boxen erkannt?
Das kann ich gar nicht so genau beantworten. Ich glaube einfach, dass ich heute so erfolgreich bin, weil ich mich nie habe unterkriegen lassen.

Was fasziniert dich an dieser Sportart?
Dieser Sport ist etwas, was man nicht in Worte fassen kann: Im Ring Mann gegen Mann stehen und dafür zu kämpfen, um ihn als Sieger wieder zu verlassen.

Wie würdest du dich als Boxer beschreiben? Wo liegen deine Stärken?
Meine Stärken sind meine Geschwindigkeit und mein Wille!

Wie kamst du auf den Namen „The Patriot“?
THE PATRIOT – zunächst weil es nicht mehr so viele starke Jungs im Profiboxgeschäft gibt; das wollte ich damit unterstreichen. Der Name passt einfach, weil ich das deutsche Boxen repräsentiere.

Wer sind deine Vorbilder?
Mein absolutes Vorbild ist und bleibt Muhammad Ali –  sowohl sportlich als auch menschlich.
Aber auch Boxer wie Floyd Mayweather oder Andre Ward faszinieren mich.

Wie sieht deine aktuelle Kampfstatistik aus?
Meine Profibilanz ist makellos: Sieben Kämpfe, davon sieben Siege, sechs sogar durch K.o.

Wie sieht dein Trainingsplan aus?
Mein Trainingsplan variiert je nachdem auf wie viele Runden mein Kampf angesetzt ist. Meinen Plan schreiben Trainer Harun Sipahi und Athletik-Trainer Coach Seyit.

Das harte Training zahlt sich aus.
Das harte Training zahlt sich aus.

Wie wichtig ist die Ernährung?
Die Ernährung ist ein ganz großes und wichtiges Thema, da ich zu meinen Kämpfen mein Gewichtslimit halten muss. Ich darf dabei nicht drüber liegen, habe aber auch kein Gramm an Energie zu verschenken.

Was waren deine wichtigsten Kämpfe?
Mein wichtigster Kampf war definitiv mein letzter Kampf, bei dem ich Deutscher Meister im Halbschwergewicht geworden bin.

Was war das für ein Gefühl, als du zum Deutschen Meister im Halbschwergewicht ernannt wurdest?
Ein unbeschreiblicher Moment! Die Halle war brechend voll und alle haben gespannt auf das Urteil gewartet. Es war der Wahnsinn!

Was geht in dir vor, wenn du in den Ring steigst?
Ich bin total fokussiert und siegessicher!

Was sind für dich die schönsten Momente beim Boxen?
Der schönste Moment ist ganz klar der, wenn dein Arm nach oben gehoben und du zum Sieger erklärt wird.

Welche Rolle spielen die Zuschauer bei den Kämpfen?
Fremde Zuschauer spielen für mich keine Rolle. Meine Fans treiben mich allerdings nach vorne – insbesondere in Kampfsituationen, wenn es hart wird.

Was ist dein Lieblingsboxerfilm und warum?
Es gibt kaum Boxerfilme, die ich nicht mag. Mein absoluter Lieblingsfilm ist allerdings ALI mit Will Smith.

Treibst du noch andere Sportarten abgesehen vom Boxen?
Ich habe mein ganzen Leben durchgehend Sport getrieben und wenn es die Zeit zulässt, spiele ich auch weiter gerne just for fun Basketball oder Fußball.

Was hält deine Familie von deiner Karriere?
Meine Familie stand von Anfang an hinter mir. Sie haben ja auch quasi Schuld daran, dass ich mit dem Boxen angefangen habe 🙂

Unterstützung und Kraft bekommt der 28-jährige Wolfenbütteler von seiner Familie, Freunden und Fans.
Unterstützung und Kraft bekommt der 28-jährige Wolfenbütteler von seiner Familie, Freunden und Fans.

Wie wirst du dich auf den Kampf am 4.2.2017 gegen Slavisa Simeunovic in Magdeburg vorbereiten?
Ich kenne meinen Gegner aus vorigen Kämpfen – es wird eine Vorbereitung wie jede andere auch. Ich nehme jeden Gegner ernst.

Du engagierst dich stark für soziale Projekte. Welche Organisationen unterstützt du und wieso?
Ich unterstütze in meiner freien Zeit neben meinem Beruf und dem Profisport die Projekte: Hand in Hand für Kinder der Region und Lila Hoffnung. Ich denke, dass man sich keinen Zacken aus der Krone bricht, wenn man sich für sozial Schwächere oder kranke Menschen einsetzt.

Was war dein schlimmster Rückschlag im Leben?
Ich erinnere mich nicht an schlimme Rückschläge, sondern denke durch und durch positiv.

Was für Bedeutungen haben deine Tattoos?
Da ist einmal das große Krieger-Tattoo aus Neuseeland, ein Kreuz – da ich Katholik bin, den Namen meines Bruders, die Geburtsdaten meiner Familie, den Schriftzug LION Heart, Karma und meine Glückszahl, die Nummer Sieben.

Was machst du hauptberuflich?
Ich arbeite noch immer als Industriemechaniker. In Deutschland ist es leider Gottes keine Selbstverständlichkeit, als Profi aufzuhören zu arbeiten – außer im Fußball. Aber mal sehen, wenn Gott will, wird ja der Boxsport vielleicht eines Tages mein Hauptberuf.

Was verbindest du mit Braunschweig?
Ich bin in Braunschweig groß geworden, mein Umfeld lebt in Braunschweig. Ich bin Braunschweiger durch und durch!

Was rätst du jungen Männern, die auch eine Boxkarriere angehen wollen?
Jeder der sich dazu entscheidet, Boxer zu werden und vor hat, Kämpfe zu bestreiten, denen kann ich Folgendes mit auf dem Weg geben: Finger Weg von Drogen, Alkohol, Zigaretten und Discotheken. Ich selbst habe noch nie geraucht und noch nie Drogen konsumiert.

Welche Kämpfe werden uns in Zukunft erwarten?
In Zukunft werde ich fast ausschließlich auf großen Veranstaltungen boxen. Wenn alles klappt, werde ich dieses Jahr in der Region zwei Heimveranstaltungen organisieren.

Was möchtest du in 2017 erreichen?
Mein Ziel für 2017 ist es, in die Top 100 zu kommen. Vielleicht kommt ja auch ein dritter Titel dieses Jahr dazu 🙂

Bereits zwei Titel konnte sich Rokohl erkämpfen.
Bereits zwei Titel konnte sich Rokohl erkämpfen.

 

 

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