Löwenrudel aufgepasst! – Szene38
27. Juli 2016
Szene-News

Löwenrudel aufgepasst!

Braunschweig feiert den 850. Geburtstag der Löwenstatue.

Kopien des Braunschweiger Löwen sind in ganz Deutschland verteilt. Hier zu sehen: der Löwe am Schweriner Dom. Foto: Stadtmarketing Gesellschaft Schwerin mbH/oh.

Der Löwe ist eines der Wahrzeichen Braunschweigs, die auch gerne als Löwenstadt bezeichnet wird. Er wurde durch die Heldentaten von Heinrich dem Löwen selbst ein Bestandteil der Braunschweiger Geschichte. Der aus dem Geschlecht der Welfen stammende Heinrich lebte im elften Jahrhundert und war von 1142 bis 1180 Herzog von Sachsen sowie von 1156 bis 1180 Herzog von Bayern. Auch in Norddeutschland konnte er sich eine königsgleiche Position aufbauen. Braunschweig wollte er auf dieser Grundlage zu einem fürstlichen Repräsentationszentrum machen. So ließ er die Stiftskirche St. Blasius und die benachbarte Burg Dankwarderode als Pfalz und das Löwen-Standbild erbauen.

Die Legende besagt, Heinrich habe damals dem Löwen beim Kampf gegen einen Drachen geholfen und ihn besiegt. Seitdem soll der Löwe sein ständiger Begleiter gewesen sein und kam mit ihm nach Braunschweig. Nach Heinrichs Tod soll er sogar die Tür des Braunschweiger Doms zerkratzt haben, da dort Heinrichs Leichnam bestattet wurde. Ein Zeichen der Freundschaft, Ewigkeit, Treue und Zusammenhalt der beiden Gefährten.

Seit 850 Jahren steht die 1,78 Meter große und 2,79 Meter lange, bronzene Hohlplastik auf dem großen Platz vor der Burg Dankwarderode – so die Schätzung der Experten. Doch die Statue ist eine Kopie – das Original ist im Herzog Anton Ulrich-Museum zu betrachten. Während des Zweiten Weltkriegs sorgte man sich wegen der Bombardierung um das Wahrzeichen und wollte es schützen. Bei einer Nacht-und-Nebel-Aktion und ohne die Erlaubnis der Braunschweigischen NSDAP-Führung initiierte der Landeskonservator Kurt Seeleke den Austausch gegen eine bereits 1937 angefertigt Kopie. Den Originallöwen brachte Seeleke in einem Bergwerksstollen in Rammelsberg bei Goslar in Sicherheit, wo er bis 1945 blieb und schließlich – von seinem Retter begleitet – nach Braunschweig zurückkehrte. In der Heimat angekommen, wurde er restauriert und 1946 wieder aufgestellt. Seit 1980 steht das leicht vergoldete Original zum Schutz vor Umwelteinflüssen wie Luftverschmutzung in der Burg Dankwarderode. Auf dem Burgplatz prangt bis heute ein weiteres Dublikat aus Bronze. Wenngleich das Alter des 880-Kilogramm-Kolosses bisher nicht absolut gesichert werden kann, haben sich die Experten auf Grundlage vieler Schriften auf 850 Jahre geeinigt. Neben der Kopie auf dem Burgplatz gibt es noch weitere; unter anderem in Schwerin, Blankenburg, Lübeck, Goslar und Nürnberg. Auch sie feiern den 850. Geburtstag des Herrschaftssymbols von Namensgeber Heinrich dem Löwen.

Mehr Wissenswertes und Bewegtbild rund um das Braunschweiger Wahrzeichen gibt es hier: www.loewenstadtblog.de.

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