Zwischen Finanzberatung und Cage Fight: Salzgitteraner tritt bei MMA-Profikämpfen an – Szene38
10. März 2015
Kunst & Kultur

Zwischen Finanzberatung und Cage Fight: Salzgitteraner tritt bei MMA-Profikämpfen an

Wirkt martialisch, ist dafür hochbedacht: Die Kampfsportler bereiten sich auf "MMA" intensiv vor. Foto: Veranstalter / oh.

We love MMA„, die bekannteste nationale MMA-Serie feiert am Samstag den 14. März 2015 ihre Premiere in Niedersachsen. In 12 Mixed Martial Arts Kämpfen, darunter auch ein Frauen-Fight, messen sich die Fighter im Oktagon in der Swiss Life Hall Hannover.

Schon seit Jahren begeistern die Kämpfer von „We love MMA Deutschland“. 2010 war die Geburtsstunde des Kampfsportspektakels in Berlin – 2014 fanden die Mixed Martial Arts-Events auch erstmals in anderen Bundesländern statt. Auch in unserer Region wird fleißig „MMA“ gekämpft. In Salzgitter etwa ist das „Team Tough Salzgitter“ aktiv. Rudolf „Rudi“ Görtz – der übrigens auch bei den MMA-Fights am Samstag mit von der Partie ist – sprach mit szene38 über die außergewöhnliche Sportart.

Rudi, was machst du denn, wenn du keine MMA-Kämpfe austrägst?
Im echten Leben bin ich selbstständiger Vermögensberater, lebe mit meiner Freundin in Salzgitter.

Du bist als Teil des Team Tough Salzgitter“, richtig?
Genau, wobei ich bei dem Wettbewerb am Samstag für das Hamburger Team antrete. Mein regelmäßiger Trainingsort ist natürlich Salzgitter.

Wie kommt man zu solch einer Sportart?
Als 12-Jähriger habe ich ganz klassisch mit Judo angefangen, habe auch einige Wettkämpfe mitgemacht. Später ging es dann unter anderem weiter zu Kickboxen und Jujutsu. Irgendwann stellt man sich die Frage: Sind die ganzen Techniken, die man lernt, überhaupt anwendungsnah? Wir haben uns schließlich mit ein paar Freunden getroffen – die alle klassischen Kampfsport betrieben – und uns relativ regelfrei, aber rücksichtsvoll, miteinander gemessen. Wir waren doch sehr überrascht dass viele Dinge, die man lernt, so nicht funktionieren – andere dafür recht gut. Auf eigene Faust entschied ich später mal testweise ein Turnier zu kämpfen, überraschenderweise und rückblickend wohl auch aufgrund einer Punktrichter-Fehlentscheidung gewann ich. So habe ich mittlerweile schon einige Turniere gekämpft und wage nun den Schritt in das Profilager. Ich würde es bereuen wenn ich es nicht zumindest probiert hätte.

Wie würdest du MMA beschreiben?
MMA ist messen im Vollkontakt zwischen zwischen zwei Kampfsportlern. Man ist nicht auf die Techniken einer bestimmten Stilrichtung festgelegt, sondern greift auf ein relativ breites Spektrum aus Boxen, Kickboxen, Ringen, Judo und auch Jujutsu zurück. Jeder Sportler kann also das Meiste aus seiner Sportart auch tatsächlich anwenden. Natürlich gibt es auch verbotene Techniken – eben solche, die die Gesundheit des Gegners zu sehr gefährden. Dinge wie kratzen, beißen sowie an den Haaren ziehen gelten ebenso als unsportlich und sind nicht gestattet.

Wer ist euer Mentor für neue Techniken?
Das ist bei uns vermutlich ein Sonderfall. Wir haben in unserem Verein einen Spartenleiter für Wettkampfsport – allerdings keinen klassischen Mentor. Eigentlich all unsere Wettkämpfer trainieren in regelmäßigen Abständen auch in anderen Vereinen, in denen es auch Wettkampftrainer gibt. Wir sehen unseren Verein ein Stückweit auch als „bunten Marktplatz des Austausches“, jeder bringt Spezialwissen mit, das er gesammelt hat und für sich anwenden kann.

Gibt es in unserer Region eine MMA-Szene?
Absolut. In Braunschweig gibt es etwa 3-4 Studios, die ernsthaft Wettkampfsportler trainieren und hervorbringen. In Wolfsburg gibt es einige gute Adressen, in Hannover sogar sehr gute. In Salzgitter sind wir meiner Einschätzung nach die Einzigen, die in eine solche Richtung trainieren.

Wie stelle ich mir das vor: Kommt man nur in Wettkämpfen zusammen oder gibt es auch eine Art Liga?
Das ist ein bisschen von der Ausprägung abhängig. Wenn man wirklich MMA kämpft kann man sich das wie beim Profiboxen vorstellen – also im Normalfall über einzelne Kämpfe. Es gibt auch dort, wenngleich selten, Turniermodi. Normalerweise macht man als Profi einen Kampf, wird mit dem Ergebnis anschließend auch geranked. Es gibt ein deutsches Top-15-Ranking, je nach Gewichtsklasse. Davon bin ich natürlich noch hunderte Meilen entfernt.

Am 14. März bist du bei „We love MMA“ dabei. Was wird da passieren?
Das Event ist eine große Promotion – ist etwa mit einem großen Boxevent zu vergleichen. Die Abendveranstaltung bieten Kämpfern die Plattform sich zu messen, soweit ich weiß werden mehrere tausend Zuschauer erwartet. „We love MMA“ ist für mich tatsächlich auch eine Wunschveranstaltung. Das sage ich nicht einfach so, sondern das ist tatsächlich das Format, das ich unter allen am meisten gesucht habe.

Details zum Salzgitteraner Team gibt es auf www.facebook.com/subfightersz, zu „We love MMA“ auf www.welovemma.de.

Auch interessant