29. Dezember 2016
Kunst & Kultur

„Warte nicht auf bessre Zeiten!“

Liedermacher-Legende Wolf Biermann kommt am 26. März 2017 nach Braunschweig. Er liest aus seiner Autobiografie, die von Vertreibung, Vertriebenen und der Musik erzählt.

Wolf Biermann: Zeitzeuge und bedeutender Liedermacher. Foto: Hans Scherhaufer

Das Leben von Wolf Biermann liest sich wie ein Abenteuerroman: Als scharfer Kritiker des DDR-Regimes geriet der Liedermacher und Lyriker ins Visier der Staatssicherheit. Schnell versuchte man, ihn mundtot zu machen. Bald durfte er nicht mehr auftreten und kurze Zeit später wurde er ausgebürgert. Seine Ausweisung löste heftige Proteste in Ost- und Westdeutschland aus. Selten sind persönliches Schicksal und deutsche Geschichte so eng verwoben wie bei Wolf Biermann. Am 26. März 2017 um 20 Uhr kommt er ins Braunschweiger Staatstheater. Im Gepäck hat er seine Autobiographie „Warte nicht auf bessre Zeiten!“.

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Biermanns Autobiographie dokumentiert ein Stück deutsche Zeitgeschichte. Foto: Veranstalter

Eindringlich erzählt Biermann dort vom Vater, der als Jude und Kommunist in Auschwitz ermordet wurde, von der Mutter, die ihn aus dem Hamburger Bombeninferno rettete, vom väterlichen Freund Robert Havemann, mit dem er das Los des Geächteten teilte. Er führt in die absurde Welt der DDR-Diktatur mit ihren Auswüchsen, aber auch ihren täglichen Dramen menschlicher Widerständigkeit. Und er erzählt von seinen in den Westen geschmuggelten, im Osten heimlich kursierenden Liedern, deren »Verskunst, robuste Rhetorik und gewaltige Sprachkraft« Marcel Reich-Ranicki lobte.

Nähere Infos zu Tickets gibt es bei der Konzertkasse und der Buchandlung Graff.

 

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