6. Dezember 2019
Kunst & Kultur

Tauchgang in digitale Universen

Der japanische Multimediakünstler Ryōji Ikeda präsentiert pulsierende und futuristische Installationen im Kunstmuseum Wolfsburg

Ryoji Ikedas Werke machen digitale Universen visuell und akustisch erlebbar. Sie reflektieren zudem die fortschreitende Digitalisierung unserer Gesellschaft. Foto: Kunstmuseum Wolfsburg

Ryōji Ikeda ist DJ, Musiker, Klang- und Videokünstler. Der Japaner lebt in Paris, ist mit seinen visionären Multimediawerken aber weltweit unterwegs. Nun landet er in Wolfsburg.

Die Welt im Detail

Dem 53-Jährigen geht es in seinen Werken darum, „die Welt bis ins kleinste Detail hinein zu erfassen“. Seine aufsehenerregenden Licht- und Klanginstallationen haben ihre Ursprünge in der Mathematik, Physik und Biologie. Zudem aber auch in der Musikwissenschaft und Philosophie.

Netzwerk: Ryoji Ikeda gehört weltweit zu den bedeutendsten Sound- und Medienkünstlern. Foto: Kunstmuseum Wolfsburg

Eine Reise durchs All

Ikeda gelingt es, die abstrakten Datenmengen und Rechenleistungen, mit denen wir es tagtäglich zu tun haben, begreifbar zu machen. Er lässt die Betrachter in digitale Universen eintauchen, die zwischen kleinsten messbaren Einheiten, also Bits und Bytes, und kosmischen Dimensionen oszillieren. Diese erwecken den Eindruck, als befände man sich mit den Datenströmen auf einer Reise durchs All. Mittendrin in einem Science-Fiction-Film.

Zusammenarbeit mit Ryūichi Sakamoto

Neben seinen Installativen Arbeiten beschäftigt sich Ikeda ebenfalls mit Live-Performances, Büchern und elektronischer Musik. Dabei hat er sich auf die Erforschung rhythmischer Loops und Klangflächen spezialisiert. Unter anderem arbeitete Ikeda bereits mit Avantgarde-Pop-, Jazz- und Klassik-Großmeister Ryūichi Sakamoto zusammen.

Neueste 4K-Projektionstechnologie trägt mit dazu bei, das Ikedas Ausstellungen zu einem faszinierenden synästhetischen Gesamterlebnis werden. Foto: Kunstmuseum Wolfsburg

Installationen unterlegt mit pulsierenden Sounds

Bei Ikedas Installationen ist zum einen die umgebende Architektur entscheidend, die bei der Einrichtung der Installationen berücksichtigt wird. Zum anderen sind die Besucher der Ausstellung, sich im Raum bewegen. Um die eigene Wahrnehmung zu überprüfen und das Verhältnis von Raum und Zeit auszuloten. Die den Installationen unterlegten pulsierenden Sounds reichen in ihrem Spektrum von kaum hörbaren Sinustönen bis hin zu dumpfen, physisch erfahrbaren Bassklängen. Die neueste 4K-Projektionstechnologie trägt mit dazu bei, seine Ausstellungen zu einem faszinierenden synästhetischen Gesamterlebnis werden zu lassen.

Ausstellung und Live-Set

Selbst erleben kann man das vom 7. Dezember 2019 bis zum 29. März 2020 im Kunstmuseum Wolfsburg im Rahmen der Ausstellung „Ryoji Ikeda. data-verse“.

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