Shootingstars der Szene: LOT-Theater hat "Festival Durchstarter" zu Gast – Szene38
13. Juni 2015
Kunst & Kultur

Shootingstars der Szene: LOT-Theater hat „Festival Durchstarter“ zu Gast

Eine Plattform für junge Gruppen aus Niedersachsen: Das Festival Durchstarter Niedersachsen. Auf dem Foto ist eine Szene aus "Publikum - work in progress" zu sehen. Bildnachweis: Charlotte Elsa Grief / oh.

Erstmalig macht das „Festival Durchstarter Niedersachsen“ im LOT-Theater in Braunschweig Halt. Zwischen dem 15. und 20. Juni sind dabei gleich drei sehenswerte Gaststücke zu sehen.

Mit dem Festival gastieren einige junge, niedersächsische Shootingstars aus der freien Szene in Braunschweig. Das Theaterkollektiv Dittrich Frydetzki, Dreit, Flegel, Froelicher, Grief, Melzer, Worpenberg etwa stellt in „Publikum – work in progress“ das Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft auf die Probe. In dem Stück konstituieren sich unterschiedliche Gemeinschaften, deren Verhältnis zueinander in verschiedenen Situationen stets neu erprobt wird. Der Abend versucht sich in einer raumgreifenden Choreographie an (theatralen) Konventionen, um diese umzudeuten und in einem größeren gesellschaftlichen Zusammenhang erfahrbar zu machen.

Markus & Markus greifen mit „Ibsen: Gespenster“ das Thema Sterbehilfe auf. In dem Drama bittet Osvald seine Mutter, ihm Sterbehilfe zu leisten. Sie zweifelt. Einige Schweizer Organisationen bieten genau diese Hilfe seit dreißig Jahren an und bewegen sich bis heute innerhalb einer juristischen Grauzone. Markus & Markus haben ihren Osvald mit einer Person besetzt, die mit einer Sterbehilfeorganisation den eigenen Tod geplant hat. Am 01.04.2014 haben sie ihren Protagonisten getroffen und einen Monat lang beinahe jeden Tag mit ihm verbracht. Am 30.04.2014 sind sie mit ihm nach Basel gefahren – am 22.05.2014 waren sie auf seiner Beerdigung. „Ibsen: Gespenster“ ist eine Hommage, ein feierliches Requiem, ein Museum für den verstorbenen Osvald. Auf der Bühne: Ein gesellschaftlicher Diskurs prallt auf ein Drama, dessen Hauptfigur bereits tot ist.

Das seit 2009 bestehende Theaterkollektiv „vorschlag:hammer“ seziert Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“ und sucht in „Die Leiden der jungen Wörter“ nach den Differenzen, die zwischen einem Sprechen über Gefühle und einer unmittelbaren Gefühlsäußerung liegen. Werther zwischen RnB, Lichtspiel und der Welt der Sprache.

Das LOT-Theater bietet für den Durchstarter-Besuch ein „Festival-Ticket“ an. Drei Aufführungen gibt es dabei zum Preis von zwei – für 30 Euro, ermäßigt 10 Euro. Mehr Infos: www.lot-theater.de.

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