Seine erste große Liebe – Szene38
26. September 2016
Kunst & Kultur

Seine erste große Liebe

Kunstausstellung „The Art of John Lennon“ in der Jakobs-Kemenate in Braunschweig

John Lennon hat sein Leben lang gezeichnet. Foto: Veranstalter/oh

Ursprünglich wollte John Lennon gar nicht auf die Bühne. Denn seine erste Liebe war nicht die Musik, nein, es war die Kunst: Noch bevor die Beatles-Legende zum ersten Mal eine Gitarre in der Hand hielt, schrieb er Gedichte und Kurzgeschichten und zeichnete dazu kleine Karikaturen. Die Kunstausstellung „The Art of John Lennon“ in der Jakobs-Kemenate in Braunschweig zeigt jetzt Zeichnungen und Sammlerstücke aus dem Leben des Musikers und Friedensaktivisten.

Mehr als nur eine Musik-Legende
Mit 17 Jahren beginnt Lennon ein Studium an der Kunstschule seiner Geburtsstadt Liverpool. Nebenher macht er Musik. Nach einigen Jahren rückt die Kunst immer mehr in den Hintergrund, Lennon entscheidet sich gänzlich für die Musik. Seine Band The Beatles wird in Großbritannien schnell bekannt, bald feiern sie auch internationale Erfolge: Mit Hits wie „She Loves You“, „Love Me Do“ und „I Want To Hold Your Hand“ gelten die Beatles heute als Begründer der neuen Pop- und Rock-Ära und sind bis dato eine der einflussreichsten Bands überhaupt.

Als Lennon im Dezember 1980 von einem geistig verwirrten Mann erschossen wird, hinterlässt er ein weitaus größeres Erbe, als viele denken. Die Kunst-Ausstellung „The Art of John Lennon“ in der Jakobs-Kemenate in Braunschweig dokumentiert eine andere, viel intimere Seite des Weltstars: Sie zeigt, dass er sich seine erste Liebe ein Leben lang bewahrt hat.

„Imagine all the people living for today“
Zwischen Tourneen und Auftritten greift John Lennon immer wieder zu Stift und Papier – und zeichnet das, was ihn beschäftigt. Seine Kunstwerke sind dabei schlicht gehalten, oft bestehen die Zeichnungen nur aus einigen wenigen Linien, die mit Bleistift oder Kugelschreiber aufs Papier gebracht wurden.

Ein Thema zieht sich dabei durch – sowohl in Lennons Musik, als auch in seinen Zeichnungen: Der große Traum von Friede, Freiheit und Gemeinschaft, wie er ihn in „Imagine“ besingt. Immer wieder tauchen dabei auch Tiere auf: Lennon sieht in ihnen Botschafter des Friedens, etwa wenn er eine große gelbe Katze zeichnet, die entspannt vor einem Goldfischglas schläft.

Die Skizzen, Drucke und Cartoons, die im Laufe der Zeit entstanden sind, kann man jetzt in der Kemenate in Braunschweig bewundern. Außerdem kann man sich Fotos und Kleidungsstücke ansehen, die das Idol ganz privat zeigen. Und auch den Vater John Lennon kann man dort erleben: Unter den Ausstellungsobjekten findet sich ein Kinderbuch, in dem der Weltstar liebevoll Kommentare und Ideen seines kleinen Sohnes Sean eingearbeitet hat.

Unterstützung von Yoko Ono & Co.
Lennon-Fan Michael-Andreas Wahle gehören viele der Stücke, die in der Kemenate zu sehen sind: Seit über vierzig Jahren sammelt er alles, was mit dem Musiker und Künstler zu tun hat. Bei seinen Recherchen und dem Aufbau seiner Sammlung unterstützten ihn viele Wegbegleiter, u.a. Johns erste Ehefrau Cynthia, die Lennon an der Kunstschule kennenlernte, sowie seine Söhne Sean und Julian und die letzte Frau Yoko Ono Lennon, die selbst Künstlerin ist.

Bis zum 20. November kann man sich die Ausstellung für 5 Euro in der Kemenate am Eiermarkt 1a ansehen. Jugendliche bis 18 Jahre kommen umsonst rein. Auf Anfrage sind auch Gruppenführungen möglich.

Zusätzlich findet anlässlich des 76. Geburtstages von John Lennon am 9. Oktober, 18 Uhr, eine Veranstaltung statt, in der Autor Achim Amme und Singer-Songwriter Volkwin Müller einen ganz besonderen Rückblick auf das Leben der Pop-Ikone vornehmen.

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