Schockierend, aber mit Tiefgang – Szene38
7. April 2017
Kunst & Kultur

Schockierend, aber mit Tiefgang

Die Rammstein-Tribute-Band Völkerball setzt am 8. und 9. April den Lokpark in Flammen

Rrrrrammstein sind für Völkerball das musikalische Maß aller Dinge. Foto: Privat

Rammstein: Provokant-martialische Rock-Kampfeinheit aus Berlin. Brachial-faszinierende Ausnahmetruppe und Deutschlands erfolgreichster Musikexport mit weltweit einmaligem pyrotechnischem Spektakel. Seit zehn Jahren huldigen die sechs Musiker von Völkerball als ultimative Rammstein-Tribute-Band ihren Vorbildern. Bühnenbild, Sound, Licht, Bewegungen, Gesten, Style und Spektakel – ihre Show ist fast so spektakulär wie die des Originals. Wir sprachen mit den Gitarristen Tobias Kaiser und Björn Müller von Völkerball, die am 8. und 9. April, 20 Uhr, live im Lokpark in Braunschweig zu erleben sind.

Tobias, Björn, was fasziniert euch gerade an Rammstein? Was macht die Band so besonders und außergewöhnlich?
Björn: Sie haben einen neuen Sound und eine neue Musikrichtung kreiert. Das, gepaart mit der Bühnenshow, macht Sie einzigartig.

Was war die kreativste und wichtigste Phase der Band in ihrer Karriere?
Tobias: Ich hoffe sehr auf eine weitere kreative Phase und wünsche mir, dass bald mal wieder ein neues Album von den Jungs erscheint. Man hört ja immer wieder aus verschiedenen Ecken, dass da was in Arbeit ist. Mal im Ernst, ich denke, die wichtigste Phase in der Karriere einer Band und ganz besonders in der von Rammstein, ist die Anfangsphase. Rammstein hatte eine völlig neue Idee, eine Vision und hat einen neuen Stil geprägt, auch wenn es am Anfang gar nicht so leicht war die Leute davon zu überzeugen. Mit etwas Neuem stößt man oft erst mal auf taube Ohren und da muss man als Band eben Stärke beweisen, an sich glauben und sich nicht vom Weg abbringen lassen. Es hat sich gelohnt.

Was waren die besten und was die weniger guten Werke?
Tobias: Ich finde auf allen Alben Songs, die mich sehr berühren. Das tolle an Rammstein ist, dass die Songs auf so vielen Ebenen funktionieren. Wenn man sich die Mühe macht und mal näher hinhört oder sich Texte durchliest, dann entdeckt man hinter einer Fassade die manchmal schockierend, brutal und erschreckend wirkt, viel Tiefgang. Ich glaube, die Herren von Rammstein laufen mit offenen Augen durch die Welt und weisen manchmal, ohne die moralische Keule zu schwingen, auf Dinge hin, vor denen man sich sonst gerne verschließt. Tabuthemen werden beleuchtet, bei denen manch anderer lieber wegguckt.

Was sind eure absoluten Rammstein-Lieblingsalben und -Lieblingssongs?
Björn: Für mich ist das beste Album „Mutter“. Darauf sind nur starke Songs und eine super Produktion. Ein Album, auf dem einfach alles stimmt.
Tobi: Vielleicht das erste Album, weil ich da den Sound nicht so gut finde. Meine Lieblingssongs wechseln immer mal wieder. Bei Konzerten freue ich mich immer auf „Herzeleid“, „Liebe ist für alle da“ und „Amerika“, da es einfach Spaß macht, diese zu spielen. Da wird dir aber wohl jeder aus der Band etwas anderes sagen.

Die martialischen Songs, kombiniert mit einer spektakulären Bühnenshow, ergeben bei Völkerball ein Rammstein-Tribute-Gesamtkunstwerk. Foto: Wieglas.de

Was ist das Besondere an Völkerball? Was hebt euch von anderen Rammstein-Tribute-Bands ab?
Björn: Das sollten wohl besser die Fans beantworten, zumal ich sowohl Völkerball als auch die anderen Bands zu selten live gesehen habe (lacht).

Welche Rammstein-Songs präsentiert ihr in eurem Programm?
Björn: Wir wechseln zwar öfter mal die Setlist, die „Hits“ müssen aber natürlich immer dabei sein. Also Songs wie „Du hast“, „Engel“ oder „Ich will“. Ein Vorteil, den wir auf der anderen Seite vielleicht haben ist, dass wir als Tribute-Band die Möglichkeit haben, auch mal ältere oder unbekanntere Songs mit ins Programm zu nehmen, die man von Rammstein vielleicht eher nicht live hören würde.

Wie wichtig sind die Optik und das Visuelle bei euren Auftritten?
Björn: Das spielt bei uns, genau wie beim Original, eine große Rolle. Die Songs, kombiniert mit der Bühnenshow, ergeben das Gesamtkunstwerk Rammstein.

Ihr spielt auch in kleinen Städten, in denen Rammstein nie mehr auftreten wird. Seid ihr so etwas wie die inoffiziellen Botschafter des Originals?
Björn: So kann man es wohl sagen und ich könnte mir vorstellen, Rammstein sehen das auch so.
Tobias: Oftmals kommen Besucher durch unsere Konzerte erst mit der Musik Rammsteins in Kontakt und beginnen dann, sich auch für das Original zu interessieren.

Was würdet ihr Till Lindemann & Co. gerne sagen, wenn ihr sie treffen könntet?
Björn: Danke!

 

Auch interessant