Resümee zum "stadtflimmern" – Szene38
23. August 2016
Kunst & Kultur

Resümee zum „stadtflimmern“

Das Altstadtfest in Wolfenbüttel ist vorbei - nun kommt das Resümee zum "Stadtflimmern"

Die beiden Initiatoren des stadtflimmerns Gene Schulten und Jürgen Lossau

Über 3.000 Besucher an drei Tagen – Wolfenbüttel hat ausgiebig geflimmert
Das stadtflimmern in den Kasematten war ein Hingucker während der Altstadtwoche. Über 3.000 Gäste sahen die Installation mit 40 Projektoren, mehr als 500 Zuschauer verfolgten die Filme über die Altstadtwoche 1975 und die Internationale Woche 1977.

Flackernde Filmprojektoren. Szenen aus Wolfenbüttel auf krummen Steinmauern. Es war ein Ereignis, das sich schwer in Bilder fassen lässt. Man musste es erleben. Das Rattern der Projektoren, die Ästhetik der Szenen – verschmolzen mit dem unruhigen Untergrund. Viele Besucher haben es genossen: „Das stadtflimmern ist auf ganzer Linie eine geniale Installation. Zeitgeschichte in Bild, Technik und natürlich im Ort“, sagte Stefan Brix. Meik Schultze meinte: „Ich bin total begeistert, was das Team da auf die Beine gestellt hat“. Und auch Sabine Vollrath war angetan: „Ich bin voll des Dankes und der Freude – es war fantastisch!“

Eintauchen in die eigene Geschichte – viele Gäste fanden sich in den Filmszenen wieder, die als Endlosschleifen auf die Wände geworfen wurden. Andere sahen Freunde, Bekannte – oder ihr altes Auto. Besonders berührt war eine Besucherin, die ihren vor 30 Jahren verstorbenen Hund entdeckte. Er hatte 1977 am Wettbewerb „Die schönste Promenadenmischung“ während der Internationalen Woche teilgenommen. Spontan wurden dem Team um stadtflimmern-Macher Jürgen Lossau immer wieder Spenden zugesteckt. Zwei Besucher brachten sogar ihre alten Super-8-Filme über Wolfenbüttel mit – falls es ein nächstes Projekt geben würde. Und Bernd Stoevesandt kam mit seiner zuletzt 1986 genutzten Tonfilmkamera, die er dem statflimmern schenkte.

Neben der Installation gab es in einer weiteren Kasematte ein Kino. Dort wurden dreimal Lossaus Jugendwerke „Altstadtwoche 1975“ und „Internationale Woche 1977“ auf Super 8 gezeigt. Über 500 Zuschauer waren bei dem Ereignis dabei – und sahen noch mal einen echten chemischen Film, direkt auf Leinwand projiziert.

Zum Projekt ist auch eine DVD mit dem Titel „Wolfenbüttel – anno dazumal“ erschienen, die nicht nur Lossaus Filme, sondern auch die besten Szenen aus den von 18 Wolfenbüttelern zur Verfügung gestellten Filmen enthält. Vom ersten Flohmarkt auf dem Schlossplatz 1973, über das Schützenfest 1976 bis zur Eröffnung des Jugendtreffs Teestube in der Krummen Straße ist alles dabei. Die Scheibe mit 70 Minuten Super-8-Filmen ist bei Bücher Behr, Steuber und über Amazon erhältlich.

Nachdem die Installation am Freitag planmäßig gestartet war, gab es für Jürgen Lossau und seinen Assistenten Gene Schulten am Samstag früh eine böse Überraschung. Die Filme hatten sich in den Projektoren aufgrund der Feuchtigkeit im Gewölbe verformt. Beim Einschalten der Geräte brannten die heißen Leuchtmittel Löcher in die stockenden Super-8-Streifen, viele sind gerissen. So mussten die beiden Stadtflimmerer rund 30 Filme austauschen – und die Öffnung verzögerte sich zeitlich. Und gerade an diesem Tag stand natürlich Wolfenbüttels Bürgermeister vor der Tür. Mit 30 Minuten Verspätung ging es dann endlich los. Thomas Pink zeigte sich nach einem Rundgang total begeistert und fragte die Macher spontan: „Könnt ihr zum Weihnachtsmarkt nicht wieder etwas Tolles auf die Beine stellen?“ Lossau und Schulten versprachen, darüber nachzudenken.

stadtflimmern in Zahlen:
– Über 3.000 Besucher an drei Tagen in der Installation
– 500 Kinobesucher sahen die Filme über die Altstadtwochen 1975/77
– 18 Wolfenbütteler haben Filme zum Projekt beigesteuert
– 25 Stunden Material wurden gesichtet
– 40 Super-8-Projektoren werden eingesetzt, 15 standen bereit, falls es technische Ausfälle gibt

Mehr Informationen unter:

www.stadt-flimmern.de
www.facebook.com/stadtflimmernWF
E-Mail: info@stadt-flimmern.de

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