Poetry Slams in Braunschweig – Szene38
20. März 2019
Kunst & Kultur

Poetry Slams in Braunschweig

Von Fake News, Therapie bis Open Stage – wir stellen drei Slams im April vor

Helene Bockhorst weiß was Sex und Kartoffelsalat gemeinsam haben. Mit ihren Auftritten therapiert sie sich selbst und andere. Foto: Sascha Moll

Wenn verschiedene Künstlerinnen und Künstler mit selbstgeschriebenen Texten gegeneinander antreten nennt man das  Poetry Slam. Von herzergreifenden Geschichten über charmant-witziges Storytelling mit Comedy-Touch bis hin zu provokativen salvenartigen Rap-Lyrics ist bei dieser besonderen Veranstaltungsform nahezu alles denkbar. Und ein Poetry Slam ist vor allem eines: immer überraschend. Szene38 stellt nachfolgend drei Veranstaltungen im April vor.

Poetry Slam Gala – Fake vs. News

Trolle, Influencer, Blogger und Wut-Bürger tummeln sich in den unüberschaubaren Weiten des Internets wie seltsame Wesen in Fantasy-Filmen. Viele verschiedene Akteure kämpfen dort um die Deutungshoheit, posten ihr durchgefiltertes Leben und üben maximalen Druck auf ihr Gefolge aus. Dazwischen Fake-News, die mittlerweile sogar von Präsidenten verbreitet werden. Was ist überhaupt noch wahr? Was ist gefakt? Worauf kann man sich überhaupt noch verlassen? Es sind schwierige Zeiten angebrochen für Medienkonsumenten und -macher. Unsere Medienwelt verändert sich Quecksilberschnell. Über die Auswirkungen und viele andere Netz-Themen berichten am Donnerstag, 4. April, 20 Uhr, Sarah Bosetti, Volker Strübing, Frank Klötgen und Kirsten Fuchs. Die bekannten Slammer aus der deutschen Poetry-Slam-Szene treten gegeneinander an. Ort des Aufeinandertreffens: Das BZV Medienhaus, Hintern Brüdern 23 in Braunschweig. Die Tickets gibt es hier bei der Konzertkasse. 

Helene Bockhorst – Die fabelhafte Welt der Therapie

Welche positiven Auswirkungen hat eine schlechte Kindheit? Wie exhibitionistisch darf eine Frau sein? Was haben Sex und Kartoffelsalat gemeinsam? Und warum beteiligt sich niemand am Crowdfunding für meine Brustvergrößerung – es hätten doch am Ende alle etwas davon? Helene Bockhorst stellt sich schonungslos selbst in Frage und präsentiert Geschichten, die lustig sind – sofern man sie nicht miterleben musste.

Es geht um psychische Auffälligkeiten und Schwierigkeiten in sozialen Situationen; um Onlinedating, Sex, Missgeschicke und immer wieder um die Frage: Warum passiert das ausgerechnet mir? Mit ihren Auftritten therapiert sie sich selbst und andere, indem sie alles ausspricht, was schon immer mal gesagt werden musste. Und das am Freitag, 5. April 2019, 20 Uhr, Roter Saal in Braunschweig.

Poetry Slam Open Stage

Einfühlsame Lyrik, knackige Kurzgeschichten, explosive Performance-Poesie oder dadaistische Lautmalerei kann man bei der Poetry Slam Open Stage erleben. Foto: Uwe Lehmann

Pop(p)in Poetry Braunschweig präsentiert das Original seit 1998! Ob einfühlsame Lyrik, knackige Kurzgeschichten, explosive Performance-Poesie oder dadaistische Lautmalerei, hier ist alles zu Hause, was das gesprochene Wort hergibt. Wortkaskaden, Charme und jeder Menge Anekdoten.

Mit dem Open Stage Poetry Slam in der Barnabys Blues Bar wagt Pop(p)in‘ Poetry den Weg zurück zu den Wurzeln. Ganz im Sinne der Anfänge des Poetry Slams wird es an diesem Abend eine offene Liste geben. Besucher können sich vor Beginn eintragen und so am Wettbewerb teilnehmen. Wer auf Nummer sicher gehen will kann sich vorher unter info@poetry-slam-braunschweig.de eintragen lassen.

Das Publikum ist dabei nicht nur stiller Beobachter sondern interaktiver Bestandteil des Abends. Mittels Wertungskarten entscheiden die Besucher, wer den Sieg erringen wird. Mit vollem Körper- und Stimmeneinsatz kämpfen die Slammer in zwei Vorrunden um die Gunst der Zuschauer. Jeweils fünf Minuten haben sie dafür Zeit. Am Ende wird es auf jeden Fall einen Gewinner geben – das Publikum. Dabei sein kann man am Donnerstag, 11. April 2019, 20 Uhr, in der Barnabys Blues Bar, Ölschlägern 20 in Braunschweig.

Auch interessant