15. Mai 2015
Kunst & Kultur

Lichtparcours kehrt 2016 zurück nach Braunschweig

Die Leuchtreklame zu "Sepp und Suse Siuda" ist Braunschweigern wohlbekannt. Nun greift der Lichtparcours 2016 das Thema auf. Foto: Falk-Martin Drescher.

Drei Mal erfreute der Lichtparcours bereits die Löwenstadt. Nach sehenswerten Kunstprojekten in 2000, 2004 und 2010 wurde nun der vierte Lichtparcours angekündigt: In 2016 ist es soweit. Schon jetzt werden die Entwürfe präsentiert.

Der Braunschweiger Lichtparcours wird aktuelle künstlerische Arbeiten im Stadtraum und auf dem Gelände des Hafens Braunschweig-Veltenhof versammeln. In der vierten Auflage des Ausstellungsformats wird der Schwerpunkt auf künstlerischen Neuproduktionen liegen. Ein Großteil der Arbeiten wurde nach Ortsbesuchen standortspezifisch konzipiert, wobei sich die Künstler unterschiedlicher Strategien der Intervention im öffentlichen Raum bedienen. Überlegungen zum Wandel der natürlichen Lichtverhältnisse bilden dabei wichtige Bezugspunkte: Erstmals stehen Werke, die im Wechselspiel mit der Umgebung 24 Stunden am Tag erfahrbar sind im Fokus. Besuchern wird so die Möglichkeit geboten, die Arbeiten zu unterschiedlichen Tageszeiten immer wieder neu zu entdecken.

Geplant ist da etwa eine Adaption des in LED-Buchstaben erfassten Schriftzugs „Kultur = Kapital“ des Chilenen Alfredo Jaar. An der Fassade des Braunschweiger Schlosses soll sie installiert werden – und die historische Entwicklung des Bauwerks kommentieren. Tobias Rehberger greift mit dem geplanten Pavillon „Bei Sepp u. Suse“ die existierende gleichnamige Leuchtreklame am John-F.-Kennedy-Platz auf. Der Pavillon soll den Verkehrsknotenpunkt als Imbiss beleben – nachts wird er in ein mystisches Blau getaucht. Danica Danic aus Sarajevo greift mit ihrer Lichtinstallation „Flashback“ die Bogenform der Drachenbrücke im Bürgerpark auf. Auf den Wassernebel werden hier feine Lichtblitze projiziert.

Markanter Schriftzug: „Kultur = Kapital“ thematisiert die Entwicklung des Braunschweiger Schlosses. Foto: Falk-Martin Drescher.
Markanter Schriftzug: „Kultur = Kapital“ thematisiert die Entwicklung des Braunschweiger Schlosses. Foto: Falk-Martin Drescher.

Die Vorschläge für den Lichtparcours 2016 werden vorab in einer Ausstellung im Kunstverein Braunschweig präsentiert. Anhand von Skizzen, Modellen, Filmstudien und verwandten Arbeiten werden die Projektvorhaben vorgestellt und der künstlerische Arbeitsprozess offengelegt. Zu sehen ist die Gruppenausstellung vom 14. bis zum 25. Mai.

Beteiligt sind erneut Künstler aus der ganzen Welt: Julius von Bismarck, Björn Dahlem, Danica Dakić, Andreas Fischer, Thilo Frank, Elín Hansdóttir, Edwin van der Heide, Erika Hock, Alfredo Jaar, Tobias Rehberger, Michael Sailstorfer, Kevin Schmidt, Kai Schiemenz sowie das Studio Drift (Lonneke Gordijn und Ralph Nauta). Yvonne Goulbier plant eine bestehende Arbeit zu erweitern. Die 15 Künstlerinnen und Künstler wurden auf Vorschlag einer Jury um Bettina Catler-Pelz (freie Kuratorin), John Jaspers (Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna), Roland Nachtigäller (MARTa Herford), Dr. Susanne Pfleger (Städtischen Galerie Wolfsburg), Hilke Wagner (Dresdner Albertinum) und Dr. Anja Hesse (Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Braunschweig) eingeladen.

Der Kunstverein ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr, donnerstags von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Die Ausstellung zum Lichtparcours ist im Haus Salve Hospes des Kunstverein zu finden. Details gibt es auf www.kunstverein-bs.de.

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