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„Gutes Design ist auch in Braunschweig zu Hause“: Imperfection-Initiatorinnen im Interview

Die Initiatorinnen von "Imperfection" (v.l.): Laura Schickram und Jessica Diane Jones. Foto: privat / oh.

Die selbst ernannten Kleinstadtrebellen sind aktuell in aller Ohren. Die Mediendesignstudentinnen Laura Schickram und Jessica Diane Jones aus Braunschweig haben mit Ihrer Fotostrecke Imperfection, in der sie Schönheit auf gegensätzliche und vielseitige Weise dargestellt haben, für Aufsehen erregt. In ihren freien Fotoarbeiten beschäftigen sie sich mit dem Thema Schönheitsideale und Ästhetik. Neben dem Studium an der Ostfalia planen die beiden gerade den Weg in die Selbstständigkeit und eine Vernissage ist in Aussicht. Anne-Kathrin Strauß hat mit den kreativen Köpfen gesprochen.

Als Kreativ-Duo habt ihr im vergangenen Jahr auf euch aufmerksam gemacht. Welche Idee steckt hinter Kleinstadtrebell?
Das ist eine gute Frage. Im Endeffekt geht es darum unsere eigenen Vorstellungen von Ästhetik und Design in den öffentlichen Raum zu tragen. Kleinstadtrebell will aber vor allem auch zeigen, dass gutes Design nicht nur in Großstädten wie Berlin oder Hamburg, sondern auch in einer ‚Kleinstadt‘ wie Braunschweig zu Hause ist.

Wie würdet ihr euren eigenen Stil beschreiben?
Grundsätzlich gestaltet sich unser Stil aus einer Kombination von experimentellen und klassischen Elementen, sowie auch künstlerischen Assoziationen. Der ständige Wandel im Bereich der Medien inspiriert uns tagtäglich und lässt uns neue Stilrichtungen entdecken, die wir in unsere Arbeiten mit einfließen lassen.

Eines eurer Projekte Imperfection behandelt das Thema Schönheitsideale. Was hat euch den Impuls zu diesem Thema gegeben?
Unsere Gesellschaft ist von einem verzerrten, durch die Medien verursachten, Schönheitsideal geprägt und dem Schönheitswahn verfallen. Natürliche und gegebene Schönheit ist für viele nur eine Illusion. Mit der Kampagne Imperfection wollen wir auf die Problematik aufmerksam machen, zum Nachdenken anregen und das Selbstbewusstsein des Durchschnittsmenschen stärken. Jeder – auch wir – sind von Makeln geprägt, welche Persönlichkeiten formen, uns einzigartig und schön machen.

Wie war die Reaktion der Gesellschaft auf eure Darstellung von Schönheit?
Zwiegespalten. Interessant war zu sehen wie unterschiedlich die Wahrnehmung von Schönheit eigentlich ist. Die Reaktionen auf unsere erste Fotostrecke und die darin gezeigten Charaktere hätten nicht unterschiedlicher sein können. Für die einen ist die Person makellos und andere assoziieren das Äußere sogar mit Behinderungen. Grundsätzlich wurde der soziale und künstlerische Gedanke der Kampagne aber positiv aufgefasst.

Wie wird es mit Imperfection weitergehen?
Zurzeit stecken wir mitten in den Vorbereitungen für eine zweite Strecke mit neuen außergewöhnlichen Imperfection-Faces. Auch dieses Mal wird es wieder eine Fotostrecke und einen experimentellen Kurzfilm in Zusammenarbeit mit farbPR8 dazu geben. Diese werden Anfang Dezember in einer Ausstellung zu sehen sein.

Die Medienlandschaft ist oftmals die Ursache für ein verzerrtes Bild der Realität. Ihr selbst bedient euch an den neuen Medien. Wie steht ihr Instagram, Blogs und Facebook gegenüber?
Es gibt natürlich viele positive, aber durchaus auch negative Aspekte der sozialen Medien. Wir persönlich lassen uns gerne auf verschiedenen Blogs wie Tumblr, Pinterest oder Instagram inspirieren, dennoch ist uns bewusst, dass nicht alles Gold ist was glänzt. Heutzutage kann sich beispielsweise jeder für 11,99 Euro 1000 Instagram Follower kaufen. Die Anzahl der Likes und Abonennten lässt demnach nicht mehr auf Erfolg oder Misserfolg schließen. Social Media bietet uns dennoch die ideale Plattform unsere Arbeiten zu präsentieren und uns ein effektives Netzwerk aufzubauen.

Eine letzte Frage: Werden die Kleinstadtrebellen irgendwann zu Großstadtrebellen, oder zieht ihr die Kleinstadtidylle vor?
Vorerst werden wir auf jeden Fall unsere Homebase in Braunschweig festigen. Braunschweig ist nicht zu klein und nicht zu groß, wir fühlen uns sehr wohl hier. In dieser Region gibt es viele kreative Köpfe mit denen wir auch in Zukunft weiterhin an diversen Projekten zusammen arbeiten werden. Gelegentlich zieht es auch Kleinstadtrebell in die spannenden Design Metropolen der Welt.

Die Arbeiten von Laura und Jessica können auf www.kleinstadt-rebell.blogspot.de betrachtet werden.

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