13. Januar 2016
Kunst & Kultur

Eine lange Tarantino-Nacht im Delphin Palast

Das wohl mit bekannteste Bild aus der Tarantino-Geschichte: Uma Thurman im 1994 erschienen Film "Pulp Fiction". Foto: Delphin Palast / oh.

Am Samstag den 30. Januar lädt der Delphin-Palast zum Startwochenende des neuen Quentin Tarantino-Films „The Hateful Eight“ zur ersten Tarantino-Nacht ein.

Um 18 Uhr wird der Filmwissenschaftler und Publizist Prof. Dr. Marcus Stiglegger in den Abend einführen und einen Vortrag über das Schaffenswerk von Quentin Tarantino halten. Stiglegger ist Professor für Fernsehen und Film an der DEKRA Hochschule für Medien in Berlin, hat rund 30 Bücher zum Thema Film veröffentlicht und steuert regelmäßig Booklets sowie Audiokommentare zu diversen Genrefilm-Produktionen bei. Nach einer kurzen Pause startet um 19 Uhr Tarantinos Kinodebüt „Reservoir Dogs – Wilde Hunde“ aus dem Jahr 1992. Dieses kammerspielartige Kleinod des Gangsterfilms sollte der Auftakt einer großen Karriere eines außergewöhnlichen Filmemachers werden. Dreh- und Angelpunkt dieser kultverdächtigen Symbiose aus Vertrauen, Verrat und Gewalt sind die schauspielerischen Leistungen, allen voran von Harvey Keitel, Tim Roth, Michael Madsen, Steve Buscemi und Quentin Tarantino selbst als Man in Black Mr. Brown.

Gegen 21 Uhr folgt der neuste Streich Quentin Tarantinos: Sein zweiter Western „The Hateful Eight“.  Der Soundtrack des in Colorado inszenierten dreistündigen Western-Epos stammt aus der Feder von Maestro Ennio Morricone, der sich für die musikalische Untermalung der Dollar-Trilogie von Sergio Leone verantwortlich zeichnete. Bekannten Gesichtern wie Samuel L. Jackson, Tim Roth und Michael Madse sind dabei und es wird ein Comeback für Jennifer Jason Leigh und Kurt Russell.

Das Publikum der „Zurück in die Zukunft“-Nacht wählte Tarantinos Ode an die Trivial- und Schundliteratur mit eindeutiger Mehrheit zum Favoriten für diese Genre-Nacht. Das 1994 entstandene Meisterwerk „Pulp Fiction“ machte Tarantino über Nacht zum Hollywood-Star und prägte eine ganz neue Form des Genre-Kinos und seiner Erzählstruktur. Der episodenhaft erzählte Indie-Hit verläuft nicht chronologisch: Er vermischt die Geschichten, die mit einander verbunden sind, zu einem wilden Brei aus Gewalt, heißen Bräuten (Mia Wallace), Gangstern zum Liebhaben (Vincent Vega und Jules Winnfield), Oldie-Musik (Dusty Springfield) und Filmzitaten für die Ewigkeit. Insgesamt für acht Oscars nominiert, konnte Tarantino 1995 die begehrte Trophäe für das beste Originaldrehbuch mit nach Hause nehmen.

Die Veranstaltung ist für Interessierte ab 18 Jahren freigegeben und kostet 17 Euro im Vorverkauf. Nummerierte Platzkarten gibt es an der Kasse im Kino, Einzeltickets wird es nur an der Abendkasse geben. Das traditionelle Gewinnspiel rundet die erste Genre-Nacht im Jahr 2016 ab.

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