1. November 2016
Kunst & Kultur

„Der Kreativität freien Lauf lassen“

Veranstalter des eigenART-Designmarkts Ingo Müller-Dormann im Interview über die Highlights der Messe

Veranstalter des eigenART-Markts Ingo Müller-Dormann ist auf die Messe in Braunschweig gespannt. Foto: Privat

Die eigenART-Messe findet am Sonntag, den 6. November, zum zweiten Mal am in der Milleniumhalle im Madamenweg in Braunschweig statt. Szene38 sprach vorab mit dem Veranstalter Ingo Müller-Dormann über die Besonderheiten und Neuheiten des Marktes…

Herr Müller-Dormann, was ist der Grund für den neuen Do-it-yourself-Boom?
Ich denke, es gibt ein großes Bedürfnis nach Authentizität bzw. Echtheit und Unverfälschtheit von Produkten. Man möchte etwas Einzigartiges haben, nichts von der Stange und dann eben auch, es selbst auszuprobieren, Dinge herzustellen und seiner eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen, mit seinen eigenen Händen etwas zu erschaffen.

Welchen Bezug haben Sie zu handgefertigten Dingen?
Ich selbst bin handwerklich nicht sehr begabt. Seitdem ich aber nach Berlin gezogen bin, bin ich fasziniert von den kleinen Läden in meinem Kiez, in denen viele Kreative, vor allem auch Modedesigner, wunderbare Sachen selbst kreieren. Ich war von Anfang begeistert und habe mir als Veranstalter gedacht: soviel kreatives Potential, das muss besser zur Geltung gebracht werden.

Wie kamen Sie auf die Idee eine Kreativ-Messe auszurichten?
Vielen Kreativen die Möglichkeit geben, über die Online-Plattformen hinaus, ihre Produkte einem breiten Publikum zu präsentieren, das war eigentlich der Antrieb, selbst einen Kreativmarkt zu veranstalten. In Bremen fand unser erster Deine eigenART-Markt vor drei Jahren statt. Die Leute waren begeistert und nach und nach ist die Idee entstanden, wie bei einer Band, mit den Ausstellern auf Tour zu gehen. Mit der Zeit sind dann immer mehr Städte hinzugekommen.

Was ist das Besondere, was sind die Alleinstellungsmerkmale, Ihrer eigenART-Messe?
Zum einen die große Bandbreite an qualitativ hochwertigen Produkten: von Accessoires aus verschiedenen Materialien, Schmuck, Papeterie, und Grafik, über Möbel und Deko-Objekte, Strickwaren und Mode bis hin zu Kinderspielzeug: auf unseren Märkten ist für jeden etwas dabei. Zum anderen der Tour-Charakter. Für die Tournee in 2016 sind wir an 17 Standorten vertreten, einmal im Frühjahr, einmal im Herbst und immer in besonderen Locations.

Viele kreative Köpfen finden sich auf der Messe - sowohl unter den Ausstellern wie auch unter den Besuchern. Foto: eigenART
Viele kreative Köpfen finden sich auf der Messe – sowohl unter den Ausstellern wie auch unter den Besuchern. Foto: eigenART

Welche Rolle spielt das Online-Portal DaWanda in diesem Zusammenhang und wie würden Sie die Entwicklung Ihres Partners im Allgemeinen beschreiben?
Viele Shop-Anbieter auf der DaWanda-Plattform, die ihre Produkte nicht nur online, sondern auch mal „zum Anfassen“ anbieten wollen, sind auf unseren ersten Markt aufmerksam geworden. Es ist dann schnell eine Kooperation mit DaWanda entstanden, so dass wir von Anfang Partner waren, natürlich vor allem was die Vermarktung betrifft. DaWanda hat sich in wenigen Jahren zur größten Online-Verkaufsplattform für Handgemachtes in Deutschland etabliert und ist somit ein ziemlich starker Partner für uns.

Was erwartet die Besucher auf der eigenART-Messe? Was sind die Highlights?
Natürlich stehen die Austeller mit ihren einzigartigen Produkten im Mittelpunkt! Neu in diesem Jahr ist die Fashion Area mit Pop-Up-Store, d.h. es wird ein Akzent auf Modedesign gelegt. Und, was für die Besucher nicht fehlen darf: die Do-it-yourself-Area mit DaWanda-Stand, in der auch selbst gebastelt werden kann; für Familien mit Kindern ist das natürlich super!

Was sind das für Menschen, die auf Ihrer Messe ausstellen?
Vor allem kreative Menschen, die meistens neben Beruf oder Familie, malen, stricken, nähen entwerfen, schnitzen, werkeln und herstellen. Einige machen ihr „Hobby“ einfach zum Beruf, wie z.B. Yuria mit ihrem Label NUU Berlin, unsere 1.000ste Ausstellerin. Andere sind schon mehrere Jahre professionell und erfolgreich dabei.

Was wird besonders oft nachgefragt und gekauft?
Das ist von Markt zu Markt und von Saison zu Saison verschieden. Geht es auf Ostern oder Weihnachten zu, sind Deko-Objekte der Renner und natürlich alles, was sich als besonderes Geschenk anbietet. Schmuck ist da immer mit dabei. Aber auch Produkte, die gerade im Trend liegen, wie z.B. Turnbeutelrucksäcke oder bedruckte T-Shirts, werden viel gekauft.

Was hat sie zuletzt an DIY-Produkten besonders begeistert?
Es gibt immer wieder neue Dinge, die einfach aber genial und dabei praktisch, sind. Man denkt, man hätte schon alles gesehen, aber es gibt immer wieder Überraschungen z.B. Street-Art Kunst auf Schallplatten von Mimi Lynn Stencil Art.

Welche Innovationen gibt es?
Ganz innovativ finde ich persönlich das Thema Up-Cycling. Aus alten Dingen neues Erschaffen bzw. altes neu zusammensetzen. Kleider aus Jeanshosen, Taschen aus Basketbällen oder Lampen aus alten Rohren oder Holz – toll und innovativ.
Was haben Sie sich zuletzt auf Ihrer Messe gekauft?
Einen Kaffee-Schnaps mit Kolanuss von CO`PS.

Welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit bei den Ausstellern und Besuchern?
Das ist ein großes Thema auf unseren Märkten, nicht unbedingt nur, weil es in den letzten Jahren einen großen Hype über Themen wie Nachhaltigkeit und „Bio“ gibt. Ich denke, dass Handwerk und auch Do-it-yourself traditionell schon nachhaltig sind, da man sich während seines eigenen Tuns eher mit den eigenen Ressourcen und der Umwelt beschäftigt als bei industrieller Massenproduktion. Unsere Aussteller und Besucher unterstützen jedenfalls verantwortungsbewussten Konsum.

Wird der Do-it-yourself-Boom zukünftig weitergehen?
Vielleicht flaut der Hype ein bisschen ab, aber ich denke in Zukunft werden handgemachte Produkte oder das Selbermachen noch eine wichtige und bleibende Rolle spielen.

Mehr Infos über die eigenART-Veranstaltung gibt es hier.

Auch interessant