„DADADA“ feiert am 28. August Premiere

Dauerwelle im Haar, Neue Deutsche Welle im Radio, Schulterpolster, Leggins und Zauberwürfel: Das und viel mehr waren die 1980er Jahre. Das bewährte Duo Peter Schanz und Christian Eitner mit der Jazzkantine schauen mit ihrer neuen Produktion „Da Da Da“ zurück.

Seine ganz wilden Zeiten, die hat Peter Schanz (Jahrgang 1957) nicht in den 80er, sondern eher in den 70er Jahren verlebt. Trotzdem verbinden ihn diese Jahre mit der Stadt. „Meine ersten Braunschweiger Jahre waren 1987 bis 1990“, sagt er. Und mit dem Stück „Linie 1“ hat er damals die Diskothek Atlantis bespielt – mehr 80er Jahre geht eigentlich nicht.
Natürlich erinnert Schanz sich an den Bohlweg, an den Pyramidenbau des Chistallos, an das fehlende Schloss, an dessen Stelle sich der Park mit seinen „merkwürdigen Wasserbecken“ befand. Ole Schulz-Weber, der mit seinen „Bohlweg-Zeiten“ diesem Jahrzehnt ein Denkmal gesetzt hat, hat für Schanz sein privates Archiv geöffnet.

„Wir trugen früher Schuhe, Hosen, Jacken, aber mit den 80ern kam diese Belabelung“, sagt Schanz. Plötzlich durften es nicht mehr irgendwelche Sportschuhe sein, sondern möglichst die von Adidas, das Krokodil auf dem Poloshirt war für jeden „Popper“ – wie der Seitenscheitel – Pflicht. Bei aller grandioser Oberflächlichkeit hat Peter Schanz auch eine ungeheure Vielfalt ausgemacht. Die 80er Jahre waren auf ihre Art sehr engagiert, und sie zündeten musikalisch ein Feuerwerk, das bis heute brennt. Madonna, Michael Jackson, Wham oder auch die Neue Deutsche Welle mit Trio oder Nena zeigen die ganze Bandbreite.

„Braunschweig war überdurchschnittlich mit einer eigenen Bandszene bestückt“, sagt Schanz und erinnert an Gruppen wie Fee. Dass Fee-Sänger Thomas Ruhstorfer bei der neuen Staatstheater-Produktion „Da Da Da“ im Kleinen Haus mit von der Partie ist, macht das Ganze noch einmal spannender.

Peter Schanz und Christian Eitner können also aus dem Vollem schöpfen, umso mehr, weil Christian in dieser Zeit die Musik vollends für sich entdeckt hatte. Die Jazzkantine ist der Kern, bildet den Dreh- und Angelpunkt für das „musikalische Navigationssystem durch die 80er Jahre in Braunschweig“. Da wird neuinterpretiert, verulkt und manchmal auch ernsthaft ein Blick zurückgeworfen.

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