Coole Comics für Kids – Szene38
2. Mai 2020
Kunst & Kultur

Coole Comics für Kids

Lesen, lernen und lachen gegen die Langeweile: Mit „Ariol“, „Akissi“, „Jim Curious“ und einer wuseligen „Hundebande“ hat man viel Spaß - wir stellen Comic-Neuheiten vor

Onkel Jakob feiert seinen hundertsten Geburtstag. Die Hundebande macht sich auf den Weg zu seiner Feier nach Paris. Cover: Dorothée de Monfreid/REPRODUKT

Wie beschäftigt man Kinder (zwischen fünf und zehn Jahren) zu Hause am besten? Und das nicht nur in Corona-Zeiten? Es gibt natürlich vielfältige Möglichkeiten. Eine der schönsten: Comics lesen. Noch besser ist es, wenn diese Comics nicht nur witzig, sondern auch liebevoll und fantasievoll sind. Wir stellen vier neue, empfehlenswerte Highlights für kleine (aber auch große) Kinder (vom REPRODUKT Verlag) vor. Viel Spaß.

„Ariol – Ballettratten“ von Emmanuel Guibert und Marc Boutavant

Tiere funktionieren eigentlich immer. Nicht nur bei YouTube, sondern auch im Comic. Das wissen auch der preisgekrönte Autor Emmanuel Guibert („Alans Krieg“, „Der Fotograf“) und Zeichner Marc Boutavant. Das dynamische Duo beweist mit seiner Serie „Ariol“, das es auch ganz viel Gespür und Einfühlungsvermögen für die jüngeren Leser hat. Titelheld „Ariol“ ist ein kleiner, putziger Esel der mit seinen Freunden und Schulkameraden (Hund, Katze, Hase, Ente, Schaf, Vogel etc.) authentische Alltagsabenteuer erlebt. In dem Band „Ballettratten“ erfährt man unter anderem, wie man seinen Namen mit einem Bein in die Luft schreibt. In den zwölf kurzweiligen Kurzgeschichten geht es unter anderem aber auch um stinkenden Käse, einen Fotoautomaten und einen Abend ohne Mama. Unsere Lieblingsstories sind aber die mit Ariol und seinem frechen, vorlauten Kumpel Ramono, einem Ferkel. Ihre Ausflüge auf den Flohmarkt, auf die Baustelle oder mit einem Planschbecken ans Meer sind einfach köstlich.

„Die Hundebande von Paris“ von Dorothee de Monfreid

Noch mehr Tiere toben in dem neuen Abenteuer der Hundebande herum. Alles kleine, clevere Kläffer. Alex, Jane, Kaki, Micha, Nono, Omar, Pedro, Popow und Zaza haben eine Einladung bekommen – zum 100. Geburtstag von ihrem Onkel Jakob. Und der wohnt in Paris. Schnell wird gepackt (Kekse, Wasser, Geld, Fliegen, Fotoapparat – keine Handys!) und ab gehts zum Bahnhof. Sie fahren unter anderem Boot auf der Seine, gucken sich Notre-Dame an, klettern auf den Eiffelturm und kommen am Ende pünktlich bei Onkel Jakob zur Party an. Nur ohne Kekse. „Die Hundebande von Paris“ ist ein vergnüglicher Sehenswürdigkeiten-Erkundungstrip quer durch Weltstadt. Ein alternativer Reiseführer (inklusive Doppelseitigen Stadtplan) mit neun putzigen Protagonisten.

„Jim Curious – Streifzug durch den Dschungel“ von Matthias Picard

Jim Curious schläft. In einem Raum-Schutzanzug. Eine Libelle fliegt durch sein Zimmer – mitten durch einen Spiegel. Und hinter Spiegeln ist oftmals etwas verborgen. Jim schreitet hindurch und betritt ein urwaldähnliches Land. Wasser, riesige Bäume und exotische Planzen erstrecken sich vor ihm. Hier trifft der neugierige Jim auch wilde Tiere: eine große Schlange, eine Schildkröte, Affen, Vögel und viele flatternde Schmetterlinge (auf einer Doppelseite). Wohin die (zuweilen fast psychedelische) 3D-Abenteuer-Reise durch die Flora und Fauna geht, müsst ihr selbst herausfinden. Am besten mit einer 3D-Brille (zwei davon sind dem Band beigelegt). Viel Freude beim erkunden.

„Akissi – Vorsicht, fliegende Schafe“ von Abouet und Sapin

Eine dunkelhäutige, dickköpfige Zweitklässlerin mit geflochtenen Haaren und bunten Perlen darin steht im Mittelpunkt dieses Comics: Akissi. Die kleine Göre fährt mit einem Sammeltaxi in den Urlaub – und klaut unterwegs ein stinkendes Schaf. Beziehungsweise beschafft diese wieder. Mal hat sie Probleme wegen „Pipi in der Nacht“, mal wirft sie ihrer Oma versehentlich eine Kokos-Nuss auf den Kopf. Akissi setzt sich gern mal auf eine Schlange (die zubeißt) und schlägt sich selbst K.O. an einem Baustellenbrett. Wo diese junge, mutige, aufgeweckte Dame mitmischt ist garantiert Action angesagt. Als Bonustrack hat Autorin Marguerite About, die von der Elfenbeinküste stammt, noch ein Akissi-Würfelspiel am Ende dieses quietsch-fidelen Kurzgeschichten-Comic-Bands, angefügt. Und eine Anleitung, wie man Erdnuss mit Karamell zubereitet und afrikanische Zöpfe flechtet.

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