Comic-Christmas-Check – Szene38
9. Dezember 2020
Kunst & Kultur

Comic-Christmas-Check

Neue empfehlenswerte Comics und Graphic Novels für den Gabentisch: „Beethovens Jugendjahre“, „Tocotronic Songcomics“, „Das gelbe M“ u.a.

Beethovens frühe Jahre in der Musik- und Adelswelt als Graphic-Novel- Sozialdrama. Cover: Mikael Ross

Mikael Ross – Goldjunge: Beethovens Jugendjahre (Avant Verlag)

Zmeskall, ein treuer, leidensstarker Gefolgsmann, erklärt das genial-wahnsinnige von Beethoven: „Wochenlang sitzt er am Klavier. Zähn, zwälf Stunden am Stück. Er isst nicht. Er schläft nicht. Keine Note ist vor ihm sicher. Gärrade gäschrieeben… Ausgästrichen! Neu gäschrieben…wieder ausgästrichen! Und am Ände? Am Ände geht alles auf Alles funktioniert. Garrantiert!“
Mikael Ross, Autor und Zeichner der preisgekrönten Graphic Novel „Der Umfall“ widmet sich den schwierigen Anfängen des jungen, nicht adeligen Beethoven. Dem Leben der fünfköpfigen Familie in einer Mietswohnung. Der harte Kampf um Anerkennung. Die frühen Jahre in der Musik- und Adelswelt : Ein einziges Sozialdrama. Dennoch gibt es immer wieder humorvolle Einschübe und witzige Begebenheiten. Schlägereien, Liebschaften und Verdauungsprobleme. Zeichnerisch besonders eindrucksvoll umgesetzt wurde Beethovens Musik: Als ausufernde bunte Wogen und Schwingungen. Eine gelungene Graphic Novel, die junge und ältere Leser begeistern wird. Auch wenn diese mit klassischer Musik nur wenig anfangen können.

Michael Moorcock – Corum – Der scharlachrote Prinz (Cross Cult)

„Es war die Zeit der Lichtermeere und Himmelsstädte, umschwärmt von fliegenden Bestien aus Bronze. Eine Ära, glanzvoll und finster…“ So beginnt die Saga um Corum, dem Prinz mit dem langen, scharfen Schwert und dem scharlachroten Mantel. Ein ganz besonderer Held, in einem ganz besonderen Fantasy-Werk. Corum sieht aus wie Schock-Rocker Marilyn Manson: Stechende Augen und bleiche Haut. Schlank und grüblerisch. Auf Seite 22 verliert er eines seiner Augen, eine Seite weiter seine linke Hand. Dann trifft er einen zotteligen Waldmenschen, verliebt sich in eine schwarzhaarige Markgräfin und kämpft fortan sehr viel. Seine größte Herausforderung: Das finale Duell (von Buch eins) gegen den mächtigen Schwertritter. Mike Mignola (Zeichnungen) und Mike Braon (Skript) inszenierten Ende der 80er Jahre die epische, facettenreiche, tief- und abgründige Reise des mutigen Prinzen. Ein Fantasy-Klassiker (der erstmals bei Cross Cult auf Deutsch erscheint) und bis heute nicht von seiner Strahlkraft eingebüßt hat.

Edgar P. Jacobs – Das gelbe M/Die Blake und Mortimer Bibliothek (Carlsen)

Neben „Das Geheimnis der großen Pyramide“ gilt „Das Gelbe M“ als eines der Meisterwerke von Edgar P. Jacobs. Mit akribischem Naturalismus setzte der belgische Zeichner seine atmosphärische Geschichte, die im dunklen, verregneten London spielt, in Szene. „Das Gelbe M“ könnte auch eine Edgar-Wallace-Verfilmung sein, ist aber deutlich vielschichtiger. In den Hauptrollen: Der geniale Atom-Physiker Prof. Philip Mortimer. Der tapfere Captain Francis Blake vom MI5-Geheimdienst. Außerdem ein skrupelloser Super-Verbrecher, der seine erschreckenden Taten mit einem gelben M markiert. Die vorliegende Version wurde stark erweitert, überarbeitet, neu übersetzt und mit erklärenden Hintergrundinformationen angereichert. Es ist eines der bedeutendsten und einflussreichsten Comic-Werke der sogenannten Ligne Claire. Echte Comic-Conaisseure sollten es gelesen haben.

Weitere aktuelle Empfehlungen

Frank Pé – Little Nemo (Carlsen); Valerian & Veronique – Die Bewohner des Himmels (Carlsen); Gwen de Bonneval, Hervé Tanquerelle, Jørn Riel – Grönland Odyssee: und andere arktische Erzählungen (Avant Verlag); Igort – 5 ist die perfekte Zahl (Avant Verlag); Michael Büsselberg – Sie wollen uns erzählen (Ventil Verlag); Hellboy Universum 10 (Cross Cult).

 

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