Der "Doppelpass" Braunschweigs: Löwenrunde feierte kleines Jubiläum – Szene38
9. Oktober 2014
Kolumnen

Der „Doppelpass“ Braunschweigs: Löwenrunde feierte kleines Jubiläum

Sehenswert: Die fünfte Ausgabe der Löwenrunde. Foto: Falk-Martin Drescher.

Als der Jörg Wontorra Braunschweigs wurde Moderator Robin Koppelmann bei der fünften Ausgabe der „Löwenrunde“ angekündigt. Seine Rückfrage: „Ist das jetzt ein Lob?“, sie sorgte für Lacher. Doch definitiv wurde an diesem Abend klar: Das Löwenrunde-Talkshowformat muss sich nicht verstecken – auch nicht vor dem Doppelpass.

Im Rahmen der fünften Löwenrunde-Ausgabe wurde am 8. Oktober in den Business-Bereich des Eintracht-Stadions geladen. Rund 250 Zuschauer wollten das sportliche Talk-Spektakel sehen – ausverkauft. Kein Wunder: Die Besetzung mit Torsten Lieberknecht, Darius Scholtysik und Kay-Uwe Rohn versprach einen interessanten und unterhaltsamen Abend.

Bei dem „kleinen Jubiläum“ des Braunschweiger Formats stellten Koppelmann und Lieberknecht auch eine Verbindung in frühe Zeiten her. Bei dem Eintracht-Pokalspiel gegen den 1. FC Kaiserlautern im Jahr 2003, bei dem Lieberknecht erstmalig den Löwen auf der Brust trug, war der Moderator als kleiner Junge auf der Tribüne. „Das zeigt sehr gut, wie lange er schon mit dabei ist“, so Koppelmann. Schnell sprangen die Diskutanten auf die aktuelle Saison. Der Begriff „Krise“ sei dabei fehl am Platz. „Wir haben keine Auswärtsschwäche, holen allerdings keine Punkte“, so der Cheftrainer. Wie man die Niederlagenserie beenden könne? „Mit einem Sieg“, so Co-Trainer Scholtysik. Das Publikum war lachend auf seiner Seite. Trotz aller Schmunzelei nimmt das Trainerteam die Situation ernst: „Es fallen einige Tore, die in der Entstehung sehr billig und einfach sind.“ Und das, obwohl man die Mannschaft stets schon fast perfekt auf den Gegner einstelle.

Aufgelockert wurde der Abend zusätzlich mit heiteren Formaten wie etwa „Nachgefragt“. Dabei werden Kurzinterviews mit Fans gezeigt, die sich vor den Heimspielen über Trainer, Spieler und sportliche Situationen äußern. Ein kleiner Junge gab dabei zu Protokoll: „Super, dass wir jetzt in der 2. Liga sind – dann sind die Erfolgsfans endlich weg.“ Der Saal tobte.

Auch die sozialen Medien spielten eine Rolle. Nach der Niederlage gegen Ingolstadt entschuldigte sich Torwart Rafal Gikiewicz bei Facebook. „Das Tor geht auf mein Konto. Sorry Team, Trainer und Fans.“ Lieberknecht überrascht: „Bei Facebook hat er sich entschuldigt? Das gefällt mir jetzt nicht“, schmunzelte er. Apropos Medien: Kay-Uwe Rohn stellte das Buch „Für die 1. Liga – BTSV“ vor, das er gemeinsam mit seinem Kollegen Malte Schumacher verfasst hat. In einem kleinen Auszug berichtete er von dem Auswärtsspiel gegen Wolfsburg – und einer prägenden Begegnung mit Lieberknecht. „Da sprach jemand, der einen Weg hat“, lobte Rohn den Cheftrainer. Anekdoten aus der ersten Liga gab es am Abend auch vom Trainerduo selbst. Ebenso in Erinnerung blieb ihm der Fansupport: „Die Unterstützung bleibt haften und gibt Kraft.“ Gleichwohl gab er eine Ansage für die Zukunft auf den Weg: „Wir nehmen eine Entwicklung, bei der viele sagen werden: Das hätten wir nicht erwartet.“

Initiiert wird die Löwenrunde, die jedesmal aufgezeichnet wird und anschließend im Internet zu sehen ist, vom Braunschweiger Tobias Bosse. Warum? „Weil es mir Spaß macht“, so der Sportbegeisterte. „Bewegtbilder transportieren einfach am besten.“ Auch von Lieberknecht gab es Lob: „Super Idee, super Format!“

Die fünfte Folge ist ab sofort im Internet zu sehen. Weitere Informationen auf www.facebook.com/loewenrunde.

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