Das Kinojahr 2019 - ein Rückblick – Szene38
6. Januar 2020
Kino

Das Kinojahr 2019 – ein Rückblick

Das Astor Filmtheater Braunschweig präsentiert: Das waren die erfolgreichsten Kinofilme

"Die Eiskönigin 2" kann an den Vorgänger anknüpfen und beschert Disney für 2019 jede Menge Erfolg. Foto: Disney

"Die Eiskönigin 2" kann an den Vorgänger anknüpfen und beschert Disney für 2019 jede Menge Erfolg. Foto: Disney

2019: Das Ende einer Ära?

Ein turbulentes Jahr findet sein Ende: Nicht nur in Sachen Politik, Wirtschaft und Weltgeschehen ging es teilweise heiß her, sondern auch im Kino-Sektor trug sich 2019 so einiges zu. Große Blockbuster- und Filmreihen, die teilweise jahrzehntelang das weltweite Kinogeschehen bestimmten, haben ihren gefürchteten Schluss gefunden: Nach dem Ende der Saga um Star Wars, Avengers sowie Toy Story & Co. klaffen schmerzliche Löcher, bei denen jetzt offen steht, wer und was diese zukünftig (wieder) füllt.

Das Kinojahr 2019: Umbruch, Bilanz und neue Rekorde

2019 war auch ein Jahr des Umbruchs. Das Kino musste sich nach dem schlechten Kinojahr 2018 neu definieren, um mit der stetig und stark wachsenden Konkurrenz Stand halten zu können. Wie lange wird sich (leider) mit der Zeit zeigen. Doch Streaming hin oder her: 2019 lassen sich trotz allem einige vielversprechende Erfolge verzeichnen. Hier die Bilanz:

  • Disney bricht mit 2019 Rekordzahlen

    Das vergangene Jahr brachte einen neuen Spitzenreiter in der ewigen Bestenliste: „Avengers: Endgame“ eroberte den ersten Platz und löste somit James Camerons „Avatar“ ab. Disney, Mutterhaus der Marvel-Filme, bekam auch noch den TV-Sender Fox dazu. Dazu brach die Marke noch eine ganze Reihe weiterer Rekorde und baute seine Marktdominanz aus. Als erstes Studio überhaupt durchbrach Disney die Schallgrenze von zehn Milliarden Dollar globaler Kasseneinnahmen in einem Jahr, „Der König der Löwen“ wurde der bisher erfolgreichste Animationsfilm – nur, um bei den Startrekorden von „Die Eiskönigin 2“ abgelöst zu werden.

  • Ass im Ärmel: Der „Joker“

    Als erfolgreiches Gegenstück zu zahm und familienfreundlich war aber nicht alles: Der „Joker“ von Warner wurde der erste Film mit einem R-Rating, der die Milliardengrenze knackte, und der erfolgreichste obendrein. Der Film, der die Vorgeschichte von Batmans abgrundtief bösem Gegenspieler erzählt, ist das Psychogramm einer gequälten Seele, virtuos düster inszeniert.

  • Urgestein Quentin Tarantino bringt Brad Pitt und Leonardo DiCaprio auf die Leinwand

    Einer bleibt treu: Immerhin Quentin Tarantino dreht noch fürs Kino! Und zwar stur auf 70 Millimeter Zelluloid – koste es, was es wolle. Seine Hommage an das Hollywood der 60er-Jahre mit „Once Upon A Time In … Hollywood“ ist ein Liebhaberstück für Begeisterte wie ihn selbst. Die Produktion überzeugt nicht nur mit klassischem Tarantino-Stil, sondern auch mit einer exzellent gewählter Star-Besetzung durch Leonardo DiCaprio und Brad Pitt.

  • Braunschweiger Produktion als Oscar-Einreichung

    Eine grenzerweiternde Kino-Erfahrung bescherte die Braunschweiger Regisseurin Nora Fingscheidt mit „Systemsprenger“. Der Film über eine unzähmbare Neunjährige, die mit dem Bobby-Car Fenster einschmeißt, war die deutsche Oscar-Einreichung in der Kategorie bester internationaler Film fürs kommende Jahr. Schade, dass der Film es dann doch nicht zur Nominierung schaffte.

  • Der Trend der Musik-Legenden

    Und dann gab es noch den Trend, Musik-Legenden im Kino zu feiern. Denn nach dem Mega-Erfolg von „Bohemian Rhapsody“ im vorigen Jahr 2018 versuchten weitere Musikgrößen ihr Glück: Elton John in „Rocketman“, Bruce Springsteen in „Blinded by the Light“ und die Beatles in der herrlich skurrilen Danny Boyle-Komödie „Yesterday“.

Netflix, Prime & Co. auf der Überholspur

Streaming-Dienste wie Netflix, Amazon & Co. haben das Kino und dessen Bedeutung längst überholt. Und die kommenden Monate, in denen die Vergabe der wichtigsten Filmpreise der Welt stattfindet, werden diese Entwicklung eindeutig wiederspiegeln. Denn erstmals könnten im neuen Jahr mehr Preise an reine Streamingdienst-Produktionen als an ursprüngliche Kinoproduktionen gehen. Wirklich paradox ist, dass einige der stärksten Filme in diesem Jahr praktisch kaum im Kino zu sehen waren – weil sie exklusiv für Netflix gedreht wurde. Dazu gehört „The Irishman“ von Martin Scorsese mit Robert De Niro als Mafia-Killer. Netflix vermeldete, dass 26,4 Millionen Menschen Scorseses „Irishman“ in der ersten Woche gestreamt hätten, eine hoffnungsvolle Zahl für das ambitionierte Filmemachen.

Das Astor Filmtheater Braunschweig setzt auf Komfort und Service

Im Allgemeinen sieht es leider nicht sehr gut für das Kinogeschehen aus. In Sachen Qualität können die Streaming-Dienste längst mithalten, was die finanzielle Belastung angeht allemal. Doch wie sieht es mit dem Erlebnis an sich aus? Frank Oppermann, Geschäftsführer des Astor Filmtheater Braunschweig meint: „Mit dem neuen Astor hoffen wir , darauf eine Antwort gefunden zu haben und werden uns bemühen, immer weiter an der Verbesserung des Service und des Kinobesuchs als Ereignis zu arbeiten. Das Kino wird auch weiterhin ein wichtiger Player sein.“ Ob das stimmt, wird sich zeigen.

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