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„Gifhorn ist ganz krass“ – MC Fitti und seine alte Heimat

MC Fitti stammt ursprünglich aus Gifhorn, nun lebt er in Berlin.

Wikipedia sagt: MC Fitti ist ein Rapper aus Berlin. Auch beim diesjährigen Bundesvision Song Contest vertritt er die Bundeshauptstadt. Was viele nicht wissen: Der immer gut gelaunte Kanarienvogel mit Vollbart, Cap und Sonnenbrille ist in Gifhorn aufgewachsen. Im Interview plaudert er über seine Erinnerungen

? MC Fitti, du bist in Gifhorn aufgewachsen. Wie sehr fühlst du dich noch mit Gifhorn und der Region verbunden?

! Seitdem es das Musikcafé nicht mehr gibt, bin ich nicht mehr ganz so oft da – und seitdem La Gondola abgebrannt ist, ist die Pizza auch nicht mehr ganz so super da. Wenn ich nun in Gifhorn bin, bin ich immer bei Happy Chicken. Da ist‘s immer lecker!

? Abgebrannt? Was ist denn da los?

! Gifhorn ist ganz krass!

? Wie unterscheiden sich – für dich – Gifhorn und Berlin?

! Gifhorn ist halt eine Kleinstadt, 40 000 Einwohner, Berlin ist eine Großstadt mit 3,5 Millionen. Wenn du in Gifhorn auf der Straße lang gehst: Du gehst zu Hause los, und du willst, sagen wir, zu einer Privatparty. Du gehst zu Fuß und bist genau so lange unterwegs wie beispielsweise in Berlin, aber du kommst halt nur an einer Tankstelle vorbei, die ungefähr schon 30 Minuten entfernt ist. Du holst dir ein Bier und bist wahrscheinlich der Einzige auf der Straße – in Berlin hast du, wenn du bei der Party ankommst, dann schon 20 Spätis weg und 1000 Leute gesehen, triffst darüber hinaus mit Sicherheit noch jemanden auf der Straße.

? In Berlin ist es dafür auch anonymer …

! In Berlin bist du auf jeden Fall anonym. Da gehst du raus aus der Tür, und – soweit ich mich noch entsinnen kann – war das in Gifhorn so: Wenn du da irgendwie eine komische Klamotte, mit einem fetten Senffleck oder so, angezogen hast, dann wurdest du gleich komisch angeguckt. In Berlin ist das egal.

? Welche Vorteile siehst du an Gifhorn?

! Der Vorteil in Gifhorn ist: Du kannst mit dem Fahrrad direkt in den Wald fahren. Du kannst dir eine Bude bauen, spazieren gehen oder fährst kurz an den See an der Ecke.

? Womit hast du vor deiner Künstlerkarriere dein Geld verdient?

! Vorher war ich bei Elektro Henning im Sonnenweg, habe da als Elektriker gearbeitet. Dann bin ich nach Berlin gezogen und sofort in die filmschaffende Szene reingerutscht, habe dort als Kulissenbauer mein Geld verdient.

? Hast du musikalische Vorbilder?

! Das ist schwierig. Habe ich eigentlich gar nicht mehr.

? Was hast du denn als Teenie gehört?

! Run DMC, Guns´N´Roses, Kris Kross – das waren so meine Vorbilder. Such A Surge fand ich immer ganz gut. Die waren aus Braunschweig, genauso wie State of Departmentz. Die fand ich früher richtig fett – guter deutscher Hip-Hop.

? Du startest gerne Gruppenchats, inszenierst spontane Treffen mit Fans. Warum bist du Fans gerne stets so nah?

! Gruppenchats sind gute Erfindungen, weil man da ziemlich einfach kommunizieren kann. Wenn man Stille Post macht, dann kommt da immer Scheiße bei heraus. Bei solchen Gruppenchats sind dann immer alle auf dem aktuellsten Stand. Die spontanen Treffen mit Fans finde ich einfach super. Das sind immer alles nette Leute, und wenn es sich ergibt, dann macht das immer Spaß. So bleibt man noch da, wo man herkommt, und kann sich auch über ganz normale Sachen unterhalten.

Am Freitag (5. Juli) erscheint mit „#GEILON“ das Debütalbum von MC Fitti. Mehr darüber auf www.facebook.de/mcfitti .

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