26. November 2020
Film & Musik

Höllen- und Weihnachtsglocken

AC/DC rocken mit „Power Up“ an der Spitze der Charts – Mariah Carey und Wham! läuten schon jetzt die Weihnachtszeit ein

AC/DC preschen mit ihrem neuen Album und mit viel Power an die Pole Position der deutschen Charts. Foto: Josh Cheuse

„Power Up“ ist das neue Album der legendären Breitwand-Hardrocker AC/DC programmatisch betitelt. In den Offiziellen Deutschen Charts, ermittelt von GfK Entertainment, legen die Kultrocker ebenfalls den Power-Modus ein. Brian Johnson, Angus Young & Co. landen nämlich nicht nur zum 696. Mal (!) in der Hitliste, sondern feiern auch die sechste Nummer-eins-Platte ihrer Karriere. Zuvor hatten es bereits „Stiff Upper Lip“ (2000), „Black Ice“ (2008), der „Iron Man 2“-Soundtrack (2010), „Live At River Plate“ (2011) und „Rock Or Bust“ (2014) auf den Thron geschafft.

AC/DC: Das siebzehnte Studioalbum

„Power Up”, das mittlerweile siebzehnte Studioalbum präsentiert das, was die Fans von ihnen erwarten: Den rauen, krachigen, bewährten AC/DC-Breitwand-Signature-Sound. Die zwölf neuen Songs des Albums entstanden wieder unter der Regie von Brendan O’Brien, der bereits „Black Ice“ (2008) und „Rock Or Bust“ (2014) hochtourig produziert hat. Als erste Einstimmung auf das neue Album erschien die eingängige Single „Shot In The Dark”, die die australische Power-Truppe in Hochform zeigt. Auch wenn nicht alle Songs auf „Power Up” zünden (und man weit entfernt von Klassikern wie „Back in Black“ ist), so bekommt man hier zumindest solide Hardrock-Ware, die einen gut durch den Corona-Winter bringt.

Die Dauerbrenner: Die Toten Hosen, Die Ärzte, Bruce Springsteen

Gitarrenlastig geht’s mit Die Toten Hosen („Learning English Lesson 3: Mersey Beat! The Sound Of Liverpool”) und Doro („Magic Diamonds – Best Of Rock, Ballads & Rare Treasures”) weiter, die auf den Positionen zwei und acht debütieren. Das Spitzenduo der Vorwoche, bestehend aus den Ärzten („Hell”) und Bruce Springsteen („Letter To You“), vervollständigt an vierter und dritter Stelle die gute Performance des Rock-Segments.

Erste Weihnachtsstimmung in den Charts

„Ja, ist denn heut‘ schon Weihnachten?“ Diese Frage könnte man sich gleich mehrfach stellen, denn insgesamt besteht fast ein Zehntel der Top 100 aus Festtagsproduktionen. Diese kommen unter anderem vom Kindermusik-Trio Deine Freunde („Das Weihnachtsalbum“, fünf), den beiden Opernsängern Jonas Kaufmann („It’s Christmas!“, sieben) und The Dark Tenor („Christmas“, 28), Starviolinist André Rieu („Fröhliche Winterzeit“, 18) sowie dem kanadischen Soundtüftler Chilly Gonzales („A Very Chilly Christmas”, 25).
Auch in den Single-Charts kommt erste Weihnachtsstimmung auf. Dafür sorgen Mariah Carey und Wham!, deren Evergreens „All I Want For Christmas Is You” (62) und „Last Christmas” (86) so früh wie nie zuvor das Feld betreten. Überfliegerin Billie Eilish („Therefore I Am“) stellt auf Platz fünf ihr Ausnahmetalent unter Beweis.

Deutsch-Rap mischt alles auf

Nach drei Wochen an der Spitze gibt der Hamburger Hip-Hopper Bonez MC („Angeklagt“, jetzt auf vier) die Krone an Genre-Kollege Samra („Kennst du das ?!”) weiter. 24kGoldn feat. Iann Dior („Mood“, zwei) und Lune („Gebe auf.“, drei) runden das Podium ab, während Finch Asozial & Tarek K.I.Z an 18. Stelle über „Onkelz Poster“ und jugendliche Perspektivlosigkeit nach der Wende rappen.

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