„Apocalypse Now – Final Cut“ im C1 Cinema Braunschweig

Der Antikriegsfilm-Klassiker erstmals in Dolby Atmos und 4K-Auflösung auf der Leinwand

Martin Sheen taucht ab. "Apocalypse Now" ist (s)eine Reise tief hinab in die Finsternis. Die Visualisierung eines schamanischen Rausches. Foto: Studio Canal

Drogen, Naturkatastrophen, rituelle Tierschlachtungen. Das alles und noch viel mehr ist „Apocalypse Now“.

Restauration in 4K mit Dolby Atmos

Zum 40. Jahrestag von Francis Ford Coppolas facettenreichen Vietnam-Epos ist der Final Cut des stilprägenden Antikriegsfilms am 15. Juli 2019 einmalig auf der großen Leinwand zu sehen. Die Restauration in 4K mit Dolby Atmos wurde vom stilprägenden Regisseur (u.a. „Der Pate“-Trilogie, ) persönlich betreut. Der Fokus seiner Überarbeitung lag vor allem auf bestmöglicher Bild- und Audioqualität. „Apocalypse Now – Final Cut“ kommt erst auf den Riesenwänden der Multiplexe richtig zum Ausdruck.

Dschungellaute, Granateneinschläge und „The End“ von den Doors

1979, im Jahr der Entstehung, war dagegen die Zeit liebloser Projektion in Schachtelkinos. Aber der Film ist nicht nur Licht- sondern auch Hörspiel. Die Tonspur ist höchst differenziert gemischt. Geräusche wie Dschungellaute, Helikoptergeknatter und Granateneinschläge spielen eine wichtige Rolle. Zudem auch Songs wie „The End“ von den Doors oder „Satisfaction“ von den Rolling Stones. Sie haben keine die Bildwirkung bloß verstärkende Funktion sondern sind eigenständig und wesentlich für die Interpretation.

Eine Mission direkt ins „Herz der Finsternis“

In „Apocalypse Now“ versetzt Francis Ford Coppola den Klassiker „Herz der Finsternis“ von Schriftsteller Joseph Conrads ins vom Krieg gezeichnete Vietnam von 1969. Die Geschichte folgt dem Militärpolizisten Captain Willard (Martin Sheen). Er ist auf einer gefährlichen Mission durch die gewaltverseuchten Kampfgebiete Vietnams in Richtung der kambodschanischen Grenze. Sein Ziel: Den charismatischen und hochrangigen US-Colonel Kurtz (Marlon Brando) zu liquidieren. Dieser hat im Dschungel einen schrecklichen Kult für sich erschaffen hat. Auf Willards Reise durch den Wahnsinn und die Absurditäten des Krieges fühlt er sich jedoch mehr und mehr zum Dschungel selbst hingezogen, und dessen urtümlicher, geheimnisvoller Macht …

Marlon Brando spielt Colonel Kurtz. Ein Mann zwischen Vernunft und mystischen Schattenwesen. Zwischen Schuld und Sühne. Foto: Studio Canal

Die Nominierungen

Insgesamt wurde „Apocalypse Now – Final Cut“ für acht Oscars® nominiert. Außerdem mit drei Golden Globes® (darunter beste Filmmusik, beste Regie und bester Nebendarsteller) ausgezeichnet. Und vom American Film Institut zu einem der hundert besten Filme gekürt.

Kinofassung, Redux-Version und Final Cut

Die Kinofassung von „Apocalypse Now“, die Coppola einst zugunsten des Mainstream-Publikums zurechtstutzte, dauert 153 Minuten. Die Redux-Version, die der Regisseur ebenfalls als nicht perfekt bezeichnet, bringt es auf stolze 202 Minuten. Der von Coppola selbst angefertigte Final Cut pendelt sich nun dazwischen ein und hat eine Laufzeit von 183 Minuten.

Robert Duvall als Oberst Kilgore hat viel Spaß am Schießen, Bomben und Surfen. Sein ganz spezieller Soundtrack. Foto: Studio Canal

Dolby Atmos baut ein Klangnetz auf

Nachdem das 3D-Bild die Kinos erobert hat, steht mit dem 3D-Sound die nächste Evolutionswelle des immersiven Kinos an. Dabei geht es nicht um mehr Surround-Kanäle vor, neben und hinter dem Zuschauer oder einen höheren Schalldruck (und damit Lautstärke). Es geht vielmehr um einen Kinosaal-füllenden Raumklang, der den Besucher umgibt. Der Ton kann nun präzise um den Zuschauer herumwandern. Oder sich vertikal bewegen, zum Beispiel die Leinwand hochklettern. Mit Deckenlautsprechern wird die sogenannte „Voice of God“, die Stimme von Oben, ermöglicht. Wer also bisher dachte, dass 7.1 das Höchste der Klanggefühle ist, der hat sich geirrt. Mit Dolby Atmos bekommt sogar die Decke zwei Reihen voller Boxen und kann ebenfalls einzeln angesteuert werden. Damit baut sich neben, hinter und über dem Zuschauer ein Klangnetz ab. Da auch bei großen Schlachten oder Actionszenen die Töne unterschiedlich positioniert werden können, erschlägt nun der gewaltige Sound den Zuschauer nicht mehr. Das C1 Cinema in Braunschweig ist das erste Kino in der Region, welches einen Saal mit Dolby Atmos ausgestattet hat!
Apocalypse Now – Final Cut““ läuft dort in einem Special Screening am Montag, 15. Juli, 20:00 Uhr, in Dolby Atmos und 4K Auflösung.

Dennis Hopper spielte einen Fotografen in „Apocalypse Now“. Er und viele Crewmitglieder waren dauerbekifft. LSD und Speed kursierten auf dem Set. Foto: Studio Canal
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