10. April 2014
Szene-News

Der UDW-Mann – Journalist Thomas Kielhorn veröffentlicht sein erstes Buch

Foto: Felix Rachor

Wen liebe ich? Und wenn ja, wie viele? Nach der schmerzhaften Trennung von seiner großen Liebe, erkennt André Benders schnell seine neue Zielgruppe: Frauen in Wochenend-Beziehungen. Die brauchen nämlich auch montags bis freitags Aufmerksamkeit. André wird zum Mann für gewisse (Wochen)Tage. Frauen kommen und gehen danach wieder. Das Leben könnte ein Paradies sein. Aber André, dieser Idiot, muss sich ja verlieben…

Am 17. April erscheint „Der UDW-Mann“ (DAMOKLES) das erste Buch des gebürtigen Braunschweigers Thomas Kielhorn. Die Karriere des 40-jährigen Journalisten begann beim Stadtmagazin Cocktail, führte ihn über die Braunschweiger Zeitung hinein in den nationalen und internationalen Mediendschungel. Kielhorn arbeitete bei der Bravo, InTouch und zahlreichen anderen People-Magazinen, bis er aktuell bei der BILD am Sonntag landete. Wenn er nicht gerade an oder auf den Roten Teppichen von Bambi, Echo, Deutscher Filmpreis und Co gestanden hat, schrieb er an seinem Roman. Ganze acht Jahre hat er gebraucht, die letzten Seiten in den vergangenen Monaten zusammengetragen. Wir sprachen mit dem Autor.

Ein Buch zu schreiben, davon träumen viele. Du hast diesen Traum verwirklicht. In welchem Moment hat es dich gepackt, mit dem Schreiben anzufangen.

Die Idee zu dem Roman hatte ich vor acht Jahren, als ich mich mit einer befreundeten Redakteurin über das Thema Wochenend-Beziehungen unterhielt. Uns fiel auf, dass es eigentlich kein Gegenstück zu diesen Partnerschaften gibt. Wie also könnte eine Beziehung aussehen, die nur an den Wochentagen gelebt wird. Damals kamen wir auf die Abkürzung UDW für: unter der Woche.

Acht Jahre hast du an „Der UDW-Mann“ geschrieben. Was hat daran so lange gedauert, als Journalist ist man ja für gewöhnlich schneller?

(lacht) Das stimmt. Normalerweise geht man zu einem Termin, macht ein Interview und schreibt dann drüber. Aber so funktioniert das literarische Schreiben leider nicht. Ich habe für den Roman superviel recherchiert: in Swingerclubs, bei Speeddating-Treffen und auf Online-Datingplattformen. Aber teilweise habe ich monatelang nicht weitergeschrieben, weil ich mich immer wieder gefragt habe: Wen soll das alles interessieren? Erst als ich im letzten Jahr von einem Verleger angesprochen wurde, der zwei Kurzgeschichten von mir gelesen hatte, machte ich mich ernsthaft an die Fertigstellung des Buches.

Verändert man in acht Jahren seinen Schreibstil?

Definitiv. Das war eines der größten Probleme für mich. Früher habe ich viel witziger und pointierter geschrieben. Deshalb habe ich mir den ganzen Februar lang eine berufliche Auszeit verordnet, bin weggeflogen und habe einen Monat lang auf Facebook verzichtet, um dem Roman seinen finalen Schliff zu verpassen. Man glaubt ja gar nicht, wie viel Zeit man ohne Facebook plötzlich wieder hat. (lacht)

Worum geht es konkret in deinem Buch und hast du persönliche Erfahrungen mit in die Geschichte einfließen lassen?

Es geht um einen 28-jährigen Mann,  der nach neun Jahren seine erste große Liebe verlässt und sich erst mal wieder in der Welt der Singles zurechtfinden muss. Nach so einer langen Zeit hat er vollkommen verlernt zu flirten. Ziemlich schnell kommt er dahinter, dass er am besten bei Frauen ankommt, die Fernbeziehungen führen und sich unter der Woche langweilen. Natürlich verarbeitet man auch Dinge, die man so oder so ähnlich selber erlebt hat. Aber meine Freunde kennen das schon von mir. Immer wenn mir etwas Verwertbares auffällt, schreibe ich mit einem imaginären Stift in die linke Handfläche. Das hilft mir später, das Erlebte wieder aufzurufen. Klingt bekloppt, funktioniert aber. (grinst)

Meinst du Marcel Reich-Ranicki hätte Gefallen an deinem Buch gefunden?

An den expliziten Sexszenen auf alle Fälle. Es gibt unter anderem eine sehr lustige Dreier-Konstellation. Wobei diese Szenen natürlich nur geschildert werden, wenn sie für die Handlung wichtig sind. (lacht)

In den Jahren der Entstehung gab es sicher viele schöne, aber auch furchtbare Momente als Autor. Erinnerst du dich an einige? Wann hat das Schreiben Spaß gemacht und wann war es eigentlich blanker Horror?

Am Schönsten ist es, wenn man am Wochenende viel Zeit zum Schreiben hat, ein kalter Prosecco neben einem steht, die Sonne scheint und wenn sich dann die Sätze fast wie von alleine ins Laptop tippen. Das war leider in den allerwenigsten Momenten der Fall. Am Schrecklichsten waren die Karnevalsszenen. Um mich in Stimmung zu bringen, habe ich immer wieder diese ganzen Klassiker wie „Hey Baby“ von DJ Ötzi lautstark gehört, aber mir wollte und wollte einfach nichts Vernünftiges einfallen. Dann bin ich einfach zum Braunschweiger Karnevalsumzug gegangen. Danach hatte ich genügend Einfälle. (grinst)

Am 17. April findet die Release-Party zu der UDW-Mann in der DRK-Kaufbar in Braunschweig statt. Was können die Gäste erwarten?

Ich hoffe, sie erwarten nicht zu viel. (grinst) Es soll auch eher eine kleine Feier mit Freunden werden als eine klassische Lesung. Also können alle vorbeikommen, die Gründonnerstag noch nichts vorhaben und denen Heidi Klums „Topmodels“ im Fernsehen zu langweilig sind. Ganz besonders freue ich mich jetzt natürlich schon auf die Aftershow-Party in einem ehemaligen Swingerclub namens „Edel-Absteige“ direkt um die Ecke.

Ist eine Lese-Tour geplant?

Ja, Anfang Mai werde ich ein paar intime Wohnzimmer-Lesungen geben, bevor ich Ende Mai mit einer erotischen Comedy-Lesung auf kleine Tour durch die Republik gehen werde.

Wird es eine Fortsetzung von der UDW-Mann geben, oder sitzt du schon an einer ganz neuen Geschichte?

Tatsächlich habe ich an dem Tag, an dem ich die finale Fassung des Romans in die Druckerei geschickt habe, schon mit einem zweiten Roman angefangen. Aber frag‘ mich bitte in acht Jahren noch mal, worum es geht. (lacht)

Infos: 
Am 17. April ab 20 Uhr findet die Release-Party zu der UDW-Mann in der DRK-Kaufbar in Braunschweig statt. Der Eintritt ist frei.
Das Buch ist ab dem 17. April bei Amazon erhältlich.

-> Das Buch bei Amazon
-> Facebookseite von der UDW-Mann

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