Zeitreise in das Wolfenbüttel der 1970er Jahre – Szene38
und
22. Juli 2016
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Zeitreise in das Wolfenbüttel der 1970er Jahre

Bei dem Projekt „stadtflimmern“ werden Filme aus den 70er Jahren gezeigt, die Teile der Geschichte Wolfenbüttels dokumentieren und präsentieren.

Die Mordgruben des Schlosses Wolfenbüttel dienen als Ausstellungsort für die Installation. Foto: Stadtflimmern /oh.

Willy Brandts Kniefall von Warschau, die Ölpreiskrise, das Ende des Vietnamkriegs, eine Platte von ABBA auf Dauerschleife, der Filmklassiker „Rocky“ auf der Leinwand und die letzten Hippies und ersten Punks auf den Straßen – die 1970er Jahre haben viel Kultpotential hervorgebracht und bewegten die Menschen. Auch die Bürger der Region haben ihren kleinen Teil zur Geschichte beigetragen und stellen ihre Schätze an Filmmaterialien für das Projekt „stadtflimmern“ zur Verfügung.

Jürgen Lossau, Initiator des Projekts, hatte die Bürger aufgerufen ihre alten Super-8-Filmrollen mit Aufnahmen Wolfenbüttels der 70er herauszusuchen und bereitzustellen. Von den 16 eingereichten, gesammelten Schmalfilmen dokumentieren viele die Altstadtwochen der Jahre 1975 und 1979, sowie die internationale Woche aus dem Jahr 1977. Noch ältere zeigen z.B. die Flohmärkte auf dem Schlossplatz von 1973 und die Eröffnung des Jugendtreffs Teestube in der Kreuzstraße.

Die Installation von Jürgen Lossau soll in den Kasematten, den Mordgruben des Schlosses Wolfenbüttel während des diesjährigen Altstadtfestes gezeigt werden. Nach einem Aussetzen 2015 findet das Altstadtfest vom 19. bis 21. August statt.

In den Mordgruben, die einst Teil einer der stärksten Festungsanlagen Norddeutschlands waren, werden Szenen aus dem insgesamt 25-stündigen Filmmaterial auf 40 Projekten präsentiert. Die Marke Eumig aus Österreich hat dafür aus ganz Europa 55 Projektoren für das Projekt zur Verfügung gestellt – 15 sollen als Reserve dienen. Mit den Baujahren 1972 bis 1977 sind die Filmvorführgeräte genauso alt wie Filmstreifen selbst – Nostalgie wo das Auge hinreicht. Zwar gelten sie als besonders solide, müssen trotz ihres stolzen Alters aber dennoch auf Vordermann gebracht werden. „stadtflimmern“ ist eine sehenswerte regionale Zeitreise in ein Jahrzehnt das auch in Wolfenbüttel freier, bunter und entschleunigter war.

Mehr Informationen zu dem Projekt gibt es auf der Homepage und der Facebook-Seite.

 

Im Programm des Altstadtfests „stadtflimmern“ mit 40 Projektoren in den Kasematten, Seeliger-Park:

Freitag, 19. August, 19.00-00.00 Uhr
Samstag, 20. August, 14.00-00.00 Uhr
Sonntag, 21. August, 11.00-15.00 Uhr

Eintritt jederzeit und kostenfrei

 

Vorführung der Super-8-Tonfilme über die erste Altstadtwoche (1975) und die Internationale Woche (1977):

Freitag, 19. August, 17.00 Uhr
Samstag, 20. August, 20.00 Uhr
Sonntag, 21. August, 13.00 Uhr

Eintritt frei, Dauer ca. 1 Stunde

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