1. November 2016
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„You and I are gonna live forever“

Neue Oasis-Dokumentation im C1 Cinema und bei der „Sound on Screen“-Reihe im Universum Kino

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Vom gemeinsamen Kinderzimmer auf die Weltbühne: Noel Gallagher und sein Bruder Liam wurden mit Oasis zu einer der erfolgreichsten Band aller Zeiten. Foto: Ascot Elite Entertainment

This is history! Right here, right now! This is history”, mit diesen Worten enterte Noel Gallagher im August 1996 die Bühne im Knebworth Park. Damit sollte der Mastermind der englischen Britpop-Band Oasis Recht behalten, denn an diesen zwei Tagen spielte seine Band vor insgesamt 250.000 Menschen. Innerhalb weniger Minuten verkauften sich die Tickets für die bis dato größten europäischen Outdoor-Konzerte. Es soll laut Medienberichten 2,6 Millionen Anfragen gegeben haben. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich Oasis auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Die Welt lag ihnen zu Füßen – und das wussten sie auch selbst! Die Band machte nie einen Hehl daraus, dass sie „The greatest Rock’n’Roll Band of all Time!“ sei.

Aus einer Arbeitersiedlung an Pop-Weltspitze

1991 in der Arbeitersiedlung Burnage des nordenglischen Manchesters von Paul „Bonehead“ Arthurs, Paul „Guigsy“ McGuigan, Tony McCarroll und Sänger Chris Hutton als „The Rain“ gegründet, ersetzte Liam Gallagher schnell Hutton als Frontmann. Das Gerüst stand somit, nur fehlten noch die Songs. Liams Bruder Noel war zu dieser Zeit als Roadie mit den Ravern der Inspiral Carpets auf Tour und sah einen Gig der Band seines Bruders, als er mal wieder Zuhause weilte. Er erkannte das Potential der Band und hatte selbst bereits eine gute Handvoll eigene Songs im Gepäck. „Entweder ihr spielt meine Songs und werdet weltberühmt, oder ihr bleibt kleine Scheißer in diesem Kaff hier“, soll Gallagher gegenüber seinen zukünftigen Bandkollegen gesagt haben. Und auch damit behielt er Recht!

Neuer Verkaufsrekord in Großbritannien: 1996 kündigte Oasis zwei Konzerte im Knebworth Park an und 2,6 Millionen Menschen kämpften um die heiß begehrten Tickets. Foto: Ignition
Neuer Verkaufsrekord in Großbritannien: 1996 kündigten Oasis zwei Konzerte im Knebworth Park an und 2,6 Millionen Menschen kämpften um die heiß begehrten Tickets. Foto: Ignition

Alan McGee der mit seinem Label Creation Records kurz vor dem Bankrott stand sah Oasis bei einem ihrer ersten Gigs in der legendären Formation Liam, Noel, Bonehead, Guigsy, McCarroll im King Tut’s Wah Wah Hut im schottischen Glasgow und bot ihnen auf der Stelle einen Plattenvertrag an. Schnell folgte die Debüt-Single „Supersonic“ und ebenso schnell sorgten die Gallagher-Brüder mit ihrem rüpelhaften Auftreten für Furore in den britischen Gazetten. Sinnbildhaft ihre vierte Single-Auskopplung „Cigarettes & Alcohol“ aus dem Debüt-Album „Definitely Maybe“, welches das am schnellsten verkaufte Erstlingswerk werden sollte und die UK-Charts toppte.

Alkohol, Drogen und Schlägereien

Drogen- und Alkoholeskapaden, sowie Streitereien und Prügeleien vor allem der beiden Gallagher-Brüder untereinander sorgten weiterhin für Schlagzeilen und Scharen von Reporten vor den Haustüren der Gallaghers. Der kometenhafte Aufstieg war aber noch längst nicht vorbei. Der neue Drummer Alan White ersetzte McCarroll und „(What’s the story) Morning Glory?“ eroberte 1995 die Charts ebenso auf Position eins! Sogar der britische Chef der Labour-Party, Tony Blair lud Noel und Alan McGee in die Downing Street ein und nutzte deren Popularität für den Wahlkampf. „Cool Britannia“ war in aller Munde und versetzte musikalisch dem Grunge aus den USA den Todesstoß. Noel sorgte wieder einmal für einen Skandal, als er den Konsum von Kokain mit einer Tasse Tee am morgen verglich. Er selbst soll bis zu 20.000 Pfund die Woche für das weiße Pulver ausgegeben haben.

250.000 verkaufte Tickets in wenigen Minuten

1996 kündigte die Band schließlich ihre Rekord-Konzerte in Knebworth an. 250.000 Tickets waren in nur wenigen Minuten vergriffen. Von dieser Viertelmillion Besucher kauften ganze 150.000 an diesem Wochenende ein T-Shirt. Es lief für die Band! Aber, „trouble was around the corner!“ Immer wieder gab es Gerüchte um eine Trennung, aufgrund der Hass-Liebe der beiden Gallagher-Brüder zueinander. 2009 dann das endgültige Aus vor einem Konzert der Band in Paris, nachdem es backstage zu Handgreiflichkeiten kam. Seitdem gehen die Musiker getrennte Wege.

Dem Phänomen Oasis widmet sich die neue, empfehlenswerte Dokumentation „Supersonic“ (die am 11.11. auch als DVD und Blu-ray Disc bei Ascot Elite Entertainment erscheint) von Regisseur Mat Whitecross und seinem Team. Sie waren auch für die Oscar-prämierte Dokumentation „Amy“ verantwortlich und gewähren nun einzigartige Einblicke in das Jahrzehnt des Britpop. Bisher unveröffentlichtes Material lässt die Band selbst ihre Geschichte erzählen. Authentisch und mitreißend, dass man einer Reunion der „Best Band in the world“ regelrecht entgegenfiebert.

Zu sehen ist der Film an drei Abenden, vom 3.11. bis 5.11. um 23 Uhr im C1 Cinema in Braunschweig. Im Rahmen der „Sound on Screen“-Reihe wird der Streifen am 16. Dezember, 19 Uhr, auch noch im Universum Kino mit anschließender Party im Riptide am Handelsweg gezeigt. Für den passenden Sound sorgt DJ Sven Supernova, der bereits mit Paul Gallagher, ältester Bruder von Liam und Noel, zusammen aufgelegt hat und als Britpop-Experte gilt. Seit zwölf Jahren steht er außerdem monatlich als eine Hälfte des Supernova Soundsystems bei der „Champagne Supernova“-Partyreihe hinter den Turntables. So auch am 5. November und 3. Dezember im Lindbergh Palace. Und zu hören gibt es da natürlich auch Songs von Oasis.

Den Trailer zum Film:

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