20. März 2017
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„Wer ständig Angst hat, etwas zu machen, kann eigentlich gar nichts machen“

Beautybloggerin Elena von Elenasmakeup im Interview über das Leben als Bloggerin, Tipps für Anfänger und über Make-Up-Produkte, ohne die sie nicht leben kann

Die gebürtige Berlinerin steckt viel Energie und Leidenschaft in "Elenasmakeup". Foto: Privat

Elena, magst du dich kurz vorstellen?
Ich heiße Elena, bin 26 Jahre alt und wohne in Braunschweig. Geboren bin ich in Berlin. Ich studiere und bin nebenbei mit meinem Blog selbständig. Das Bloggen ist meine größte Leidenschaft und ich liebe alles, was damit zusammenhängt: Schreiben, Fotografieren und natürlich Make-up.

Wie bist du zum Bloggen gekommen?
Begonnen hat alles im Sommer 2013 mit Instagram. Ich habe mich dort angemeldet und schnell Gefallen an der App gefunden. Zunächst habe ich Bilder zu verschiedenen Themen wie Fitness, Reisen und Essen gepostet. Ungefähr ein Jahr später habe ich dann den Account elenasmakeup eröffnet und angefangen, nur noch über das Thema Beauty zu berichten. Etwas später habe ich dann meinen eigenen Blog erstellt, um noch informativere Beiträge verfassen zu können. Dadurch konnte ich außerdem das Fotografieren mit meiner Leidenschaft für das Schreiben verbinden. Mittlerweile mache ich außerdem sehr regelmäßig Youtube-Videos und möchte meinen Kanal elenasmakeup weiter ausbauen.

Wieso thematisiert du Beauty?
Ich liebe das Thema und habe mich schon früh sehr dafür interessiert. Es macht mir total viel Spaß und ich finde, dass es sehr kreative Möglichkeiten bietet. Das Ganze ist einfach aus einer Leidenschaft heraus entstanden. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich viele Frauen schöner fühlen, wenn sie ihren natürlichen Look mit Make-up unterstützen können und das finde ich toll. Deshalb möchte ich in der Hinsicht gerne weiterhelfen. Mittlerweile bekomme ich sehr viel Feedback von Mädels, dass endlich der Eyeliner gelungen ist oder sie die passende Mascara für ihre Bedürfnisse gefunden haben. Sie freuen sich darüber und das freut mich.

 Wie ist deine Leidenschaft zum Schminken entstanden?
Ich war schon immer ein sehr kreativer Mensch und habe mich früh angefangen zu schminken. Beides zu verbinden hat mir einfach viel Spaß gemacht und ich habe irgendwann angefangen verschiedene, am Anfang sehr bunte Make-up Looks zu kreieren. Ich wollte die meisten Looks allerdings nicht im Alltag tragen und fand es schade, mich nur zu besonderen Anlässen zu schminken. Durch Instagram konnte ich mein Hobby mit anderen teilen und auf diesem Weg Feedback zu meinen Looks bekommen. Das hat mir eine ganz neue Welt eröffnet und ich konnte mich mit einem Ziel vor Augen schminken: ein gutes Foto. So richtig in das Thema reingewachsen bin ich dann durch meine Arbeit als Blogger und ich habe über die Jahre selbst viel dazu gelernt.

Wie viele Leser besuchen täglich deine Seite?
Das ist unterschiedlich. Die meiste Reichweite hat momentan mein Instagramkanal mit über 18.000 Followern.

Wie viel verdient man als Blogger?
Das lässt sich pauschal nicht sagen und es gibt da von Blogger zu Blogger sehr große Unterschiede. Natürlich ist die Reichweite und die Qualität entscheidend, aber z.B. auch, wie gut vehandelt wird.

Das Bloggen wird von einigen noch belächelt. Wie viel Arbeit steckt dahinter?
Auf der einen Seite wird das Bloggen belächelt ja, auf der anderen Seite bekomme ich sehr viel Feedback von fremden, sowie auch von Leuten auf meinem Umfeld, die das bewundern, was ich tue. Wenn jemand das Bloggen nicht ernst nimmt, dann ist das in Ordnung. Davon lasse ich mich nicht beeinflussen. Meiner Meinung nach sind das aber auch die Leute, die davon eigentlich keine Ahnung haben und sich nicht vorstellen können, wie viel Arbeit dahinter steckt. Besonders, wenn man einen gewissen Qualitätsanspruch hat. Ich überlege mir ständig neue Themen, entwickele Ideen und setze diese um. Dafür musste ich mir über die Zeit Wissen in verschiedensten Bereichen aneignen, von denen ich vorher keine Ahnung hatte. Wenn ein Foto entsteht bin ich Fotograf, Make-up Artist und Model in einem und mache anschließend die Retusche der Bilder. Ich schreibe alle Texte meiner Blogposts selbst, muss dafür sorgen, dass sie für den Leser relevant und interessant sind, dabei gleichzeitig Suchmaschinenoptimiert, damit sie auch gefunden werden. Ich habe meinen Blog außerdem komplett selbst gestaltet und angelegt, wofür ich mir viel neues Wissen aneignen musste. Wenn ich Videos drehe, dann überlege ich mir vorher den Ablauf, bereite das Set vor, achte auf Lichteinstellung und Tonqualität, drehe die Videos, schneide und bearbeite sie im Anschluss selbst. Von diesen Dingen hatte ich überhaupt keine Ahnung, bevor ich angefangen habe. Wenn ich die Fotos und Videos fertig habe, plane ich die Posts und die Veröffentlichung. Ich poste momentan täglich auf Instagram und lade zwei Videos pro Woche hoch. Hinzu kommt der Blog und die Kommunikation mit meinen Kooperationspartnern, das Beantworten von Fragen und Mails meiner Leser und Zuschauer sowie die ständige Online Recherche von neuen Produkten und Trends. Ich denke, das erklärt ganz gut, wie viel Arbeit dahinter steckt.

Du hast einen so tollen Instagramfeed. Wie wichtig ist die Pflege?
Vielen Dank 🙂 Die Pflege ist sehr wichtig. Ich achte auf qualitativen Content und auf einen harmonischen Feed, das heißt darauf, dass die Bilder auch im Gesamtbild zusammenpassen. Außerdem spielt die Interaktion auch eine sehr große Rolle. Wenn du nicht mit deinen Followern kommunizierst und auch mal bei ihnen vorbei schaust, verlieren viele schnell die Lust. Dazu gehört es für mich auch die Funktion „Instastories“ zu nutzen. Man postet zusätzlich kurze Videos aus dem eigenen Alltag, die für 24 Stunden auf dem Profil angeschaut werden können. Daraus entsteht dann eine ganz eigene und persönliche tägliche „Story“.

Hast du Kontakt zu anderen Bloggern/ Youtubern aus Braunschweig?
Ja ich habe Kontakt zu einigen Bloggern, aber viel zu wenig und Youtuber kenne ich leider keine. Das finde ich sehr schade, denn ich liebe es, mich mit anderen auszutauschen. Also bitte melden! 😉

Nicht nur tragbare, sondern auch außergewöhnliche Looks postet Elena auf ihrem Instagramaccount. Foto: Privat

Ohne welches Make Up-Produkt könntest du nicht leben?
Ähhm. Das ist glaube ich die schwierigste Frage des ganzen Interviews. 😀 Ich denke ich könnte mich auf einen Concealer, Mascara und einen Augenbrauenstift beschränken. Aber zwischen den drei Dingen kann ich mich wirklich nicht entscheiden.

Wie gut ist Drogerie-Make-Up deiner Meinung nach? Heißt High-End auch gleich bessere Qualität?
Nicht unbedingt. Ich nutze Produkte aus beiden Bereichen und finde, das lässt sich pauschal nicht sagen. Ich habe schon High-End Produkte getestet, die wirklich schlecht waren oder in der Drogerie wahre Schätze gefunden. Es kommt für mich auch auf das Preis-Leistungsverhältnis an. Auf meinem Blog stelle ich Produkte aus allen Preisklassen vor und denke, es ist für jeden etwas dabei.

Wird man als Beautyblogger als oberflächlich abgestempelt?
Da muss ich ganz ehrlich sagen, keine Ahnung. Wer sagt einem so etwas schon offen ins Gesicht? Mir hat das noch niemand gesagt, aber es ist gut möglich. Ich habe schon manchmal das Gefühl, Menschen sind überrascht, wenn sie mich richtig kennenlernen. Ich finde das aber einfach nur dämlich, davon auszugehen, dass jemand nichts anderes im Kopf hat, als das, worüber er im Internet berichtet. Grundsätzlich halte ich absolut nichts davon, Menschen in irgendeine Schublade zu stecken oder abzustempeln. Ich höre anderen gerne zu und lerne von ihnen und wer vorschnell urteilt, sollte meiner Meinung nach erst einmal bei sich selbst schauen, ob er nicht der Oberflächliche ist.

Wie reagiert dein Umfeld auf deinen Blog? 
Eigentlich sehr positiv. Ich liebe meine Leser und bekomme von Ihnen fast durchweg positives Feedback und mein engster Freundeskreis und meine Familie stehen in der Hinsicht absolut hinter mir. Das ist für mich das Wichtigste. Ich habe allerdings auch schon mitbekommen, dass einige Kommilitonen und Bekannte das Ganze besonders anfangs belächelt haben und nicht verstehen konnten, wieso ich das mache. Ich habe mich aber ziemlich schnell komplett davon freigemacht. Es interessiert mich heute nicht mehr, was irgendwer irgendwo über mich sagt und deshalb weiß ich das auch gar nicht so genau. Meiner Erfahrung nach bekommst du immer Kritik, egal was du tust. Aber auch immer positives Feedback. Wenn du es nicht machst, bekommst du gar kein Feedback. Wer ständig Angst hat, etwas zu machen, was belächelt oder kritisiert wird, kann eigentlich gar nichts machen. So sehe ich das.

Was für eine Bedeutung hat Braunschweig für dich und deinen Blog?
Ich wohne sehr gerne in Braunschweig. Ich würde meinen Blog allerdings auch von jedem anderen Ort dieser Welt machen, wenn es sein muss. Von daher, nicht so unglaublich viel.

Wie viel Geld gibst du im Monat für Kosmetika aus?
Das kann ich pauschal schwer sagen, ich habe nie nachgerechnet. Aber es ist natürlich schon einiges, da ich gerne neue Produkte probiere. Allerdings ist es über die Jahre weniger geworden, da ich erstens ausgewählter einkaufe und zweitens auch sehr viele Neuheiten kostenlos zugeschickt bekomme, die ich testen kann und dadurch nicht mehr selbst kaufen muss. Dafür bin ich sehr dankbar und das erleichtert mir die Arbeit. Meine Meinung ist natürlich trotzdem immer ehrlich, egal ob selbst gekauft oder nicht. Das akzeptiere die meisten Firmen aber auch. Wenn ich meine Glaubhaftigkeit verliere, hat niemand etwas davon und vor allem würde ich mir selbst am allermeisten schaden. Meine Leser wissen immer genau, ob ich ein Produkt über das ich berichte selbst gekauft habe oder nicht, das kennzeichne ich. Aber das sollte mittlerweile eigentlich selbstverständlich sein.

Was kannst du Blog-Anfängerinnen empfehlen? Hast du wertvolle Tipps?
Darüber würde ich gerne ein ganzes Buch schreiben 😀 Ganz am Anfang ist es erstmal wichtig, ein bestimmtes Thema zu haben, also entweder Fitness oder Fashion oder Make-up. Die Themen lassen sich immer miteinander verbinden, aber so habt ihr erstmal einen roten Faden, der es euch einfacher macht, euren Stil zu finden. Dann solltet ihr wenigstens ein gewisses Equipment für gute Fotos haben, es reicht am Anfang aber auch Tageslicht und z.B. ein Iphone um sich etwas auszuprobieren. Es muss nicht sofort die teuerste Kamera sein. Wichtig ist es außerdem, sich von Anfang an eine treue Leserschaft aufzubauen, die euch im Idealfall viele Jahre begleitet. Die Leser müssen euch natürlich zunächst finden und das klappt am Besten, wenn ihr zuerst sie findet und auf euch aufmerksam macht. Das heißt auf Instagram oder anderen Blogs, die ähnliche Themen behandeln, ganz viele aber sinnvolle Kommentare zu hinterlassen, vielleicht Fragen zu stellen und sich einfach miteinander zu verbinden. Es kommt nämlich nicht nur auf tolle Fotos und Beiträge an, sondern auch auf Sympathie, die ihr bei euren Lesern weckt und auf die Kommunikation untereinander.

Was möchtest du mit deinem Blog erreichen?
Ich möchte natürlich stetig weiterwachsen und mich mit tollen Menschen verbinden. Ich möchte gerne möglichst viele Menschen inspirieren und ihnen mit einem guten Rat zur Seite stehen. Am Liebsten langfristig gesehen nicht nur im Bereich Beauty. In Zukunft werde ich vielleicht auch über andere Themen berichten, dazu hätte ich Lust. Nach oben sehe ich da keine Grenzen, ich bin gespannt, wie sich alles entwickelt.

 Was möchtest du in Zukunft  verbessern?
Es ist mir einfach wichtig, dass sich mein Content stetig weiterentwickelt und ich nicht auf einer Stufe stehen bleibe. Ich möchte noch mehr auf meine Leser und Zuschauer eingehen und möglichst viele Themen behandeln, die für alle einen Mehrwert bieten.

elenasmakeup.de
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