30. September 2016
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Was Barfußschuhe wirklich können

Das Braunschweiger leguano-Team im Interview

Sind immer barfuß unterwegs: Dorothea Pfeffer und Andreas Heidenfelder von leguano. Foto: Merle Janßen

Barfuß über Glasscherben zu laufen, klingt nach einer ziemlich bescheuerten Idee. Wir haben es aber trotzdem ausprobiert. Zugegeben: Nicht ganz ohne Schutz, sondern in den Barfußschuhen des Herstellers leguano, der deutschlandweit rund 60 Filialen betreibt. Anlässlich der Neueröffnung in der Friedrich-Wilhelm-Straße hat szene38 die leguano-Schuhe getestet und sich mit Verkaufsleiter Andreas Heidenfelder und Konzept-Planerin Dorothea Pfeffer unterhalten. Für wen sich die Schuhe eignen, was sie leisten können und ob man sie auch bei Minusgraden tragen kann …

Frau Pfeffer, Herr Heidenfelder, wie unterscheiden sich Barfußschuhe von normalen Schuhen?
Sie sind viel gesünder für den Fuß. Man muss sich das so vorstellen: In normalen Schuhen mit einem relativ unbeweglichen Fußbett sind unsere Füße wie eingesperrt – sie können sich kaum bewegen und nicht arbeiten. Dadurch setzen wir mit der Ferse auf und verpassen unserem Körper mit jedem Schritt einen harten Stoß. Wer barfuß läuft, federt seinen Gang automatisch über den körpereigenen Dämpfer – den Vorderfuß – ab. Der Effekt beim Laufen mit Barfußschuhen ist der gleiche wie beim Laufen ohne Schuhe, weil sie eine flexible Kunststoff-Sohle haben. Der Fuß kann sich also frei bewegen, ist aber trotzdem gut geschützt, sodass man auf jedem Untergrund laufen kann.

Für wen eignen sich diese Schuhe?
Für jeden. Barfußschuhe können sowohl Kinder als auch Senioren tragen. Wie zum Beispiel unsere älteste Kundin – die ist 106 Jahre alt. Alter und Gewicht spielen also keine Rolle. Man muss sich allerdings erst daran gewöhnen, wenn man vorher noch nie in Barfußschuhen gelaufen ist.

… und wie lange dauert das?
Das ist bei jedem anders. Man braucht eine gewisse Zeit, um sich darauf einzustellen, dass der Fuß beim Laufen wieder aktiv arbeitet. Wer auch sonst viel barfuß läuft, wird sich schnell daran gewöhnen, aber anfangs kann man schon ein bisschen Muskelkater bekommen. Mehr kann allerdings nicht passieren.

Die Barfußschuhe gibt es in vielen Varianten und Farben. Foto: Merle Janßen
Die Barfußschuhe gibt es in vielen Varianten und Farben. Foto: Merle Janßen

Apropos Muskelkater, kann ich damit auch Sport machen?
Ja, fast jeden Sport. Egal ob Wandern, Joggen, Fahrradfahren oder das Training im Fitnessstudio. Er ist auch für Leistungssportler geeignet, wie z. B. Leichtathleten oder Marathonläufer. Wenn man erst an das Barfußlaufen gewöhnt ist, braucht man keine zusätzliche Dämpfung mehr.

Kann ich sie bei jedem Wetter und auch im Winter tragen?
Wir tragen sie auch bei Regen und Minusgraden. Das Obermaterial ist eine atmungsaktive Mikrofraser, d. h. wenn die Schuhe nass werden, trocken sie schnell wieder. Auch Kälte ist kein Problem: Füße werden nur kalt, wenn sie sich nicht bewegen – und das passiert in dicken Winterstiefeln eher als in Barfußschuhen. Die Winteredition von leguano ist zudem gefüttert und hat eine etwas dickere Sohle als das Standardmodell. Wir haben auch noch weitere Varianten, wie den „sneaker“, den „ballarina“ und eine Schnürschuh-Variante.

Sind die Schuhe auch etwas für mich, wenn ich eine Fuß-Fehlstellung habe und Einlagen brauche?
Je mehr man die Muskulatur im Fuß trainiert, desto besser läuft man. Das hat nichts mit Orthopädie zu tun, das ist einfach natürlich. Einlagen wären kontraproduktiv. Die würden wie ein Gips auf den Fuß wirken.

Wie lange halten die Barfußschuhe und wie reinige ich sie am besten?
Im Schnitt bis zu 1000 Kilometer. Aber das richtet sich auch danach, wofür man sie nutzt. Durch den natürlicheren Gang reibt sich die Sohle im Alltagsgebrauch kaum ab. Man kann sie zudem problemlos per Hand reinigen.

Mehr Informationen zu den Modellen, zur Herstellung und Referenzen gibt‘s hier.

 

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