Vom Palast zum LOFT

Neuer Name, neue Aufmachung, neues Konzept: Der Helmstedter LOFT Club

Neue Aufmachung, neue Räumlichkeiten, neues Konzept: Das LOFT besetzt (wieder) die Helmstedter Party-Szene. Foto: Jaquelin Ohk.

Als Prinz etabliert, als Holiday Tanzpalast Kultstatus erreicht, als E-Lution kläglich gefloppt – die Helmstedter Diskothek in der Industriestraße 4 hat über Jahre hinweg sämtliche Stufen der Party-Leiter erklommen. Nun das Comeback: Am 14. September 2018 feierte der Club seine (Wieder-)Eröffnung. Der neue Name? LOFT. Szene38 unterhielt sich in einem Interview mit den neuen Eigentümern Flo und Jenny Jura über sämtliche Veränderungen, Neuerungen und Vorstellungen.

Flo und Jenny, die neuen Eigentümer der Helmstedter Diskothek, leiten seit vier Jahren das Schöninger Bistro. Foto: Jaquelin Ohk.

 

Reine Herzenssache

 

Flo und Jenny, wie seid ihr beide darauf gekommen, eine Diskothek zu eröffnen? 

Wir bringen beide Vorerfahrungen in dieser Berufssparte mit. Uns gehört bereits seit vier Jahren das SchöBi, welches gut läuft. Ein eigener Club war schon immer ein Traum. Und als das Ding hier frei wurde, war das die Gelegenheit für uns.

Aber warum gerade in Helmstedt?

Wir betreiben nicht nur das Bistro, sondern wohnen auch in Schöningen. Da musste es ein Ort um die Ecke sein, denn nach Wolfsburg oder Braunschweig zu fahren, kam nicht in Frage.

Das E-Lution, der Vorgänger-Club, hat sich nur ein knappes Jahr gehalten. Hattet ihr keine Bedenken?

Doch, klar! Wir sind schließlich Eltern von zwei kleinen Kindern. Wir haben sehr viel Arbeit und Geld hier rein gesteckt – wenn es schief läuft, wäre das ein enormer Tiefschlag. Denn wenn du Schulden hast, sitzen die Kinder da auch mit drin. Aber letztendlich hat das Herz gewonnen.

Mehr Platz im Eingangsbereich. Und die Pizzeria bleibt auch. Foto: Jaquelin Ohk.

 

Multifunktional

 

Und was genau wollt ihr jetzt anders und besser machen? Was ist euer neues Konzept?

Wir möchten das LOFT zu einer Multifunktionsdiskothek ausbauen. Das heißt: Nicht nur Partys abends und am Wochenende, sondern wir wollen auch unter der Woche für andere Veranstaltungen wie kleinere Konzerte zweckentfremden. Der Club soll für Tagungen, Lesungen, Seminare und Konferenzen genutzt werden können – wir haben sogar schon eine Anfrage für das Ausrichten eines Abi-Balls bekommen. Und allgemein wollen wir den Leuten jedes Wochenende etwas Besonderes bieten.

Auch optisch hat sich der Club sehr verändert – von dem ehemaligen Holiday Tanzpalast ist nichts mehr zu erkennen. Warum diese Umbaumaßnahmen?

Das Holli wurde nach seinem Brand 2003 neu aufgebaut. Viel Holz, mehrere Ebenen, sehr verwinkelt. Du hast die Größe des Ladens gar nicht wahrgenommen, aber das war damals modern. Wir wollten einen Loft-Charakter schaffen. Der Boden ist jetzt ebenerdig – nur noch das DJ-Pult ist erhöht. Die Wände haben wir in einem kühlen Grau gestrichen, es gibt nur noch eine Bar und wir haben selbstgebaute Sitzecken aus Paletten aufgestellt. Wir haben die Ummantelungen der Heizungsrohre abgenommen, wir haben die Stahlträger wieder freigelegt, wir haben Trennwände herausgerissen, und und und. Jetzt ist alles offen. Insgesamt liegen wir so bei 120 Tonnen Bauschutt, die wir hier raus geschleppt haben. Der fehlende Techno-Raum geht allerdings nicht auf unsere Kappe. Der wurde schon vor unserer Übernahme zu einer Spielothek umfunktioniert. Außerdem haben wir den Raucherbereich nach draußen verlegt. Auch dort haben wir viel gebaggert und gearbeitet.

Selbstgebaute Möbel: Schwarze Sitzkissen mit Europaletten. Foto: Jaquelin Ohk.

 

Was waren eure Inspirationen?

Das alles war unsere Idee. Wir haben uns den Laden angeguckt und haben schnell festgestellt, was für verändern wollen.

Welche DJs legen auf und welche Musikrichtungen werden gespielt?

Um die DJs kümmert sich unsere Agentur in Wolfsburg. Insgesamt sind es zehn oder elf, die untereinander wechseln. Wir haben für jeden Bereich etwas: Wir haben den DJ, der alles spielt, wir haben den DJ, der sich nur auf Black spezialisiert und wir haben auch nur reine House-DJs. Wir haben ältere DJs, die Erfahrungen mitbringen und im Fieber, Joker oder in der Espe auflegen und wir junge DJs, die eine Chance kriegen, mit dem Laden groß zu werden und sich zu beweisen.

Das DJ-Pult mit Ausblick auf den gesamten Club. Foto: Jaquelin Ohk.

 

Wollt ihr eine gewisse Zielgruppe ansprechen? Wenn ja, wen?

Wenn mich die Leute danach fragen: Acht bis Achtzig. Ab 2019 soll beispielsweise regelmäßig eine Kinderdisco stattfinden. Ansonsten variieren wir zwischen einem Einlass ab 16 und 18 Jahren – das kommt auf die Veranstaltung an.

 

 

Volles Haus und eine meterlange Schlange: Das LOFT bei der Eröffnung am 14. September 2018. Foto: Jaquelin Ohk.

 

Was für Specials sind noch von euch zu erwarten?

Am 30. Oktober veranstalten wir zum Beispiel auch eine Halloween-Party. Und am 2. November tritt Ardian Bujupi live bei uns im Laden auf. Ansonsten steht eigentlich jedes Wochenende irgendeine Motto-Veranstaltung an.

 

Die neue und nur noch einzige Bar. Foto: Jaquelin Ohk.

 

 

 

 

 

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