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Neue DVDs für den Sommer sorgen für abwechslungsreiche Unterhaltung

Belgisches Ekstasy, ein zerstrittenes deutsches Ehepaar und schwedische Ermittler

Merz gegen Merz: Annette Frier und Christoph Maria Herbst spielen ein Ehepaar, das sich mit den Jahren stark auseinandergelebt hat. Das Duo steckt zwischen Liebe, Ehe und anderen Irrtümern fest. Foto: Themroc

„Undercover“ (Themroc/Netflix/ZDF Neo)

Limburg, eine Gegend, wie aus dem Reiseführer: Das größte Obstanbaugebiet Westeuropas und flache Landstriche mit grasenden Kühen. Fahrradfahren und Wandern erfreuen die Touristen. Man genießt die Stille der Natur und gönnt sich gerne mal einen Genever, den traditionellen Wacholderschnaps. Doch unter der biederen belgischen Provinzoberfläche rumort es gewaltig. Ein Wohnwagenpark ist Schau- und Umschlagsplatz für riesige Ecstasy-Geschäfte die der psychotische Ballonseiden-Drogenboss Ferry Bouman – in bester Tony-Soprano-Manier – erfolgreich betreibt.

Skurrile Klein-Gangster treffen hier auf ein erfahrenes, verdeckt ermittelndes Cop-Duo. Foto: Themroc

Skurrile Klein-Gangster treffen hier auf ein erfahrenes, verdeckt ermittelndes Cop-Duo. „Undercover“, eine 500 minütige Netflix-/ZDF Neo-Produktion, bietet feinste „Belgian Noir“-Unterhaltung. Subtil und schrill, hart und grotesk, witzig und tragisch. Eine originäre Genreserie die dazu noch von wahren Begebenheiten inspiriert wurde. 

„Merz gegen Merz“ (Themroc/ZDF Enterprises)

Ein Ehepaar, seit knapp 20 Jahren verheiratet. Probleme bei der Arbeit und im Privatleben. Davon gibt es Millionen in Deutschland. Und doch ist nur eines so wie Anne und Erik Merz. Warum? Weil Annette Frier („Danni Lowinski“) und Christoph Maria Herbst („Stromberg“), das sich mit den Jahren stark auseinandergelebte Duo zwischen Liebe, Ehe und anderen Irrtümern spielt. Erschwert wird ihre Ehekrise durch den pubertierenden Sohn Leon. Eine misslungene Geburtstagsfeier endet bei den beiden nicht nur im Chaos, sondern bei der Paartherapeutin. Der Emotionen-Expertin sitzen die schlagfertigen zwei nun regelmäßig gegenüber und geben tiefe Einblicke in ihre ganz eigenen Wahrnehmungen des Ehe-Alltags. Die achtteilige, 200-minütige Comedyserie – mit nur rund 20 Minuten langen Folgen – von Erfolgsautor Ralf Husmann überzeugt nicht nur mit starker Besetzung (auch bei den Nebenfiguren), sondern natürlich auch mit Situationskomik und vielen pointierten, sarkastischen Sprüchen. „Merz gegen Merz“ bietet beste Paartherapie – und das auch noch zu einem günstigen Preis!

„Der Jäger – Tödliche Gier“ (Edel Motion)

Aufreibende und abgründige Thriller kommen meist nicht mehr aus Hollywood. Die besten atmosphärischen Nordic-Noir-Kaliber werden seit Jahren in Skandinavien gedreht, produziert und abgefeuert. „Die Brücke – Transit in den Tod“, „Kommissarin Lund – Das Verbrechen“ und auch der preisgekrönte Thriller „Die Spur der Jäger“ gehören beispielsweise dazu. Letztere, mit Crime-Darsteller-Legende Rolf Lassgård in der Hauptrolle, avancierte bereits in den 1990ern zu den erfolgreichsten Kinofilmen in Schweden.

Nach der Fortsetzung „Die Nacht der Jäger“ aus dem Jahr 2011 folgt nun die dreiteilige Reihe „Jäger – Tödliche Gier“. Foto: Themroc

Nach der Fortsetzung „Die Nacht der Jäger“ aus dem Jahr 2011 folgt nun die dreiteilige Reihe „Jäger – Tödliche Gier“. Erneut mimt Lassgård einen einsamen Ermittlers, der unter der Oberfläche des provinziellen Kleinstadtlebens und vor der düster-grandiosen Naturkulisse Nord-Schwedens, unerbittlich nach der Wahrheit sucht. Ein exzellentes Darstellerensemble, die virtuose Erzählweise und die mitreißende Handlung machen den Reiz dieses modernen Schwedenkrimis aus.

Mit dieser Frau sollte man sich also besser nicht anlegen. Foto: Themroc

„Hanna Svensson– Blutsbande“ (Edel Motion)

Da muss schon einiges in der Erziehung schief laufen, wenn man den eigenen Sohn wegen Drogenhandels verhaften lässt. Die Stockholmer Kommissarin Hanna Svensson (Marie Richardson) tut das aber. Sie verfügt über harte Prinzipien, einen starken Willen und moralische Grundsätze. Mit dieser Frau sollte man sich also besser nicht anlegen. Doch nicht nur ihr Sohn bereitet Hanna Sorgen und Stress, sondern auch das Verschwinden ihres Kollegen und Geliebten sowie die kroatische Mafia, die ganz groß ins Drogengeschäft einsteigen will. „Hanna Svensson– Blutsbande“ (im Original: „Innan vi dör“, was übersetzt „Bevor wir sterben“ heißt) ist eine stark inszenierte 585-minütige Serie. Diese punktet mit solider, intelligenter und komplexer Story sowie überzeugenden Darstellern. Skandinavien-Krimi-Fans sollten schnell zusteigen.

„Follow The Money – Staffel 2“ (Edel Motion)

Falsche Firmenchefs, Steuerhinterziehung und Investitionen in Fake-Aktien: Die Fälle von Wirtschaftskriminalität sind in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Durch die zunehmende Digitalisierung gibt es zudem immer neue Formen des Anlagebetrugs. Und da mit den Delikten oft hohe Summen verbunden sind, macht die Schadenssumme etwa die Hälfte des durch Kriminalität insgesamt entstandenen Schadens aus. Die dänische Serie „Follow The Money“ durchleuchtet diese fremde  und seltsame  Finanzwelt in der menschliche Schicksale über Milieugrenzen hinweg miteinander verknüpft sind. Es ist das große Spiel um Geld, Gewinn und Gier in den Banken, an der Börse und in den Vorstandsetagen. Eine komplexe, wendungsreiche und erhellende Story über skrupellose Spekulanten, fiese Betrüger und mächtige Firmenmogule – ganz nah an der Realität.

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