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Lange geführt und doch verloren: 67:76-Niederlage der Löwen in Ulm

Fuhren mit einer Niederlage nach Hause: Die Basketball Löwen Braunschweig verloren in Ulm. Archivfoto: Philipp Ziebart.

Die Basketball Löwen Braunschweig mussten am Samstag, 23. Januar, im Kampf um einen Playoff-Platz einen Rückschlag hinnehmen. Sie verloren mit 67:76 (37:35) beim direkten Tabellennachbarn und Konkurrenten um den achten Rang ratiopharm ulm. Dabei hatte das Korner-Team in dieser intensiven Partie in der ratiopharm arena die meiste Zeit geführt, das teils konfuse Spiel über weite Strecken kontrolliert und lag auch bis drei Minuten vor dem Ende noch knapp vorne. Doch dann lief bei den Löwen nichts mehr zusammen. Vorne fielen die Würfe nicht mehr durch die Reuse und hinten ließen sie zu viele zweite Chancen des Gegners zu, der das nutzte und das Spiel zu seinen Gunsten entschied. Dabei fiel auch die erneut schwache Freiwurfquote der Löwen ins Gewicht: Sie trafen insgesamt lediglich sechs von 14 Versuchen. Bester Braunschweiger Punktesammler war Keaton Grant mit 19 Zählern. Center Kenny Frease kam auf ein Double-Double von 13 Punkten und zwölf Rebounds. Bei den Ulmern war Raymar Morgan mit 23 Zählern der überragende Akteur.

Der Auftakt in die Partie war den Löwen geglückt. Sie lagen von Beginn an vorne und konnten ihre Führung auf sieben Zähler ausbauen (2:9, 3. Minute). Ein Grund dafür war in der guten Arbeit am offensiven Brett auszumachen, wo die Löwen sich erfolgreich zweite Chancen erarbeiteten. Ein anderer Aspekt war auch der Spielfluss in der Offensive. Hier ließ das Korner-Team den Ball gut laufen und traf zudem hochprozentig. Zwischenzeitig führten sie mit 18:10 (5. Minute), ehe ein leichter Bruch ins Spiel kam. Vor allem durch Ballverluste und liegengelassene Würfe ließen sie die Ulmer zurück ins Spiel kommen, während die Löwen selber bis zum Viertelende nur noch drei Zähler machten. Die Folge: Es ging mit 21:21 in den zweiten Spielabschnitt.

Hier waren Tyrone Nash & Co. wie schon zu Spielbeginn wieder hellwach. Über ihre Verteidigung machten sie den Ulmern das Punkten schwer und fanden im Gegenzug gute offensive Lösungen. Nach einem Dunking von Kenny Frease lagen die Löwen erneut vorne (22:26, 13. Minute), blieben anschließend aber einige Angriffe ohne Erfolg. Würfe aus dem Feld wollten in dieser Phase aber auf beiden Seiten nur selten fallen und auch an der Freiwurflinie vergaben die Löwen wieder zu viele Chancen (4/10). Nicht zuletzt deshalb war die umkämpfte Partie nach wie vor eng, in der beide Teams teilweise konfus agierten. Dennoch gingen die Braunschweiger mit einer knappen 37:35-Führung in die Halbzeit.

Zurück auf dem Parkett wollte es jetzt einer wissen: Kenny Frease. Der Löwen-Center lieferte sich in den Anfangsminuten ein packendes Duell mit Ulms Raymar Morgan und hielt sein Team knapp vorne (41:43, 24. Minute). Und dann war da ja auch noch Keaton Grant. Der Braunschweiger Topscorer markierte sieben Zähler in Serie zum 50:43-Vorsprung – der jedoch schnell wieder verpufft war (48:50, 28. Minute). Raoul Korner nahm eine Auszeit, damit sich sein Team noch einmal sammeln konnte. Das verteidigte daraufhin in den letzten zwei Minuten dieses Viertels richtig stark und hatte über den heiß gelaufenen Keaton Grant (zwölf Punkte in diesem Viertel) das 55:50 nach 30 Minuten erzielt.

Aber es blieb packend, intensiv und eng. Denn die Löwen verloren zwei Mal binnen kurzer Zeit das Spielgerät, weshalb die Ulmer wieder aufschlossen (55:57, 33. Minute). Das Korner-Team behielt noch die Nerven und fand in dieser kritischen Phase die richtige Antwort: Ein Dreier von Derek Needham bedeutete das 62:57 für die Löwen und sorgte wieder für etwas Luft. Die Durchschnaufphase war allerdings erneut von kurzer Dauer, weil die Löwen ihre darauf folgenden Angriffe nicht konsequent abschlossen und somit immer ein Türchen für die Gastgeber offen ließen. Das hatte Folgen: Nach einem weiteren Ballverlust gerieten die Löwen drei Minuten vor dem Spielende mit 64:65 in Rückstand. Die Braunschweiger hatten ihre Möglichkeiten, trafen aber nicht mehr. Zudem ließen sie in dieser Schlussphase zu viele zweite Chancen zu und verloren dadurch nach langer Führung noch mit neun Punkten Differenz.

Trainerstimmen zum Spiel:

Raoul Korner (Basketball Löwen Braunschweig): Glückwunsch an Thorsten Leibenath und sein Team zu einem letztlich verdienten Sieg. Über 36 Minuten haben wir das Spiel kontrolliert, ohne zu glänzen. Wir haben zwar den Rhythmus immer mal wieder verloren, konnten die Blutung aber jedes Mal wieder stillen. Aber all die Fehler, die wir in den ersten 36 Minuten nicht gemacht haben, kamen dann am Schluss zusammen. Wir waren in dieser Phase zu hektisch, haben keine Rebounds mehr geholt, keine Stops erzielt und keine Freiwürfe mehr getroffen. Wir sind zusammengefallen wie ein Sandkuchen. Die letzten vier Minuten haben gezeigt, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben, wenn wir Anspruch auf einen der ersten acht Plätze haben wollen.

Thorsten Leibenath (ratiopharm ulm): Ich stimme Raoul Korner zu: Braunschweig hatte über 36 Minuten eher die Kontrolle als wir. Wir haben aus dem Hinspiel gelernt, aber nicht genug. Lange haben wir nicht mit der nötigen Physis und Konsequenz agiert; aber was wir dann in den letzten zehn Minuten defensiv gezeigt haben, war beeindruckend. Taylor Braun hat gegen Keaton Grant richtig stark verteidigt und Pierria Henry hat Derek Needham den Zahn gezogen. Pierria war dominant in den letzten zehn Minuten. Über die Verteidigung haben wir uns dann Fastbreak-Punkte und zweite Chancen erarbeitet. Ich muss auch meinen Fans ein großes Kompliment aussprechen: Das war das Lauteste, was wir in dieser Saison gesehen haben. Die Fans haben die Energieleistung von Pierria und Taylor honoriert.

Die Viertel im Überblick: 21:21, 14:16, 15:18, 26:12.

Basketball Löwen Braunschweig:
Gertz 3, Nash 11 (5 Rebounds), Bogdanov, Theis, Needham 15, Stevens 4 (6 Rebounds), Grant 19 (5 Assists), Adler n.e., Simon 2, Frease 13 (12 Rebounds, 3 geblockte Würfen).

ratiopharm ulm: Günther 17, Ferner 1, Morgan 23 (7 Rebounds), Neumann 4 (5 Rebounds), Henry 10 (7 Rebounds, 4 Ballgewinne, 3 geblockte Würfe), Butler 2, Babb, Rubit 7 (7 Rebounds), Braun 10 (4 Assists), Brembly 2.

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