„It’s a vibe!”

SLAX, Braunschweigs erste Trap-Girl-Group, im exklusiven Interview

Der entspannt pulsierende Sound von SLAX hat etwas von Young Thug mit ein bisschen Rin, die zusammen in den Mixer gefallen sind – und weiblich gemacht worden. Foto: Checkmate.

Girlgroups haben die Musikgeschichte bis heute massiv geprägt. Von den Anfängen in den 1920er Jahren in A-cappella-Chören des US-amerikanischen Jazz über den Teenager-Rock-’n’-Roll der 1950er Jahre dem junge Frauen eine ordentliche feminine Pop-Infusion verpassten. Von der erfolgreichen Motown-Zeit der Female Vocal Groups Jahre bis hin zu den Casting-Bands der 1990 Jahre. Ob beispielsweise im Country, Folk, Jazz, Rock, Punk, Pop, Soul, Hip-Hop und nun sogar Trap – zusammen singen, oft synchron dazu tanzen und vor allem viel Spaß haben ging immer. Starke, selbstbewusste Frauen sorgen mit ihren Songs und Stilen seit hundert Jahren für Aufmerksamkeit auf den Bühnen und mit ihren Tonträgern. Zu den bekanntesten und beliebtesten Girl-Group-Trios gehören die Andrew Sisters, The Supremes, The Ronettes, Bananarama, Atomic Kitten, Sugababes, TLC, Destiny’s Child, Sleater-Kinney oder Haim. Alle cool und einzigartig. Mit SLAX startet nun Braunschweigs erstes Trap-Girl-Trio durch. Szene38 unterhielt sich mit Smilla, Laura und Alicia, die mit „SLAX I Flex“ einen der schönsten und hypnotischsten regionalen Songs des Jahres veröffentlicht haben.

 

Trap-Girls

 

Smilla, Laura, Alicia bitte stellt Euch kurz vor?

SMILLA: Ich würde sagen ich bin oft ganz schön verpeilt und den aller besten Orientierungssinn habe ich auch nicht, aber SLAX -Taxifahrerin bin ich trotzdem (lacht).

LAURA: Ich lebe in der Nacht und schlafe am Tag, in der Nacht bin ich erst so richtig wach. Sonne ist ebenso nicht so meins, call me lil‘ vampire (lacht).

ALICIA: Also ich sage es mal so: Lässt du mich länger als eine Minute warten, musst du mir ein Snickers kaufen. Sonst werde ich zur Diva (lacht).

Mit etwas Magie, Autotune und nicen adlibs entstehen die Tracks von SLAX. Foto: Checkmate.

 

Woher stammt Euer Bandname und was bedeutet dieser?

SLAX: „SLAX“ setzt sich zusammen aus unseren Anfangsbuchstaben. Da „SLA“ ein bisschen komisch klingt, haben wir einfach noch das „X“ drangehangen… „SLAX“ klingt schon viel besser. Der Name an sich entstand im Sommer 2017 über Snapchat. Bis in die Nacht haben wir nach einen Namen für uns gesucht. Von „Donnas“ bis „Grapes“ war alles dabei. Schließlich ist es SLAX geworden, was auch gut so ist (lachen). Komischer Weise hat es des Öfteren bei unseren Treffen gewittert, dadurch entstand unser Bandzeichen: ein Blitz.

Wann und wie seid Ihr zur Musik gekommen?

SMILLA: Das war eigentlich total spontan und ein bisschen lustig. Alicia und Laura haben mir zu meinem 18. Geburtstag eine CD mit drei selbst aufgenommenen Tracks geschenkt, unter anderem war da auch die allererste Version von „w/ SLAX I Flex“ dabei.

ALICIA: Eigentlich war das alles eher als Gag gedacht, doch Laura und ich hatten sehr viel Spaß dabei und konnten Smilla schnell von der Idee begeistern zusammen Tracks aufzunehmen. So hat es sich schließlich ergeben, dass wir das nach dem Abi einfach mal ausprobiert haben.

LAURA: Unseren ersten Song „w/ SLAX I Flex“ haben wir versucht mit Soundgarage aufzunehmen. Gott sei Dank kam dann aber schnell unser Freund Skeeni mit seinen Skills zur Hilfe und es entstand unser erster richtiger Track.

 

Burger, Beats & Lyrics

 

Wie entstehen Eure Songs?

SLAX: Jeder hat immer ein paar Lyrics am Start, die wir dann gemeinsam zu einem Track formen. Es kann aber auch mal ganz schnell gehen, zum Beispiel nach ein paar Burgern bei Burgerista. Wir machen den Beat an und schreiben spontan drauf los. Unsere Beats stammen oft von unserem DJ Ben. Wenn alles steht, nehmen wir den Track bei unserem Mix and Master Skeeni in der Wohnung auf. Mit seiner Magie, ein bisschen Autotune und nicen adlibs entstehen dann unsere Tracks.

Wie würdet Ihr Euren Sound beschreiben?

SLAX: Das ist schwer zu beschreiben und in eine bestimmte Kategorie zu stecken. Wahrscheinlich Young Thug mit bisschen Rin in den Mixer gefallen und weiblich gemacht… Kleiner Spaß, wir würden sagen: „It’s a vibe” nicht mehr, nicht weniger.

 

Like the Boys…

 

Um was geht es in Euren Texten?

SLAX: Wir achten bei unseren Texten darauf, dass sie uns als Personen repräsentieren. Wir singen darüber, was uns zurzeit so im Kopf schwebt und wer wir sind. Uns ist wichtig, dass wir unser eigenes Ding machen und so in der Musik auch unseren eigenen Weg gehen. Trap wird immer noch sehr von der männlichen Seite geprägt und dominiert. Wir sind aber der Meinung, dass Girls das mindestens genauso gut können wie Boys!

 

Von wem oder was lasst Ihr Euch dafür inspirieren?

SLAX: Inspiration findet man überall. Sei es durch die Musikwelt, Social Media, Erlebnisse am Wochenende, Gedanken oder Gesprächen mit anderen Leuten. Es hat natürlich auch ganz viel mit der Stimmung zu tun, in der man sich gerade befindet.

Wie viele Songs habt Ihr bereits veröffentlicht?

SLAX: Insgesamt haben wir drei Songs auf SoundCloud veröffentlicht: „w/ SLAX I Flex“, „Berliner Air“ und „Next“. Im Moment arbeiten wir noch an weiteren Tracks, die demnächst veröffentlicht werden.

 

Spreadin‘ hate is a no

 

Was wollt Ihr bei Euren Hörern auslösen?

SLAX: Generell wollen wir bei unseren Hörern eine gute Stimmung bzw. „good vibes“ auslösen. Wir versuchen unser eigenes Ding zu machen und Leute zu motivieren dasselbe zu tun, „cause spreadin’ hate is a no no no“.

Wer sind Eure musikalischen Vorbilder?

SMILLA: Ich würde Frank Ocean sagen… Seine Art mit Sprache umzugehen, und diese so bildhaft darzustellen, fasziniert mich. Er vermittelt eine besondere Stimmung in seinen Songs, eine Stimmung, die den Kontext des ganzen Songs formt.

ALICIA: Wenn ich über musikalische Vorbilder nachdenke, dann fallen mir besonders Oldschool-Artists ein (TLC, Aaliyah..).

LAURA: Ein „musikalisches Vorbild“, ist im Grunde jeder für mich der seinen eigenen Stil durchsetzt und sich, egal wie, von der Masse abhebt, you know. Zum Beispiel meine Muse Lil Peep.

Mit wem würdet Ihr gerne einmal zusammenarbeiten?

LAURA: A$AP Rocky, Benno Gut, meiner Nummer 1.

ALICIA: TRAVIS SCOTT, Trippie Redd, (LLJ)

SMILLA: Haiyti, Benno Gut, BIGGUCCI

Wie würdet Ihr Euren Lifestyle beschreiben?

SLAX: Gashhbbhagsrelivemybott6aiam * mumble * my LIFESTYLEEEE – Young Thug.

Wie wichtig sind Euch Klamotten, Frisuren, Tattoos etc.?

LAURA: Ach ja, die Klamotten… ich sag’s mal so: Letztendlich haben sie dafür gesorgt, dass mein Kontostand nicht gerade derselbe ist, wie am Anfang des Monats. Aber Individualität ist das was mich in Sachen Fashion & Style am meisten beeindruckt und dieser Devise gehe ich selbst ebenso nach.

SMILLA: Ich gehe super gerne Klamotten einkaufen und interessiere mich für Mode. Ich versuche oft neues auszuprobieren. Ich finde es so cool, wenn ich Leute sehe, die einen eigenen, ausgefallenen Style haben. Sich im Hinblick auf Mode auszuprobieren ist für mich auch eine Art kreativ zu sein.

ALICIA: Das sehe ich genau so, wie Smilla. Ich brauche nicht unbedingt die teuersten Klamotten, für mich ist es einfach nur wichtig mit meinem Style herauszustechen, ich mag es anders zu sein. Dafür gehe ich dann auch mal in den Baumarkt um mir meinen Schmuck selber zu basteln (lacht).

Das Video zu Eurem Song „w/ SLAX I Flex“ ist in der Braunschweiger Innenstadt entstanden. Welche Rolle spielt Braunschweig als Lebens- und Kreativraum für Euch?

SLAX: Für unser erstes Musikvideo fanden wir es ganz cool den Bezug zu unserem Wohnort zu haben. Wir sind halt SLAX aus Braunschweig! Jedoch sind wir der Meinung, dass man auch mal neue Städte und Menschen kennenlernen muss, um neue kreative Einflüsse zu bekommen.

 

Nice Stimmung

 

Ihr habt kürzlich einige Live-Auftritte, unter anderem in der HBK absolviert. Wie sind diese gelaufen und wie war die Resonanz?

SLAX: Bisher hatten wir insgesamt zwei kleine Gigs. Der erste Gig war im SaunaKlub Wolfsburg als Voract von Tankstellensport, einer jungen Hip-Hop-Gruppe aus Wolfsburg. Den zweiten Gig hatten wir dann bei der HBK-Erstsemester-Party. Zwar waren beide Gigs kurz und knackig, doch die Stimmung war mega nice! Die Leute sind abgegangen, haben mitgesungen und sogar Moshpits gemacht. Das hat Spaß gemacht!

Was macht Ihr in Eurer Freizeit? Wo hängt Ihr ab?

SLAX: In unserer Freizeit hören wir natürlich viel Musik und machen Turn Ups mit unseren Freunden. Seit neuestem gehören wir zum Checkmate-Kollektiv, zusammen mit anderen Rap-Artists der Region.

Was sind Eure kurz- und langfristigen Ziele?

SLAX: Mal gucken, was sich so ergeben wird in der Zukunft! Wir machen Musik, solange sie uns Spaß macht und probieren uns bis dahin einfach ein bisschen aus. Wir werden neue Erfahrungen sammeln und gucken wo uns diese hinführen.

SLAX feiern ihre Heimatstadt Braunschweig und wollen hoch hinaus. Foto: Checkmate.

 

Welche Songs stehen auf Eurer All-Time-Top 5-Playlist?

1) Chief Keef – „Faneto“
2) A$AP Mob – „Walk On Water“
3) Young Thug – „Check“
4) New Order – „Blue Monday“
5) Kodak Black – „Like Dat“

 

 

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