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„Chefboss ist ein 360 Grad Kreativspielplatz“

Die zwei Hamburger Mädels Alice und Maike von Chefboss im Interview über die Bossrolle, Vogueing und Snapchat.

Spielten im Rahmen des Festivals Theaterformen erstmals in Braunschweig: Chefboss. Mit szene38 sprachen sie über ihre Pläne. Foto: Falk-Martin Drescher.

Tough, Tougher, Chefboss: Die Hamburgerinnen Maike Mohr und Alice Martin verteilen musikalische Ansagen. Girlpower aus der Hansestadt: Seit dem vergangenen Jahr starten die Beiden mit großen Schritten durch – stehen bei Universal Music unter Vertrag, spielten bereits große Gigs und nehmen derzeit zahlreiche angesagte Festivals mit. In diesem Jahr geht es unter anderem noch zum Helene Beach Festival, zu SonneMondSterne und dem Chiemsee Summer.

In ihren Werken vermengen sie Dancehall, Electro und Vogueing. Live zu sehen gab es das auch bei ihrem Auftritt im Rahmen des Festivals Theaterformen in Braunschweig: Ihr erster Besuch in der Löwenstadt. Falk-Martin Drescher traf sie für ein Interview.

Was wollt ihr mit dem Namen „Chefboss“ aussagen?
Maike: Das bedeutet für uns, dass wir unser eigener Boss sind.

Wie ist die Band entstanden?
Alice: Maike und ich kennen uns schon seit circa neun Jahren, wir haben früher immer zusammen gechillt und waren häufig auf Dancehall-Partys. Irgendwann kam Maike an und meinte: „Lass‘ mal Mukke machen!“ Ich hatte selbst schon lange dran gedacht, Musik zu machen. Wir haben dann einfach zusammen geflasht und das Ganze in die Wege geleitet.

Euer Musikstil ist eine Zusammenstellung aus unterschiedlichen Genres. Wie hat sich das ergeben?
Alice: Wir beide waren oft auf Dancehall-Partys und haben uns schließlich entschieden, in diese Richtung gehen. Wir hatten auch den Anspruch, etwas „Frisches“ zu machen. Wir wollten nicht einfach Dancehall Eins-zu-eins ins Deutsche übertragen, sondern der Musik noch unsere eigene Note geben. Ein besonderes Element ist bei uns das Vogueing.

Was ist das genau?
Maike: Das ist ein Tanzstil, der aus New York, genauer gesagt aus der dortigen Gay-Szene, stammt. Das sind Modelposen, inspiriert vom Laufsteg. Zum Tanzstil gibt es auch die Musik, die zur Szene gehört. Als wir angefangen haben, war klar, dass das Tanzen eine große Rolle bei uns bekommt.
Alice: Wir haben drauf geachtet, dass das gleichwertig mit den Vocals ist. Andere Bands haben einfach „nur“ Background-Tänzer. Dadurch, dass Maike so heftig tanzt, haben wir gesagt: „Lass uns das, was wir auf der Party machen, auf die Bühne bringen.“

Spürt man das Vogueing auch in der musikalischen Umsetzung?
Alice: Auf jeden Fall. Leuten, die dafür affin sind, fällt das mit Sicherheit auf. Ein Otto Normalverbraucher, der das im Radio hört, wird das vermutlich eher nicht bemerken.

Ihr seid euer eigener Boss. Was sind die Dinge, die ihr daran am meisten schätzt?
Alice: Chefboss ist ein 360 Grad Kreativspielplatz. Wir machen beispielsweise auch unsere Musikvideos selbst, deswegen ist man auf allen Kreativebenen ausgelastet. Wir alle machen das mit voller Leidenschaft.

Was macht eine gute Party aus?
Alice: Auf jeden Fall die Mukke! Aber wenn man korrekte Leute dabei hat, dann ist das völlig egal. Wir könnten sogar zusammen auf einer Schlagerparty abgehen. Auf dem Weg nach München zum Beispiel steckten wir in einem Stau – wir haben einfach die Mukke aufgedreht und auf der Autobahn gedanced.

Gibt es da bestimmte Künstler, zu denen ihr gerne abfeiert?
Maike: Allgemein würde ich sagen zu Dancehall, einen speziellen Künstler habe ich nicht. Obwohl, M.I.A. finde ich wirklich gut.
Alice: Wenn sich eine Zusammenarbeit mit M.I.A. ergeben würde, wäre das sehr geil!

Chefboss „klingt wie…“?
Alice: Wir klingen nicht wie andere.
Maike: Wir klingen einfach wie wir.
Alice: Von Außen sagen viele, dass wir wie Seeed, Materia oder Major Lazer klingen.

Mit ihnen wird derbe gefeiert: Wer zu Sean Paul oder Major Lazer am liebsten die Hüften schwingt, dürfte bei Chefboss ebenfalls das dringende Bedürfnis haben, sich zu bewegen. Foto: Falk-Martin Drescher.
Mit ihnen wird derbe gefeiert: Wer zu Sean Paul oder Major Lazer am liebsten die Hüften schwingt, dürfte bei Chefboss ebenfalls das dringende Bedürfnis haben, sich zu bewegen. Foto: Falk-Martin Drescher.

Ihr seid bei Snapchat, Facebook, Twitter & Co. aktiv. Wie wichtig ist es, unterschiedliche mediale Kanäle zu bespielen?
Maike: Wir machen das nach Laune. Ich bin eher die Social-Media-Frau von uns beiden – mir macht es einfach Spaß.
Alice: Ich habe vor ein paar Wochen erst Snapchat für mich entdeckt.

Was ist der besondere Reiz an Snapchat?
Maike: Man ist näher dran – es sind eben unmittelbare Schnappschüsse aus dem Leben. Die Leute können mitverfolgen, wo wir unterwegs sind und was wir erleben.

Wie intensiv ist der Austausch zwischen genreähnlichen Künstlern aus und in Hamburg?
Alice: Wir sind viel in der Schanze unterwegs, da triffst du eigentlich jeden – Jan Delay vielleicht nicht (lacht), aber man kennt sich irgendwie. Man ist in erster Linie auf freundschaftlicher Basis da.

Gibt es einen Auftritt, der euch besonders in Erinnerung geblieben ist?
Maike: Bei einem Auftritt ging auf einmal der Feueralarm los. Plötzlich waren die Leute ruhig und haben nichts mehr gemacht. Wir wiederum haben den Feueralarm nicht gehört, weil unsere Boxen so laut waren.

Habt ihr einen Bezug zu Braunschweig?
Maike: Ja, ich schon, denn hier war immer Battle of the Year. Als Tänzer war das natürlich ein großes Event. Eine zeitlang hatte ich sehr viel mit Breakdance zu tun, da war das Battle of the Year natürlich das Highlight.

Habt ihr bestimmte Ziele, die ihr erreichen möchtet?
Maike: Man hat natürlich immer Träume. Bei uns beiden ist der Weg das Ziel – wir haben an der Sache so viel Spaß.
Alice: Es ist nicht so, dass wir konkret auf etwas hinarbeiten.

Was sind die Projekte für 2016?
Maike: Definitiv das Album.
Alice: Man kann auf jeden Fall gespannt sein, denn es wird auf dem Album ein paar Überraschungen geben.

Aktuelle Infos zu der Hamburger Band gibt es bei Facebook und Universal Music.


Hier die aktuelle Single „Zombie Apokalypse“ von Chefboss:

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