27. September 2016
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Braunschweiger Blogger im Interview: Veganbloggerin Johanna Polle von offbeat-blossom.de!

szene38 hat im Rahmen einer Bloggerreihe sechs erfolgreiche Bloggerinnen aus der Löwenstadt interviewt – heute im Gespräch Johanna von Offbeat Blossom!

Seit 2012 bloggt die 24-jährige Johanna über den veganen Lifestyle. Foto: Johanna Polle

Johanna, worum geht es allgemein in Deinem Blog?
Auf Offbeat Blossom dreht sich alles um grünen und alternativen Lifestyle: vegan, nachhaltig und alltagstauglich. Ich gebe einen privaten Einblick in meinem Lebensstil und versuche meine LeserInnen an die Hand zu nehmen und ihnen zu zeigen, dass Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein sehr gut und einfach ins eigene Leben zu integrieren sind. Neben Inspirationen zu mehr Achtsamkeit und Selbstliebe erfahren meine LeserInnen mehr über alternative Lebensmodelle, wie Minimalismus und Sharing Economies, umweltfreundlichen Konsum und Green Fashion.

Wieso hast Du Deinen Blog Offbeat Blossom genannt?
Ganz ehrlich: Die konventionellen Lebensmodelle sind doch schon lange überholt. Nine-to-Five-Job, Haus, Auto und Kleinfamilie? So sieht schon längst nicht mehr jeder Lebenstraum aus. „Offbeat“ bedeutet abseits vom Status Quo glücklich zu werden, sich von gesellschaftlichen Moralvorstellungen nicht einschüchtern lassen und endlich das Leben zu leben, das du dir schon immer gewünscht hast. „Blossom“ heißt Blüte und steht, ganz poetisch, für das persönliche Aufblühen und die eigenen Charakterentwicklung.

Wann und warum hast Du angefangen zu bloggen? 
Ich blogge seit unser erstes klappriges Vorkriegs-Modem das World Wide Web in die Wände unseres Kleinstadthauses übertragen hat. Am Anfang hab ich viel Privates geteilt oder reine Fotoblogs betrieben. Als ich 2012 einen veganen Probemonat machte, hab ich alles, was ich gegessen oder eingekauft hab fotografisch dokumentiert und geteilt. Das kam so gut an, dass ich mich entschied, meinen weiteren veganen Werdegang zu dokumentieren – „The Hapy Vegan“ war geboren und sollte für vier Jahre lang mein Platz im Web werden, auf dem ich meine veganen Tipps und Tricks, sowie Neuentdeckungen teilte. Mir hat damals ein Blog gefehlt, der sich nicht nur um veganes Essen dreht, sondern auch die anderen Aspekte des Lebensstils, wie Kosmetik, Kleidung usw., abdeckt. Im April 2016 hab ich den Blog dann in „Offbeat Blossom“ umbenannt, um mehr inhaltlichen Spielraum bei der Themenwahl zu haben.

Was möchtest du mit Deinem Blog erreichen?
Ich möchte mehr Menschen dazu bewegen Nachhaltigkeit und bewusst(er)en Konsum in allen Bereichen in ihren Alltag einzubauen und über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen.

Welchen Stellenwert nimmt Bloggen in Deinem Leben ein? 
Ich habe einen Arbeitsplan mit festen Zeiten, zu denen ich am Blog arbeite. Wenn ich Deadlines einhalten muss, wird das Ganze mitunter auch etwas strenger getaktet, aber an manchen Tagen klappt es einfach nicht mit dem kreativen Arbeiten. Dann werden die Fotos nichts oder der Text klingt nicht schlüssig. Da muss man sich selbst dann auch mal eine Pause gönnen und abwarten bis die (kreativen) Akkus wieder aufgeladen sind.

Besser als das Original: vegan, kohlenhydrat- und kalorienarm und genauso lecker wie herkömmliche Spaghetti Bolognese. Foto: Johanna Polle
Besser als das Original: vegan, kohlenhydrat- und kalorienarm und genauso lecker wie herkömmliche Spaghetti Bolognese. Foto: Johanna Polle

Wie viel Zeit und Arbeit steckst du in deinen Blog?
Wenn alles nach Plan läuft, arbeite ich dienstags, mittwochs und sonntags an bzw. für meinem Blog. Leider besteht der Großteil der Arbeit nicht aus Schreiben und Fotoproduktion, sondern aus viel Organisatorischem, wie E-Mails beantworten, Social Media-Betreuung usw. Für einen Blogartikel inklusive Fotos brauche ich im Schnitt drei bis vier Stunden.

Was motiviert und inspiriert Dich?
Durch regelmäßige Pausen und Abstand vom Bloggen und dem Internet. Auszeiten sind wichtig und ich genieße meine am liebsten mit einem guten Buch oder in der Natur.

Ist Bloggen für Dich eher ein Hobby oder könnte daraus auch ein Beruf werden?
Wenn man einen Blog ernsthaft betreiben will und die ganze Zeit und Kraft investiert, die es braucht, bis das Ding erst einmal läuft, ist das schon ein Fulltime Job. Ich arbeite momentan nebenberuflich als Bloggerin, möchte das aber irgendwann hauptberuflich machen. Leider werden BloggerInnen immer noch belächelt, aber im großen und ganzen unterscheidet sich ein Blog oftmals kaum von einem Printmagazin – Nur, dass der Blogger Chefredakteur, Texter, Fotograf und Marketingprofi in einem sein muss.

Wie fällt das Feedback Deiner Leser aus?
Ich hab großes Glück und bisher fast ausschließlich positive Rückmeldungen bekommen. Wenn mir LeserInnen erzählen, dass sie eins meiner Rezepte ausprobiert haben und es total lecker fanden, freut mich das immer sehr. Noch schöner finde ich allerdings Rückmeldungen zu schwierigeren Themen oder Artikeln. Eine Leserin hat mir zum Beispiel geschrieben, dass sie nachdem sie meinen Artikel zu den Gefahren der hormonellen Verhütung gelesen hat, endlich den Mut gefunden hat die Pille abzusetzen. Generell freue ich mich aber über jede Art von Rückmeldung.

Was für eine Rolle spielt die Stadt Braunschweig für Offbeat Blossom?
Aktuell keine allzu große. Ich wohne in Braunschweig und gebe dementsprechend auch mal lokale Einkaufs-, Restaurant- oder Eventtipps. Ich möchte mich aber in Zukunft noch lokaler orientieren und mehr mit Unternehmen in und um Braunschweig zusammenarbeiten.

Hast Du Ziele, die Du gerne mit Deinem Blog in der Zukunft erreichen möchtest?
Konkrete Ziele habe ich nicht – Ich würde den audiovisuellen Aspekt gerne weiter ausbauen und mehr Videos produzieren. Das wäre auch für mich persönlich eine echte Herausforderung, da ich in diesem Gebiet kaum Erfahrung habe.

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