26. September 2016
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Braunschweiger Blogger im Interview: Kulturbloggerin Stefanie Krause von kult-tour-bs.de!

szene38 hat im Rahmen einer Bloggerreihe sechs erfolgreiche Bloggerinnen aus der Löwenstadt interviewt – heute im Gespräch Stefanie von Kult-Tour!

Aus Braunschweig für Braunschweig: Die Kulturbloggerin Stefanie steckt viel Herzblut in ihren Blog. Foto: Stefanie Krause

Stefanie, wann und warum hast Du angefangen zu bloggen? Woher kam die Idee?
Mein Projekt Kult-Tour Der Stadtblog gibt es seit drei Jahren. Aber tatsächlich blogge ich bereits seit 2006. Damals studierte ich noch an der HBK, als im Rahmen der „Stadt der Wissenschaft“ von der Stadt Braunschweig und der HBK ein gemeinsames Projekt geschaffen wurde. Unter dem Namen mikrofilm.tv begann ich in einem studentischen Team unter Anleitung von professionellen Journalisten, Regisseuren und Filmemachern über die Wissenschaft der Region zu bloggen. Später habe ich als Tutorin neuen Studenten auch meine Erfahrungen weitergeben können. Denn das Projekt mikrofilm.tv lief bis zum Jahr 2011 und wurde dann erst eingestellt. Das Innovative daran war, das mikrofilm.tv vor allem ein Videoblog war – also ein „Vlog“. Noch bevor YouTube eigentlich so richtig in Deutschland angekommen war, hatte Braunschweig also bereits einen Vlog. Hier habe ich nicht nur meine ersten Schritte als Journalistin gemacht, sondern auch als Bloggerin, Moderatorin und Filmemacherin. Kult-Tour feiert im September dagegen erst den dritten Geburtstag. Ich habe diesen Blog aus eigenem Interesse heraus gegründet, weil ich nach Abschluss meines Studiums der Kunst-, Medien- und Literaturwissenschaft eine Möglichkeit gesucht habe, über Themen aus Kultur und Stadtleben zu schreiben. Mir hat es eben in den Fingern gejuckt und ich wollte Braunschweig einfach mal neu kennen lernen. Außerdem wollte ich dem nüchternen Berichterstatterstil eine lebendigere Beschreibung entgegensetzen. Bewegtbild sollte von Anfang an auch Einzug bei Kult-Tour finden. Seit fast zwei Jahren gibt es also einen YouTube-Kanal, auf dem Videos erscheinen, die meinen ganz persönlichen Blick auf das Stadtgeschehen zeigen. Ganz wichtig ist da mein Kollege, der im Hintergrund mitarbeitet und mit dem ich gemeinsam meine Beiträge produziere. Bei den Videos ist es mir besonders wichtig, einen eigenen Stil und Ausdruck zu finden. Sie sollen über die klassische Berichterstattung hinausgehen und unterhaltsam sein.

Worum geht es in Deinem Blog?
Es geht vor allem um die Menschen, die die Stadt mit Leben füllen und um die Ereignisse in Braunschweig, die mich persönlich interessieren. Ich bin gerne fernab ausgetretener Pfade unterwegs, immer auf der Suche nach Dingen, die vielleicht noch nicht jeder kennt und die eben etwas alternativer und noch unentdeckt sind. So ist der Blog auch zu einer Möglichkeit geworden, eigene Aktionen und Veranstaltungen mit regionalen und internationalen Künstlern zu planen und durchzuführen. So hat sich beispielsweise eine kanadische Folkband bei mir gemeldet und eine Auftrittsmöglichkeit gesucht. Kurzerhand habe ich ein Konzert mit ihnen im Nexus organisiert und alle waren glücklich!

Warum heißt dein Blog Kult-Tour?
Ich wusste am Anfang, dass es etwas mit Kultur zu tun haben sollte, für die man seine eigenen vier Wände verlassen muss, um sie zu entdecken. Also war „unterwegs sein“ das Motto. Unterwegs auf Braunschweigs Straßen. Tatsächlich fiel mir der Name ein, als ich gerade ohne ein konkretes Ziel umherwanderte. Aus einer Laune heraus entstand der Name Kult-Tour, weil er eigentlich alles widerspiegelte, was ich ausdrücken wollte: Etwas ist kultig, ich bin unterwegs, es geht um kulturelle Themen. Alles zusammen ist „auf Kult-Tour sein“. Leider musste ich feststellen, dass mich meine anfängliche Idee thematisch zu sehr einschränkte. Es gibt noch viel mehr zu berichten als nur über Kultur. Deswegen habe ich den Zusatz „Der Stadtblog“ hinzugefügt. Auch Braunschweig kann kultig sein, das habe ich auch gerade durch das Bloggen erlebt.

Wieso hast Du Dich auf das Themengebiet spezialisiert?
Ein spezialisierter und persönlicher Blog kann zum einen auch kleinere Themen ganz groß rausbringen, die allzu oft übersehen werden. Das persönliche Interesse ist ein großer Motivator. Ich kann über das berichten, was ich will und wie ich es erlebt habe, ohne mich durch ein Geschäftsmodell oder eine große Redaktion einschränken zu müssen. Die Stichworte sind „individuell und persönlich“.
Zum anderen ist es für mich und andere auch eine gute Möglichkeit, Menschen kennen zu lernen und sich zu vernetzen. So bin ich beispielsweise erst kürzlich mit fünfhundert anderen Teilnehmern der Critical Mass dem Lichtparcours gefolgt zum Hafen, wo Kult-Tour Der Stadtblog mit dem DJ-Kollektiv BoomZound eine Überraschungsparty vorbereitet hatte. Das Video dazu findet ihr hier:

Welchen Stellenwert nimmt Bloggen in Deinem Leben ein?
Einen sehr großen Stellenwert, viel Platz, viel Zeit, viel Raum – und das alles in den Anfangsjahren vollständig ehrenamtlich. Allerdings habe ich dabei auch nicht zu knapp Hilfe von einem engagierten kleinen Team erhalten. Es gibt und gab Leute, die für Kult-Tour schreiben, fotografieren, filmen, schneiden und Ideen entwickeln. Dafür bin ich sehr dankbar! Obwohl der größte Teil des Blogs immer noch auf ehrenamtlicher Arbeit basiert und ich das Unkommerzielle und Freie daran auch sehr schätze, ist es jedoch inzwischen bereits zu einer Art Beruf geworden. Aktuell gibt es zum Beispiel Kooperationen mit der Stadt. Das Beste daran ist jedoch, dass wir keine Auftragsarbeiten für Kunden erledigen, sondern wir werden dafür engagiert, genau das zu tun, was wir immer tun. Unsere individuelle und auch unabhängige Arbeit ist gewünscht. Das gefällt mir sehr gut, denn ich möchte kein Dienstleister sein. Ich möchte mich in meiner Kreativität nicht einschränken lassen.

Wie findest Du die Motivation und Inspiration regelmäßig neue und interessante Beiträge hochzuladen?
Die größte Motivation und Inspiration finde ich dadurch, dass ich immer wieder neue und interessante Menschen kennen lernen darf. Noch nicht in eigener Sache aber bereits schon vor meiner Arbeit mit dem Blog habe ich als Videojournalistin insgesamt viermal das Internationale Filmfest Braunschweig begleitet. Dort bekam ich die Möglichkeit, durch meinen Auftrag beispielsweise den Fotografen Jim Rakete, den Oskarpreisträger Ludovic Bource, die Schauspielerin Barbara Sukowa und viele andere Filmschaffende kennenzulernen. Auch bei der Arbeit mit dem Blog lerne ich täglich neue Menschen kennen. Ich habe zwar auch schon den Bürgermeister Braunschweigs interviewt, aber es sind gerade die kleinen Begegnungen mit Menschen, die engagiert für ihre Leidenschaften einstehen, die mich immer wieder inspirieren. Diese unterstütze ich gerne mit dem was ich kann.

Wie ist die Rückmeldung von Menschen, die Deinen Blog lesen oder gelesen haben? Gab es besonders schöne Worte?
Ich bekomme in letzter Zeit immer mehr mit, dass mich die Leute auf der Straße erkennen. Das ist manchmal etwas merkwürdig! Aber überwiegend sind die Menschen nett und offen zu mir. Das ist großartig! Insbesondere freue ich mich aber, wenn jemand mir glücklich erzählt, dass er durch den Blog etwas Neues in Braunschweig und der Region kennen gelernt hat, sich sogar mit anderen zu gemeinsamen Projekten zusammengefunden hat oder einfach zu eigenen Gedanken angeregt wurde. Dieses sehr persönliche und manchmal auch nachdenkliche Feedback ist mir am wichtigsten. Außerdem habe ich viel Dank bekommen für die Sachen, die ich selber organisiert habe.

Was für eine Rolle spielt die Stadt Braunschweig für Deinen Blog?
Es steckt schon in dem Titel, dass Kult-Tour ein „Stadtblog“ sein will. Braunschweig ist die Stadt, in der ich lebe. Tatsächlich bin ich im Moment ziemlich reisefaul, doch ich bin immer wieder erstaunt, dass man in einer recht kleinen Stadt immer so viel Neues entdecken kann. Braunschweig hält mich auf Tour!

 

Mehr Informationen über Stefanie und Kult-Tour findet ihr hier:

blogger-logo-icon-png-0kult-tour-bs.de

square-facebook-512/Kult-Tour Braunschweig

youtube/Kult-Tour Der Stadtblog

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