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Bosse: Was Gutes wird passieren – und wenn es gut ist, bleibts bei dir

Bosse schließt diesjährige Volkbank BraWo-Bühne ab - und hat eine wichtige Neuigkeit im Gepäck.

Welch Ausblick: Bosse begeistert mehr als 6.000 Zuschauer im Raffteichbad. Wiedersehen: Gerne! Foto: Philipp Ziebart.

Axel „Aki“ Bosse auf einer Bühne in Braunschweig zu sehen ist sicherlich nicht ungewöhnlich: Vor 6.000 Zuschauern in der ausverkauften Volksbank BraWo-Bühne die diesjährige Open-Air-Saison im Raffteichbad abzuschließen, ja, das ist ein ganz besonderes Gefühl. Dem gebürtigen Braunschweiger ist das bei seinem Auftritt sichtlich anzumerken.

Im Jugendalter spielte Bosse bereits in ersten Bands, arbeitete nebenbei im Brain Klub an der Bar – trat dort damals übrigens auch auf. An diesem Abend erinnert er sich zurück an seine ersten Schritte. „Damals hatten wir einen Proberaum im B58 und spielten vor 60 Gästen – heute sind es 6.000.“ Für seine musikalische Entwicklung gibt es großen Applaus: Von seinen Wegbegleitern, seinen Fans, den Medien, Produzenten, langjährigen Partnern. „Vielen Dank an undercover und die Volksbank, dass sie das Wetter so schön gemacht haben“, schmunzelt der Musiker – der im Laufe des Tages noch die Schauer über der Löwenstadt verfolgte.

Glückliche Fans: Die Konzerte des gebürtigen Braunschweigers strahlen Persönlichkeit und Nähe aus. Foto: Philipp Ziebart.
Glückliche Fans: Die Konzerte des gebürtigen Braunschweigers strahlen Persönlichkeit und Nähe aus. Foto: Philipp Ziebart.

Mehr als 24 Wochen stand Bosse mit seiner aktuellen Platte „Engtanz“ auf Platz 1 der Albumcharts. So sehr das Album auch einschlug – vor so großen Fragezeichen stand er vor der Albumproduktion: „Meine Musik hat stets vom Alleinsein und Suchen gezehrt. Nun ist alles gut, mit Familie & Co.“ Wie die Schreibblockade bewältigen? Bosse mietete sich in ein ibis-Hotel in Berlin ein, zog sich zurück. „Da ist ‚Nachttischlampe‘ entstanden.“ Der Song „Ahoi Ade“, ebenfalls Teil des aktuellen Albums, sei dabei der „bisher ehrlichste Song“. Die Epik, die Bosse diesem Song auch durch die beteiligten Streicher verliehen hat, überträgt sich live mit Nachdruck. Passend erläutert er eine Anekdote: „Vor vier Jahren ging ich auf Werner Becker zu, den ehemaligen Roland-Kaiser-Produzenten. Damals wollte er nicht mit mir zusammenarbeiten, die Musik ‚berührte‘ ihn nicht so wirklich. Als ich zu ‚Ahoi Ade‘ noch einmal den Kontakte suchte – schrieb, dass ich mich etwas weiter entwickelt habe – kam zurück: ‚Ich habe geheult. Wir machen das.'“

Bosse verkündet: Spender für Yonn gefunden

Emotional ist der Abend im Raffteichbad in mehrfacher Hinsicht. Bosse, der nach eigenen Angaben im Grunde nie heult, tat dies vor rund anderthalb Monaten – als er von der Erkrankung des befreundeten Yonn erfuhr. Am Tag des Open-Airs ist es erneut soweit. „Nina (Mutter von Yonn; Anm. d. Red.) hat heute angerufen. Es wurde tatsächlich ein Spender gefunden“, erklärt der sichtlich berührte Musiker vor den tausenden Gäste. Das folgende Werk „Dein Hurra“ wird dem Jungen gewidmet: Bosse nimmt per Handy auf, lässt das gesamte Publikum für den an MDS-Erkrankten jubeln und klatschen. „Wir drücken dich“, schickt er Grüße an Yonn.

Während Cro mitsamt großem Orchester auf der Bühne gleich mehrere „Etagen“ aufbaute  – steht Bosse mit reduzierter Kulisse auf gleicher Höhe mit seiner Band. Im Hintergrund in großen Lettern: BOSSE. Das, was hier zu sehen ist, ist ehrlich, handgemacht und trotz all des Erfolges auf dem Boden der Tatsachen entstanden. Eine logische Konsequenz, dass der gebürtige Braunschweiger für eine Performance mitten ins Publikum geht. „Ich brauche alle Hände“: Bis in die letzten Reihen zeigen sich die Zuschauer textsicher. Bosse ist beseelt: „Ich hab‘ so’n Bock – ich könnte euch alle knuddeln.“ Das Publikum ist wahrlich d’accord. Die Auftritte von Bosse gleichen dem Besuch eines guten Freundes: Egal, wann er da ist – egal, in welchem Rahmen: Er wird herzlich empfangen. Aki – möge er mittlerweile auch in der Hansestadt leben – bleibt ein Braunschweiger Jung.


Eine Galerie zum Abend gibt es hier!

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