BBQ-Meisterschaft: Grill trifft auf Football

Die New Yorker Lions veranstalten am 20. August die erste Niedersächsische Barbecue-Meisterschaft.

So geht das: Auch Grillexperten wie Don Marco sind bei der Meisterschaft zu Gast. Foto: Veranstalter / oh.

Neue Zielgruppen für den eigenen Sport begeistern, den Entertainment-Charakter der Spieltage vergrößern: Die New Yorker Lions veranstalten am 20. August – ganz offiziell in Kooperation mit der „German Barbeque Association“ – im Eintracht Stadion die erste Niedersächsische Grill- und Barbeque-Meisterschaft. In vier Kategorien treten die Teams gegeneinander an, die Siege können sich über Pokale, Preisgelder sowie einen Startplatz bei den Deutschen Meisterschaften freuen. Auch sind passend zum Thema Grill-Blogger und –YouTuber wie Tobias Lohmann („tobiasgrillt“) oder Barbecue-Experte „Don Marco“ zu Gast. Falk-Martin Drescher sprach vorab mit Chris Woizeschke, dem Initiator der Veranstaltung – vielen noch bekannt als Radiomacher und DJ Chriz Rock.

Chriz, wie lässt sich deine Aufgabe bei den New Yorker Lions beschreiben?
Hauptsächlich bin ich im Sponsoring und Marketing von New Yorker beschäftigt. Die New Yorker Lions sind ein Sonderfall, da meine Firma von Haus aus eng mit dem Team verbunden ist – man ist Team- und Vereinsmitglied gleichzeitig. Also bin ich dafür zuständig die Interessen von New Yorker zu vertreten und die Sponsoren der Lions zu betreuen. Natürlich trete ich vor Sponsoren als Mitglied des Teams auf und versuche im Sinne des Vereins zu agieren: Dabei geht es darum, neue Sponsoren zu gewinnen und bestehende zu halten. Kurz: Ansprechpartner und Sponsoringbeauftragter.

Kümmert sich um das Sponsoring der New Yorker Lions: Chris Woizeschke. Foto: privat / oh.
Kümmert sich um das Sponsoring der New Yorker Lions: Chris Woizeschke. Foto: privat / oh.

Wie kommt man auf die Idee, die erste Niedersächsische Grill- und Barbecue-Meisterschaft auszurichten?
Das liegt auf der Hand: American Football und Barbecue passen einfach zusammen. Klassisch in Amerika ist das Tailgating – das heißt zehn Stunden vor Spielbeginn packen die Footballverrückten vor dem Stadion ihre Grills aus, räuchern ihre Rippchen im Smoker und feiern da kleine Familienfeste. Das ist dort noch viel ausgeprägter als in Deutschland. Bei den Lions gibt es aber bereits die Pregame-Party, die zwei Stunden vor Spielbeginn startet. American Football ist mehr ein Event als nur eine reine Sportveranstaltung. Um den Entertainment-Charakter weiter auszubauen, haben wir Football mit Barbecue verbunden. Da wir die erste Niedersächsische Grill- und Barbecue-Meisterschaft veranstalten, wollten wir das gleich mit einem Lokalderby gegen Hildesheim verbinden.

Wie hat die GBA reagiert, als ihr angekündigt habt, dass ihr die Niedersächsische Grill- und Barbecue-Meisterschaft im Rahmen eines Lions-Spiels ausrichten wollt?
Per se fanden sie es sehr spannend, obwohl es bei der GBA hauptsächlich um den reinen Grillsport geht: Was die grillen, ist Gourmetessen. Wenn man sich die Teller und Beilagen ansieht, sieht das aus wie in einem 5-Sterne-Restaurant. Deswegen dachte ich erst, dass die GBA wenig angetan von unserer puristischen Herangehensweise ist. Aber sie finden es super, das Grillen mit dem Football zu verbinden und ein spezielles Event draus zu machen. In Niedersachsen gibt es diese Meisterschaften im Vergleich zu anderen Bundesländern auch noch nicht. Bei der Landesmeisterschaften kamen die Teams größtenteils aus Süddeutschland. Unsere bisherigen Teilnehmer kommen alle aus der Region und ich glaube, deswegen war die GBA erfreut, dass sich Niedersachsen dem Barbecue-Hype anschließt – denn die Grillszene wächst ungemein. Ich persönlich interessiere mich auch dafür. Mittlerweile wollen die Leute nicht einfach nur Fleisch grillen, sondern das Essen im Rahmen eines Barbecues zelebrieren – da wird Grillen zum Highlight. Der Trend geht mittlerweile sogar zum Drittgrill. Das ist verrückt, wenn man bedenkt, dass früher der Grill für fünf Euro von der Tanke ausreichend war. Beim Grillen zuzusehen ist jedenfalls nicht so langweilig, wie beim Angeln zuzugucken: Man riecht mehr, man kann mal kosten – beim Angeln guckt man eben nur zu.

Wie lässt sich der Charakter einer solchen Veranstaltung beschreiben? Geht es da sehr konzentriert zu oder ist auch ein Entertainmentfaktor gegeben?
Das kommt auf die Teams an. Bei den Landesmeisterschaften waren alle sehr freundlich und verraten mitunter auch den einen oder anderen ihrer Grilltricks. Manche sind sehr entertainmentlastig, bringen laute Musik zum Tanzen mit und animieren die Leute. Manche Stände sehen aus wie eine Cowboyranch, mit Hüten und Pferdesätteln – die Leute geben sich richtig Mühe und es macht Spaß, sich das anzugucken. Dadurch, dass bei der Landesmeisterschaft auch die großen Grillhersteller präsent waren, konnte sich dazu jeder seinen Traumgrill aus der Nähe besehen.

Sehenswert: Auch ein riesiger Smoker rollt auf das Gelände des Eintracht-Stadions. Foto: Veranstalter / oh.
Sehenswert: Auch ein riesiger Smoker rollt auf das Gelände des Eintracht-Stadions. Foto: Veranstalter / oh.

Inwiefern fruchtet bisher euer Konzept der Pregame-Partys in Braunschweig?
Wir haben uns viel mit nationalen und internationalen Footballteams verglichen und geschaut, was die an Pregame-Veranstaltungen organisieren. Ich glaube, dass wir schon ein gutes Programm bieten, das aber immer noch ausbaufähig ist. Deswegen probieren wir neue Dinge aus. Das wird nie so werden wie in Amerika, wo das Tailgaiting schon fünf Stunden vorher beginnt – die Deutschen sind samstags noch viel zu sehr mit den Wochenendeinkäufen beschäftigt oder müssen arbeiten. Unsere Pregame-Party wird aber schon jetzt sehr gut aufgenommen, manchmal kommen bis zu 1.500 Leute. Natürlich muss dabei alles im finanziellen Rahmen bleiben, die Footballvereine sind nicht so gut aufgestellt wie die vom Fußball. Mit den Mitteln, die uns aber zur Verfügung stehen, sind wir auf einem guten Weg, holen uns auch immer Feedback beim Lions-Stammtisch

Wie lässt sich die Entwicklung der Football-Begeisterung in Braunschweig beschreiben?
Teilweise hat man immer noch die Zahlen von Zeiten im Kopf, als noch 10.000 Leute im Stadion waren. Damals gab es einen riesigen Football-Hype und die NFL Europe, die viele Anhänger hatte. Aber obwohl heute nur circa 4.000 Leute da sind, herrscht immer eine super Stimmung – viele können sich das gar nicht vorstellen und sind dementsprechend überrascht. Durch Dinge, wie die Grill-Veranstaltung, versucht man natürlich wieder andere Zielgruppen anzusprechen und Leute für den Footballsport zu begeistern. Ich sage jedem: Man muss Football erleben. Bei den Lions ist alles sehr familiär – wenn ich neu bin im Stadion und keine Ahnung von den Regeln habe, wird es keinen Fan geben, der nicht bereit wäre, einem das Spiel zu erklären. Die Grundregeln sind zudem einfach, der Sprecher erklärt viel – zwei, drei Spiele, und Sie sind drin im Thema. Man muss nur die anfängliche Hemmschwelle überwinden. Football ist ein Sport für Jung und Alt und hat zudem pädagogischen Wert: Es ist eine der härtesten Sportarten, aber auch die fairste.

Welche Maßnahmen werden unternommen, um gerade die jungen Leute wieder mehr ins Boot zu holen?
Wir machen viele Aktionen, wie zum Beispiel im Gliesmaroder Bad oder bei dem Braunschweiger Nachtlauf. Unsere Strategie lautet: Die New Yorker Lions gehören zu Braunschweig. Wir sind daher in der Stadt immer präsent und arbeiten zudem eng mit der Eintracht zusammen, mit der wir uns das Stadion teilen. Braunschweig hat den Luxus, drei Teams zu haben, die hochkarätigen Sport betreiben.

Die Grillmeisterschaft am 20. August soll keine einmalige Leuchtrakete sein – es ist geplant, das Thema zukünftig auszubauen. Kann man schon sagen, in welche Richtung sich das bewegen wird?
Da es dieses Jahr zum ersten Mal stattfinden wird, kann man nicht sagen, wie das in Braunschweig ankommt. Deswegen gehen wir das Projekt gemeinsam mit der GBA an, damit Ansporn und Professionalität gegeben ist. Aber wir wollen die Meisterschaft definitiv auch zukünftig weiterführen und wachsen.

Am Samstag öffnen sich die Tore des Eintracht-Stadions um 10 Uhr, weitere Informationen zu der Meisterschaft und dem Spiel selbst gibt es auf www.newyorker-lions.de.

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